Reise blog von Travellerspoint

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Tansania - letzter Teil

Serengeti-Tabora-Mpanda-Sumbawanga - 1000km in den Süden

overcast 26 °C

Der Tag Pause im Serengeti Stop-Over Camp tat gut. Obwohl das Wetter immer schlechter wurde. Es regnet nun auch tagsüber - in der Nacht sowieso. Camping im Regen ist einfach nicht lustig. Es wird kühl und nichts mehr ist so richtig trocken. Wir müssen dringend Richtung Süden, dort kommt die Regenzeit später als hier in Äquatornähe - zumindest statistisch. Wir wollen auf keinen Fall diese grausamen Pisten der letzten Tage befahren wenn sie zu aufgeweichten Schlamm-Rutschbahnen geworden sind.

Das Restprogramm für Tansania wird zusammengestrichen. Wir wollten ein paar ruhige Tage am Viktoria-See verbringen - gestrichen. Danach wollten wir an den Tanganyika See - ebenfalls gestrichen. Beide Seen eignen sich wegen Verschmutzung und starker Verseuchung mit Bilharziose ohnehin nicht zum Baden. Dazu das Regenwetter - wir verpassen nicht viel.

Statt dessen machen wir auf dem Weg nach Süden nur einen kurzen Abstecher ans Seeufer. Wir finden ein verlassenes Camp. Kein Wunder, Touristen bleiben weg, die Probleme des Sees haben sich herumgesprochen.

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Von hier wollen wir so direkt wie es nur irgendwie geht nach Süden. Das Problem dabei - wir sind völlig abseits aller touristischen Routen. Es gibt keinen Campingplatz auf den nächsten 1000km. In meiner Overlander App finde ich ein Hotel in Tabora, eine mittelgroße Stadt auf unserer Strecke. Die Bewertungen früherer Besucher klingen nicht schlecht. 400km entfernt, sollte auf Teerstraße zu schaffen sein.

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Unterwegs unser 6000km Selfie

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Indischer Besitzer, gutes Essen, sicheres Parken. Das Hotel liegt im Stadtzentrum, die Umgebung alles andere als ruhig, sicher oder vertrauenerweckend. Tipi möchte am liebsten sofort weiter. Ich setze mich durch - wir bleiben. Es gibt Doppelzimmer, Komfort-Doppelzimmer und 2 Suiten. Wir nehmen die Suiten - warum auch nicht, kostet gerade mal 20 US$ pro Zimmer. Das zahlen wir sonst fürs Camping. Im Hof gibt es eine Steckdose an die wir uns anschließen dürfen - perfekt!

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Nun wird es wieder richtig offensichtlich wie Selbstfahrer und Camper hier in Tansania abgezockt werden. Man kann nur jedem abraten dieses Land mit eigenem Auto zu bereisen. Wenn eine Hotel-Suite in einem Land ebensoviel kostet wie Camping ohne Strom, Toiletten oder fließend Wasser - dann sollte man einfach woanders hinfahren mit seinem Dachzelt. Die Länder im Süden machen es vor wie es geht.

Die Campküche bleibt kalt, wir essen abends im Restaurant. Es schmeckt vorzüglich.

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Ich erzähle dem Wirt von meinem Autoproblem. Platter Reifen, Stoßdämpfer kaputt. Er meint kein Problem, morgen kommt jemand und repariert das. Das habe ich schon mal gehört in Wasso. Hier besteht aber mehr Hoffnung, denn das ist eine richtige Stadt und Ersatzteile sollten hier einfacher zu bekommen sein.

Tatsächlich rücken am nächsten Morgen 3 Mechaniker an und legen sich unters Auto. Den platten Reifen bringt der Wirt persönlich weg. Eine Stunde später haben wir die beiden neuen Dämpfer und nebenbei wird auch noch hinten ein Stabilisator getauscht. Der Reservereifen ist mittlerweile auch geflickt und mit einem Schlauch versehen worden. Für all das bezahlen wir etwa 120 Euro. :-)

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Die Frauen fahren in der Zeit zum Einkaufen

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Es gefällt uns so gut, dass wir noch eine 2. Nacht bleiben. Am nächsten Tag haben wir 350km vor uns nach Mpanda. Die Straße soll schlecht sein, wie schlecht schlecht sein kann merkten wir bald. Wenigstens haben wir die neuen Dämpfer.
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Tipi fährt die ersten 100km, dann gibt sie entnervt auf. Was war passiert? Der Klang unserer Lilly wurde irgendwie immer lauter. Kurzer Stopp, ich schaue unters Auto - da bläst der Auspuff, ist irgendwo undicht geworden. Kann man ja jetzt nicht ändern, also weiter fahren. Die Strecke ist wirklich übel. Wieder mal Rüttelbrett und Schlagloch-Slalom. Extrem anstrengend zu fahren. Dann wird es nochmal lauter. Ich schaue wieder unters Auto - nun ist der Auspuff ganz ab. Direkt am Topf abgerissen. Auch nicht zu ändern, Lilly röhrt nun wie ein Hirsch.

Tipi reicht es. Ich fahre weiter. Nach nochmal 100km ein kratzendes Geräusch unterm Auto. Nun haben wir den hinteren Teil des Auspuff komplett verloren. Ich werfe das Teil auf die Rückbank und weiter geht es.

Langsam reicht es uns. Jeden Tag verliert dieses Auto irgendein Teil. Zwar kein Wunder nach mittlerweile 1000km Dirt-Road, aber es sollte jetzt echt mal aufhören mit den Defekten. Wir konnten zwar immer weiter fahren und haben es irgendwie repariert bekommen, aber das Vertrauen in das Fahrzeug ist dahin. Das Gelände ist einfach zu anspruchsvoll für einen 18 Jahre alten Pajero, so scheint es. Jedes neue Klappern lässt uns aufschrecken, was könnte nun wieder kaputt sein?

Nach 10 Stunden erreichen wir endlich das Ziel. Mpanda - ein übles Nest im Nirgendwo. Es gibt nur ein einigermaßen akzeptables Hotel im Ort. Wir haben keine Wahl und nehmen die besten Zimmer die sie haben. Kostenpunkt 6 bzw. 8 Euro. 8 Euto war die Suite hier. Kann man nicht viel erwarten. Restaurant gab es auch, das Essen war ein Debakel. Huhn mit Pommes und Ei. Ich wusste gar nicht wie zäh so ein Huhn werden kann im Lauf seines langen Lebens.

Als wir abends im Zimmer sitzen klopft es. Vor der Tür stehen 2 Beamte von der Einwanderungsbehörde. Sie schauen sich unsere Pässe und die Visa genau an, machen schließlich sogar Fotos von den Pässen. Sie sind auf der Suche nach illegalen Einwanderern. Da muss man natürlich bei 4 Deutschen ganz genau schauen, die Flüchtlingswelle die von Deutschland nach Tansania schwappt ist ein ernstzunehmendes Problem. Da muss man es in einem Nest in der hintersten Provinz Tansanias schon ganz genau nehmen. Irgendwannn ist das Boot eben voll. Demnächst wird es hier sicher eine Obergrenze für deutsche Flüchtlinge geben müssen.

Hier bleiben wir sicher keinen 2. Tag und brechen früh am nächsten Tag auf. Es geht nach Sumbawanga. Wir bekamen die Info, dass alles geteert sei bis dorthin. April-April, nur die ersten 30km ging es auf Teer, dann kam wieder das bekannte Rütteln, Schütteln und Schlagen. Tipi hat so was von die Nase voll von diesem Land und seinen Horror-Pisten, sie will nur noch auf schnellstem Weg hier raus. Im Mittelteil der heutigen Etappe liegt der Katavi Nationalpark. Ein absoluter Geheimtipp für Tierfreunde. Weil der Park so abgelegen ist trifft man hier nie andere Touristen. Keine organisierte Tour tut ihren Kunden diese Strecken an. Wenn man nur durchfährt, so wie wir, dann kostet es nichtmal etwas. Gleich am Eingang ein riesiger Tümpel. Genau hinschauen , das was aussieht wie eine Schlammlawine, das sind Hippos dicht an dicht.

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Etwas später sahen wir noch Giraffen und im Dickicht große Büffelherden. So richtig Lust auf Tierbeobachtungen haben wir allerdings heute nicht. Lilly röhrt immer noch und ich habe alle Augen auf der Straße, die wieder einmal unterirdisch schlecht ist. Die Hoffnung, dass außerhalb des Parks wieder Teerstraße ist zerschlägt sich. Ich habe mich schon damit abgefunden bis ans heutige Tagesziel weiter von Loch zu Loch zu hüpfen, da entfährt Tipi ein Schrei. Ich denke: Totes Zebra? Toter Hund? Nein! Sie schreit: Teerstraße!! Teerstraße!! Juhuh! Tatsächlich, wir empfinden die letzte Stunde gleiten auf glattem Untergrund wie ein Geschenk.

Wieder ist es ein Hotel, das wir für die Nacht auswählen. Wir bekommen 2 ordentliche Zimmer und Strom für die Autos. Da wäre noch der kaputte Auspuff. Ich frage den jungen Mann an der Rezeption nach einer Werkstatt. Er kümmekt sich drum und kurz darauf stehen 2 Männer vor mir, die den Auspuff gleich auf dem Parkplatz reparieren wollen. Von mir aus, denke ich, Hauptsache es hält. Sie machen sich an die Arbeit. Nach etwa einer Stunde sind sie soweit fertig, allerdings muss noch etwas geschweißt werden. Das können sie nicht hier, dazu muss ich mit einem der beiden zu einem anderen Mechaniker fahren, der eine Grube hat. Mit einem Elektroschweissgerät Marke Eigenbau macht der sich ans Werk. Nach 30 Minuten ist alles fertig und der Auspuff hält und ist dicht.

Zur Feier des Tages gehen wir abends alle in die Bongo Bar. Laute Musik, kühles Bier, die Mädels ergattern eine kleine Flasche Gin und mixen sich Gin-Tonic.

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Nächster Morgen, letzte Etappe in Tansania. Nur noch etwa 100km, teilweise asphaltiert, um halb 12 sind wir an der Grenze. Die Ausreiseformalitäten dauern rekordverdächtige 45 Minuten. So akribisch und langsam wurden unsere Papiere noch nirgends untersucht, geprüft und gestempelt. Eigentlich kein Wunder, denn schon bei der Einreise erwiesen sich Tansanias Beamte als Zeitdiebe erster Güte. Danach kommen 2km Niemandsland und dann stehen wir vor dem verschlossenen Tor nach Sambia.

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Das,war es dann von Tansania. 25 Tage, gut 3000km.

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Ich könnte nicht behaupten mich in dieses Land verliebt zu haben. Auf der Haben-Seite steht ganz allein die einzigartige Tierwelt. Andererseits ist dieses Land so schwierig und teuer zu bereisen, dass man die Natur nicht wirklich genießen kann. Miserable Infrastruktur, unverschämte Preise, niedrige Qualitätsstandards - Selbstfahrern kann man nur dringend abraten hierher zu kommen. Es ist mehr ein Ziel für organisierte Reisen.

Eingestellt von tipitom 03:03 Archiviert in Tanzania Kommentare (0)

Sambia - Teil 1

Kasama - Mpika - bis zum South Luangwa Nationalpark

semi-overcast 29 °C

50 Dollar kostet das Visum für Sambia - teurer als erwartet. Als ich vor 4 Jahren hier war kostete es noch 20 Dollar. Dafür war das Auto billig, nur 25 Euro Carbon-Tax. Es dauert wieder alles scheinbar unendlich. Am Ende sind es wieder 2 Stunden - das scheint das Minimum an Zeit für Grenzübertritte zu sein. Als wir endlich weiter fahren dürfen, ist die Straße unglaublich schlecht. Statt der 3km, die der Grenzer uns versprochen hatte, sind es die ganzen 30km bis Mbala.

Ab da bis Kasama top Teerdecke, ohne Löcher, ohne Speed-Limit. Super zu fahren.
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Wir kommen früher an als geplant. Darf ja auch mal sein. Das waren heute 300km inklusiv Grenzübertritt. Kurz vor Kasama das 7000km-Selfie.

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In Kasama finden wir eine wunderbare Lodge, betrieben von einem pensioniertem britischem Lehrerehepaar. Wir hätten auch im Hof campen können, entscheiden uns dann doch für ein Cottage für alle 4. Wir lassen uns noch bekochen, sehr lecker.

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Im Garten hängen hunderte Fruchtfledermäuse in den Bäumen und veranstalten ein Höllenspektakel. Tipi findet ein Riesenmotte im Bad.

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Vorher waren wir noch einkaufen in einem richtigen Supermarkt. Der erste seit 5000km. Telefonkarten brauchen wir auch wieder. Neues Land, neues Geduldsspiel. Formulare müssen ausgefüllt werden, Pässe werden fotografiert - es dauert wieder über eine Stunde bis alles aktiviert ist.

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Nächster Tag, weiter nach Mpika, wieder Top-Straße, keine Polizei, so macht das Spaß. Durch Ortschaften ist die Geschwindigkeitsbegrenzung 80km/h. Viel zu schnell! Es sind viele Menschen an der Straße - wir fahren freiwillig langsamer als das Limit.

In Mpika hat ein Deutscher eine Lodge und verlangt kein Geld von Campern. Wir bekommen einen schönen Platz, warme Dusche, Strom - Wahnsinn! Bereits nach 2 Tagen ist uns Sambia sehr sympathisch. Sintflutartiger Regen dann am Abend macht Selbstkochen unmöglich. Als Gegenleistung verzichten wir auf Selbstversorgung und gehen in sein Restaurant Pizza essen. Lilly bekommt vorher noch eine Wäsche.

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Wir schauen zu wie die Jungs mit Dampfstrahler und Lappen unser Auto unter dem Dreck hervorbringen.

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Wir kommen mit dem deutschen Besitzer ins Gespräch und er hat sehr beunruhigende Informationen für uns. Der geplante Weg durchs Nordtor in den South Luangwa Park ist nach den Regenfällen der letzten Tage seiner Meinung nach unpassierbar. Klebriger Schlamm macht ein Durchkommen unmöglich. Eine andere Route bedeutet 300km Umweg nach Norden - ausgeschlossen. Ich bin ziemlich frustriert. South Luangwa war einer meiner persönlichen Höhepunkte der gesamten Reise.

Wir überlegen hin und her und beschließen am nächsten Tag zumindest bis an die Kante des Rift-Valley zu fahren. Wir sind auf einer Hochebene auf ca. 1500m, der Park liegt tiefer, auf 600-1000m. Wir wollen uns zumindest den schönen Ausblick von dort oben gönnen, wenn wir schon nicht rein fahren können. Vor Ort hoffen wir auf verlässlichere Info bezüglich Befahrbarkeit der Route durchs Nordtor.

Der Tag beginnt mit schönen 30km auf Teerdecke, dann kommen 50km über Stock und Stein. Wir erreichen Chakonde, das letzte Dorf bevor es steil den Berg hinunter geht. Ein Einwohner bedient eine Schranke und meint wir könnten es probieren. 22km weiter unten im Tal ist der Eingang zum Park. Die Ranger dort wüssten sicher, ob es möglich ist den Park von Nordwesten nach Osten zu durchquerern. Wir riskieren den Abstieg mit der vagen Hoffnung weiter fahren zu können und nicht von den Rangern zurück geschickt zu werden. Das heutige Tagesziel zu erreichen wäre in diesem Fall allerdings aussichtslos. Wir müssten irgendwo entlang der Strecke im Busch übernachten. Auch das nehmen wir in Kauf.

Was nun kommt lässt alles Bisherige wie einen Ponyhof erscheinen. Die Golodi Road in Malawi war wirklich schlimm, diese Abfahrt ist ein Alptraum. Auf halber Strecke machen wir eine Picknick-Pause. Wir hatten heute noch kein Frühstück. An einer der wenigen horizontalen Stücke bauen wir mitten auf dem Weg unseren Campingtisch auf und machen Brotzeit.

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Vorher müssen wir an Lilly wieder einmal etwas befestigen. Das Bodenblech hatte sich gelockert, 4 Kabelbinder helfen erstmal provisorisch.

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Derart gestärkt geht es weiter bergab über Felsbrocken und Geröll. Mit Straße oder Weg hat das hier nichts mehr zu tun. Hier geht man zu Fuß oder mit einem Esel. Mit einem Auto zu fahren ist einfach irre. Ein Land Rover ist für dieses Gelände vielleicht geeignet, unser Pajero ist definitiv über seiner Grenze. Das Auto heil runter zu bringen ist das Einzige was nun zählt.
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Nach 1 Stunde haben wir die 4km Abstieg geschaffft. Ein leicht verbogenes Trittbrett ist die einzige Blessur, die unsere Lilly abbekommen hat. In einer Kehre hatten sich einige große Felsbrocken vor dem Reifen verklemmt. Während ich die Brocken wegräume, damit es weiter gehen kann, schließt ein Landcruiser zu uns auf. Der einzige andere Fahrzeugtyp, neben einem Land Rover, dem man so eine Strecke zumuten sollte.

Der Fahrer, ein Deutscher, macht uns wenig Hoffnung. Mit einem Pajero sei der Weg zum Osttor des Parks kaum zu schaffen. Es gibt allerdings eine Alternativroute, die ist viel länger, würde uns aber den Weg zurück hinauf ersparen. Alles ist mir lieber als diesen Abhang wieder rauf zu fahren. Er weist uns noch auf die richtige Route und unsere Wege trennen sich. Etwa 6km später stehen wir dann endlich vor der Schranke am Nordtor.

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Ein Ranger kommt auf uns zu. Ich versuche sein Gesicht zu lesen. Schickt er uns zurück? Keineswegs - er meint wir können es schaffen. 80km in 2-3 Stunden über den kurzen Weg. 2 Flussdurchquerungen gilt es dabei zu bewältigen, aber es sollte gehen. Wir freuen uns wie Schulkinder die auf den Ausflug gehen dürfen.

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Wenn nicht gibt es noch einen langen Weg, 150km, 5 Stunden. Der geht auf jeden Fall. Aha! Ich gebe zu Bedenken, dass es bereits halb 3 ist und um 18 Uhr wieder Mal auf der anderen Seite das Tor schließt. Das selbe Dilemma wie vor einer Woche in der Serengeti. Ein Rennen gegen die Zeit. Nur dieses Mal ist es unmöglich zu schaffen, falls der kurze Weg unpassierbar ist. Er ist wenig beeindruckt und meint nur, dass wir dann eben den kurzen Weg fahren sollen.

Wir füllen die nötigen Formulare aus, bezahlen und los geht es. Vor uns jungfräuliche Piste, nicht sehr vertrauenerweckend. Zuletzt ist hier vor einer Woche jemand gefahren. Das war vor dem heftigen Regen vorgestern.

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Hätten wir gewusst was uns auf den nächsten 150km erwartet, hätten wir uns vielleicht etwas weniger gefreut.
Hier der Link zum Blog unserer Mitfahrer.

Frank & Alina Blog

Eingestellt von tipitom 09:24 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

Sambia - Teil 2

Quer durch den South Luangwa Nationalpark

semi-overcast 29 °C

Es beginnt mit unserer ersten Flußdurchfahrt. Nicht tief der Fluß, über Sandsäcke - hat echt Spaß gemacht.
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Auf der anderen Seite treffen wir auf einen Pick-Up voller Ranger. Von denen erfahren wir, dass der kurze Weg unpassierbar ist. Wir müssen außen herum. 5 Stunden sagte der Ranger am Eingang. Wir haben jetzt nur noch gut 3 Stunden das zu schaffen. Wir versuchen es und fahren so schnell es irgendwie geht. Schon nach einer Stunde wird klar, das wird nichts. Mehr als ein 30er Schnitt ist einfach nicht drin.

Immer wieder tiefe Schlammlöcher auf der Strecke, die durch den Wald umfahren werden müssen. Umgestürzte Bäume versperren die Straße und wir müssen uns einen Weg durch den Wald suchen.
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Dann kommt was kommen muss. In der ganzen Hetzerei versuche ich durch ein solches Schlammloch zu fahren und hatte übersehen, dass die frischesten Spuren davor von der Strecke abgingen. Autofahren ist hier manchmal wie Fährtenlesen. Etwa in der Mitte des 50m langen Schlammloches komme ich zum Stillstand. Kein Vortrieb mehr. Trotz Allrad und Diff-Sperre geht nichts mehr.
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Genau für diese Fälle sind wir mit 2 Autos unterwegs. Frankie hat sich die Sache hinter mir angesehen und war in sicherer Entfernung vor dem Loch stehen geblieben. Nun zieht er mich mit der Winde retour aus dem Sumpf. Dauert alles keine 15 Minuten.

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Eine halbe Stunde später bleibe ich wieder stecken. Zu wenig Schwung, ich verpasse es nur knapp aus einem weiteren Loch zu entkommen. Nur etwa 2 Meter hatten gefehlt bis ans rettende, feste Ufer. Dieses Mal zieht er mich per Abschleppseil die fehlenden Meter vorwärts raus.

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Mittlerweile ist klar, wir kommen niemals bis 18 Uhr ans Gate. Um das Osttor zu erreichen müssten wir mindestens 2 Stunden in die Dunkelheit hinein fahren. Ein Irrsinn bei dieser Strecke.

Auf meiner Karte ist unweit vor uns ein Ranger-Camp verzeichnet. Es ist allerdings völlig unklar, ob das so spät in der Saison überhaupt besetzt ist. Nach insgesamt 2 Stunden erreichen wir dieses Camp. Wir haben bis dahin nur 50 der 150km Gesamtstrecke geschafft.

Ein Ranger kommt auf uns zu. Er heißt Moses. Mit seinen beiden Kollegen Mike und Christopher hält er hier die Stellung gegen Wilderer. Wir hoffen die Nacht hier verbringen und morgen weiter zu fahren zu können. Er ist einverstanden. Es wäre einfach zu gefährlich die unbekannte Strecke nachts anzugehen. Wir sind die letzten Touristen in dieser Saison vor der Regenzeit, die es wagen die Nordost-Route zu befahren. Ab jetzt bis Mai ist dieser Weg unpassierbar, wir hatten Glück überhaupt so weit zu kommen.

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Wir schlagen gerade unser Camp auf, da kommt der Pick-Up vom Eingang vorbei und bietet an voraus zu fahren und uns den Weg zu zeigen. Wir lehnen dankend ab. Der Tag mit der Höllenabfahrt und den Abenteuern im Schlamm war lang genug. Wir freuen uns bereits auf unser Abendessen und eine ruhige warme Nacht im Dachzelt.

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Toiletten und Strom gibt es hier natürlich nicht. Aber es gibt einen Brunnen und damit eine erfrischende Eimerdusche für alle.

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Ein paar hübsche Echsen sind unsere Nachbarn.

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Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von unseren Gastgebern nach dem Frühstück. Für dieses improvisierte Camp im Nationalpark wollten sie nicht einmal etwas verlangen. In Tansania undenkbar. Wir geben Ihnen ein ordentliches Trinkgeld und ziehen weiter. Nun haben wir so viel Zeit wie wir wollen und können es langsam angehen lassen. Immerhin ist das hier ein Nationalpark und man könnte Tiere sehen. Leider hat die Auspuffreperatur nicht lange gehalten, Lilly röhrt schon wieder wie ein Elch. Später stellt sich heraus, dass eine Schelle nicht richtig festgezogen war und sich gelockert hatte.

Heute fährt Frankie im Land Rover voraus. Ihm ergeht es wie mir gestern und er übersieht eine Umleitung. Das Schlammloch, das er durchfahren wollte, hält ihn gnadenlos fest. Dieses Mal darf ich mich revanchieren und ihn rausziehen.
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Lilly bekommt auch heute wieder etwas ab. Zuerst reiße ich mir hinten einen Teil des Stoßfängers ab, als es sehr tief in ein Schlammloch ging, das Frankie vor mir gegraben hatte. Etwas später rutsche ich im Schlamm seitwärts und ein kleiner Baum zerschlägt mir den Außenspiegel.
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Tiere haben wir auf 100km Fahrt durch den Park nicht gesehen. Sie halten sich zu dieser Zeit alle in der Nähe des Flusses Luangwa an der Ostseite des Parks auf. Nur dort gibt es sicher Wasser. Die Schlammlöcher, die unseren Autos so zu schaffen machten, können in ein paar Tagen schon wieder trocken sein.

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Je näher wir dem Osttor kommen umso besser wird die Strecke.
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5km vor dem Ausgang dann die ersten Tiere: Warzenschweine - immerhin.

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Dann eine kleine Gruppe junger Elefanten. Sehr nah, Tipi ist nervös und treibt mich zur Weiterfahrt.

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Dann endlich das Osttor. Wir dürfen raus ohne extra zu bezahlen. Weder für Übernachtung noch für den 2. Tag im Park. Auch das wäre in Tansania undenkbar, dort hätte man uns abkassiert.

Eingestellt von tipitom 09:41 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

Sambia - Teil 3

Das Wildlife Camp

semi-overcast 29 °C

Nur 6km entfernt vom Osttor des Parks ist die Wildlife Lodge. Ein Traum von einem afrikanischen Campingplatz.

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Strom, Warmwasser, traumhafte Aussicht vom Standplatz.

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Sogar einen kleinen Swimming-Pool gibt es hier.

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Tipi macht wieder die traditionellen Pfannkuchen zum Frühstück, die es immer gibt wenn wir ein neues Land erreichen. Dieses Mal etwas verspätet, aber früher war keine Gelegenheit.

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Safaris werden ebenfalls angeboten und für ihren Fuhrpark haben sie eine gut ausgestattete Werkstatt. Den Spiegel können sie hier nicht reparieren, aber das lose Bodenblech und meinen Auspuff kriege ich hier repariert. Langsam wird das zur Gewohnheit, dass an jedem Stop ein Mechaniker unter unserem Auto liegt.

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Nun sieht man dass die Autowäsche vor 2 Tagen ziemlich für die Katz war. Lilly ist von einer Schlammkruste überzogen.

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Wir bleiben 2 Nächte. Tagsüber sehen wir Elefanten hinter dem Camp am Wasserloch.

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Ein paar Giraffen laufen auf dem Gelände. Mungos, Warane, eine Art Eichhörnchen.

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Nachts hört man die Hippos grunzen und plantschen. Sehr lästig sind die Affen hier. Sie warten auf jede Gelegenheit und klauen alles was irgendwie nach essbar aussieht. Eine offene Autotür, eine Minute nicht aufgepasst und sie sind drin und zerrupfen jede Plastiktüte. Auch geschlossene Vorratskisten sind kein Hindernis. Jede Art von Deckel kriegen sie spielend auf. Sie erbeuten im Lauf der 2 Tage 1 Paprika, 1 Zwiebel, 1 Tüte Mehl, Müsli und gekochte Nudeln.

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Am Ende der Geschichte steht es 5:0 für die Affen. Morgen brechen wir auf, damit die Niederlage nicht noch höher ausfällt.

Eingestellt von tipitom 11:03 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

Sambia - Teil 4

Game Drive im South Luangwa - Lusaka - Livingstone

semi-overcast 28 °C

Nun da Lilly mit repariertem Auspuff nicht mehr so laut röhrt, können wir auf Fotosafari gehen, ohne alle Tiere aus dem Wald zu jagen. Wir checken aus und fahren das kurze Stück zurück ans Osttor, dort kennt man uns bereits. Wir zahlen wieder die 60 Euro Eintritt für uns beide und das Auto - ein Schnäppchen im Vergleich zu Tansania.

Im Park dann wieder die üblichen Verdächtigen. Warzenschweine, Impala, Elefanten.

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Wir wollen Katzen sehen! Bei einer Rast treffen wir eine Reisegruppe aus Südafrika, die mit einem Guide unterwegs ist.

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Der markiert uns freundlicherweise auf der Karte, wo gerade ein Rudel Löwen rastet. Nichts wie hin! Tatsächlich - genau an der beschriebenen Stelle sehen wir 2 Löwen im Gras.

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Als wir näher ran fahren werden es 4. Noch näher ran...da liegen ja noch 2..oder 4?

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Und dann sind da noch 3 Welpen.

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Wir zählen nochmal durch und es sind 9 Erwachsene und 3 Kleine. 1 Dutzend Löwen!
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Wir sind vielleicht 5m weg. Tipi fährt heute und macht sich fast in die Hose, als sie das Fenster runterlässt zum Fotografieren. Eine halbe Stunde später muss sie tatsächlich mal. Toiletten gibt es hier nicht. Wir fahren 100m weg von den Löwen und sie geht mal eben fürs "Geschäft" neben das Auto. Mitten im Park, nicht wissend wo noch Löwen herumliegen - schon ziemlich abgebrüht. Aber was muss, das muss eben. Dann wieder zurück. Wir stehen hier über eine Stunde und schauen den Löwen beim Schlafen und Räkeln zu. Ein Junges macht ein wenig Action und spielt mit einer der Löwinnen. Die meiste Zeit passiert hier wenig, es sind halt Katzen und es ist sehr heiß. Die Milchbar hat durchgehend geöffnet.

Nach gut 3 Stunden Game Drive haben wir genug gesehen. In der Mittagshitze jetzt sind ohnehin fast alle Tiere irgendwo im Unterholz im Schatten und schlecht zu sehen. Nur 130km sind es heute bis Chipata direkt an der Grenze nach Malawi. Die letzte Gelegenheit im Umkreis einzukaufen. Ich bekomme endlich Ersatz für meine bereits in Malawi vor Wochen zerbissen en Crocs.

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Wir nehmen uns dort ein Zimmer, weil es wieder mal nach Regen aussieht.

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Lilly hat schon wieder kleine Probleme. Im Vorderreifen steckt ein Stück Metall. Frank und ich fahren zu einem Reifenservice und lassen es entfernen. Glück gehabt, der Reifen ist noch dicht und muss nicht geflickt werden.

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Das Metallstück war aber nicht die Ursache für die Unwucht an der Lenkung, über die sich Tipi schon den ganzen Tag beschwert hat. Frank vermutet es ist der Reifen vorne links. Der Reservereifen, den wir in der Serengeti aufgezogen hatten. Wir tauschen ihn gegen den in Tabora geflickten und siehe da, nun fährt Lilly wieder ganz ruhig. Das war auch notwendig. Denn uns stehen morgen und übermorgen 2 Etappen mit zusammen über 1000km bevor.

Die erste Etappe wird mit 570km die längste bisher. Wir brauchen Dank der hervorragenden Straße dafür nur 8 Stunden. Ankunft in Lusaka. Gegen halb 5. Meine Güte ist das dreckig und vermüllt hier. Der erste dicke Minuspunkt für dieses Land, das uns bisher so gut gefallen hat.
Unterwegs dreht sich der Tageszähler schon wieder auf Null. Zeit für unser 8000km Selfie.

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Mitten in der Stadt finden wir eine Lodge mit Campingmöglichkeit. Es ist sehr kühl, ich sitze mit Weste und Jacke abends draußen. Ein krasser Gegensatz zu der extremen Hitze noch vor 2 Tagen im Wildlife Camp. Wir sind unweit eines Einkaufszentrums und Tipi will wieder etwas Zivilisation erfahren und dort etwas essen. Alina und Frank gehen mit. Ich habe keinen Hunger und bleibe bei den Autos.

Am nächsten Tag steht uns eine 480km Etappe bevor. Es beginnt mit 70km Schlaglochpiste. Gut dass ich mit der Wirtin unserer nächsten Unterkunft telefoniert hatte, denn sie hat uns die Strecke beschrieben und auf das schlechte erste Stück vorbereitet. Wäre alles bis ans Ziel schlecht gewesen, hätten wir es an einem Tag nicht schaffen können. Aber genau wie sie es beschrieben hat, wird es danach super und wir kommen gut voran. Um 4 Uhr kommen wir in Livingstone an.

Eingestellt von tipitom 04:32 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

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