Reise blog von Travellerspoint

Südafrika

Südafrika - Teil 1

Erst mal ankommen...

sunny 24 °C

Diesmal haben wir die Ankunft so getimed dass wir genug Tageslicht haben, um am Tag der Ankunft per Mietwagen weit von Joburg wegzukommen. Diese Stadt und ihre Umgebung sind mir nicht geheuer.

Hinter der Immigration hatte sich am grünen Ausgang beim Zoll eine lange Schlange gebildet. Alle müssen ihr Gepäck vom Wagen laden und nochmal röntgen lassen. Am roten Ausgang steht niemand. Wir nehmen den roten Ausgang. Mit der Zollehrlichkeit von Passagieren rechnet hier niemand, denn dort steht kein Beamter der uns aufhält. Wir marschieren einfach durch und sind ohne dass uns irgendjemand behelligt draußen auf der Straße.

Dann stellen wir uns allerdings etwas blöd an und suchen eine Viertelstunde lang das AVIS-Office um unseren Mietwagen zu übernehmen. Als es dann endlich los gehen kann, fahren wir erstmal in die falsche Richtung, bis das gute alte Nokia-Navi endlich seine GPS-Verbindung gefunden hat. Alles zusammen hat uns das etwa eine Stunde gekostet. Wir haben heute 400km vor uns und wollten eigentlich nicht im Dunkeln ankommen.

So sieht es hier aus wenn man den Flughafenbereich verlässt.

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Und so 100km später.

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Bis wir in Graskop ankommen ist es dunkel und kalt. Den 1400m hoch gelegenen Ort haben wir für die erste Nacht ausgesucht, denn bis Hoedspruit, wo unser potentielles Auto steht, war es zu weit. Wir ziehen so ziemlich alles an was wir dabeihaben. Zum Abendessen gehen wir in ein portugiesisch-mosambikanischen Restaurant, dann geht es auch schon in die Heia. Wir sind immer noch gefühlt auf Singapur-Zeit und hundemüde.

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Am nächsten Tag sind es nur noch 100km bis zum Tagesziel, es gibt aber eine interessantere Route entlang dem Blyde River Canyon, da sind es dann 150km.

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Der erste Stop nennt sich Pinnacle und kostet 1 Euro Eintritt. Es ist noch saukalt so früh wie wir dran sind.

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Die Souvenirstände bauen gerade erst auf. Tipi findet sofort etwas. Postkarten und Ohrringe.

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Hier sehen wir auch unser erstes afrikanisches Wildtier - eine Agame.

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Der nächste Halt nennt sich God's Window.

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Das ist es. Wir haben kein Fenster gesehen, nur eine Schlucht.

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Am besten fand ich hier noch den kurzen Wanderweg durch den Bergregenwald oberhalb.

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Ein Fenster haben wir nirgends gefunden. Das beste an diesem Ort ist der Name, denn mittlerweile ist ordentlich was los am Parkplatz. Alle wollen das Nicht-Fenster sehen.

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Weiter geht es zu den Lisbon Waterfalls. Hier wie überall ist wieder der obligatorische Eintritt zu entrichten. Wieder knapp 1 Euro. Ist zwar nicht viel, aber die ewige Abkassiererei nervt dann doch etwas.

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Wir sehen den ersten Pavian. Ich hasse Affen, diese hier ließen uns wenigstens in Ruhe und waren nicht in diebischer Stimmung.

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Auch hier findet Tipi wieder etwas an den Ständen. Wenn das so weitergeht erkundige ich mich mal nach Preisen für Containerverschiffung nach Deutschland.

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Danach sehen wir noch die Berlin Wasserfälle, aber die waren so mickrig, dass es mir nicht mal ein Foto im Blog wert ist. Kann man wirklich auslassen.
Letzter Halt für heute ist an den Potholes. Zur Abwechslung kostet es hier mal gut 3 Euro Eintritt. Ist aber auch wirklich sehenswert.

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Weiter geht es nach Hoedspruit. Tipi verschläft die weitere Strecke und kann bei der Ankunft kaum glauben dass wir 150km gefahren sind.

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Heute sehen wir unser Auto zum ersten Mal...oder auch nicht.

[Fortsetzung folgt]

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Der Autokauf

Ein Geduldsspiel

sunny 25 °C

Ein Auto in Südafrika zu kaufen und rechtmäßig zu besitzen ist möglich, aber alles andere als einfach. Vor 4 Jahren habe ich diese Übung schon einmal durchexerziert.

Am Anfang steht die Auswahl des passenden Fahrzeugs. Auch dieses Mal hätte ich gerne wieder einen Toyota gekauft, es war aber nix Passendes auf dem Markt. Nicht mehr als 10.000 Euro soll unser zukünftiger Overlander kosten, aber voll für Safari ausgestattet sein. Für langwierige Umbauarbeiten haben wir keine Zeit. 4-Rad-Antrieb, Dachzelt, 2. Batterie und Kühlschrank muss er haben, alles andere ist optional.

Die größte Markt für diese Art von Fahrzeugen ist in Kapstadt. Nur leider können wir dort unsere Rundfahrt nicht beginnen. Es ist einfach zu kalt dort um diese Jahreszeit. Unter 10° Grad in der Nacht im Zelt - so macht Camping keinen Spaß. Deswegen müssen wir im Norden des Landes Ausschau halten. 5 Kandidaten hatte ich in der engeren Wahl, einer blieb übrig. Ein Mitsubishi Pajero mit voller Ausstattung. Laut Annonce im Internet steht das Fahrzeug in Phalaborwa, in der Nähe des Krüger Parks, im Nord-Osten des Landes. Das würde passen, denn von dort könnten wir unseren Trip direkt nach Norden Richtung Mosambik fortsetzen und hätten es von Anfang an schön warm im Zelt.

Den Mietwagen vom Flughafen haben wir für eine Woche gebucht, mit Rückgabe in Phalaborwa. Erste Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer. Er heißt Laurence und das Auto steht nicht in Phalaborwa sondern in Hoedspruit etwa 100km südlich. Mehr erfahren wir zunächst nicht. Weitere Nachfragen ergeben, dass sich jemand namens Estie um den Verkauf kümmert, da Laurence nicht im Land ist. Telefonisch ist der Verkäufer nicht zu erreichen, alles läuft sehr zeitversetzt über Email.

Wir wollen das Auto am Samstag nachmittags sehen, da schaltet sich auf einmal ein Jaques in die Email-Konversation ein. Er ist der Auto-Doctor und Besitzer einer Werkstatt und dort steht der Wagen. Besichtigen können wir ihn aber erst am Montag, denn jetzt ist Wochenende und sie haben privat alle was vor.

Das ist für uns nicht akzeptabel, wir haben uns angekündigt und bestehen darauf heute am Samstag oder spätestens morgen eine Probefahrt zu machen. Die Hartnäckigkeit zahlt sich aus, wir bekommen am Nachmittag tatsächlich die Gelegenheit einen kurzen Blick auf den Wagen zu werfen.

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Fahren können wir dann aber erst morgen am Sonntag damit. Der erste Eindruck ist gut, der Wagen hat alles was wir brauchen. Bei der Gelegenheit stellen wir dann auch fest, dass Laurence eine Schweizerin und Estie die Frau vom Auto-Doctor ist.

Am Sonntag dann Probefahrt. Nach 2 km fängt es im Wagen furchtbar verbrannt an zu riechen. Es qualmt aus dem Aschenbecher. Wir brechen die Probefahrt ab und fahren zurück zur Werkstatt. Der Mechaniker kriecht unters Auto und gibt Entwarnung. Nur ein wenig Motoröl das beim Nachfüllen verschüttet wurde verkokelt auf den Auspuffkrümmern.
Wir sind erstmal beruhigt, aber warum ist das Auto vorne so schief? Ein Stoßdämpfer ist fest und wir lenken die nächste Probefahrt auf eine Schlaglochpiste in der Hoffnung, dass der Dämpfer sich löst. Das Einzige das sich löst ist dann allerdings ein Reservekanister vom Dach. Der war auch noch voll und sieht nach dem Absturz ziemlich verbeult aus, ist aber noch dicht und verwendbar. Nur die Halterung auf dem Dach muß neu gemacht werden.

Wir informieren Laurence per Email über den kaputten Stoßdämpfer und die Halterung und nehmen das Auto, wenn sie die Reparaturen zahlt. Wieder mal dauert es fast einen ganzen Tag bis Antwort kommt. Sie hätte gerne den Kaufpreis per Banküberweisung in die Schweiz. Langsam blicken wir durch. Ihr gehört der Wagen, mit dem ist sie 6 Monate bis rauf nach Uganda getourt. Im Prinzip genau die Route, die wir auch nehmen wollen. Um sich den Kampf mit den Behörden zu sparen, blieb der Auto-Doctor als Besitzer in den Papieren eingetragen.

Wir beauftragen die Reparaturen und erfahren, das Auto könnte am Montag Nachmittag fertig sein. Banküberweisung machen wir auf der Stelle, ziehen nur den Kostenvoranschlag der Werkstatt vom Kaufpreis ab. Wir senden Laurence einen Screenshot von der Überweisung und sind ein klein wenig euphorisch, dass nun alles so schnell geklappt hat. Daß ich als Ausländer hier in diesem Provinznest Hoedspriut keine Zulassung auf meinen Namen bekomme, ist ein kleiner Wermutstropfen. Wir machen das in Nelspruit auf dem Weg ist unser Plan.

Leider haben wie die Rechnung ohne unsere schwer erreichbare Besitzerin gemacht. Die meldet sich nämlich mal wieder nicht und ohne ihr Okay gibt der Auto-Doctor den Wagen nicht raus. Was ein Mist! Wir sitzen nun da und sind machtlos dazu verdonnert zu warten bis die Gnädige endlich mal die Zeit findet sich zu melden. Das Geld hat sie ja nun, wir aber kein Auto.

Dann halt Dienstag früh, denken wir. Denkste! Der Auto-Doctor samt Frau haben am Dienstag im Krüger Park zu tun und kommen erst gegen 15.00 Uhr zurück. Es ist zum Haare raufen. Mittlerweile ist das Okay aus der Schweiz bei uns angekommen, aber die, die uns das Auto geben sollen sind auch um 17.00 immer noch nicht da. Telefonisch erreichbar ist auch keiner. Zum Verrückt werden. Aus dem Hotel in dem wir seit 3 Tagen in Erwartung unseres Autos übernachten, sind wir ausgezogen. Zurück können wir nicht, weil ausgebucht. Nun haben wir also kein Auto und kein Bett.

Colin und Sue, gute Freunde seit meiner letzten Afrika Reise, verbringen gerade eine Woche in ihrer Ferienwohnung in Hazyview am Krüger Park, etwa 80km südlich von uns. Mit den beiden hatten wir ausgemacht heute zum Abendessen zu kommen und dort die Nacht zu verbringen. Nun können wir nicht weg, da ja immer noch die Chance besteht das Auto zu übernehmen.

Fast den ganzen Tag verbringen wir wartend im Sleepers, ein wirklich gemütliches Restaurant, aber nach 6 Stunden wird auch das ziemlich fad. Gut dass es dort WiFi gibt, denn kurz vor 6 bekomme ich eine Email. Endlich sind die Auto-Doctores wieder da. Nix wie hin! Dort ist dann noch eine Rechnung offen. Wir erfahren, dass Stoßdämpfer nur paarweise kommen und die TÜV Untersuchung müssen wir auch zahlen. Das ist uns jetzt auch ziemlich wurscht, Hauptsache wir kommen hier weg.

Die Sonne geht gerade sehr hübsch hinter den Hügeln unter, als wir uns Richtung Colin&Sue in Hazyview in Bewegung setzen. Tipi fährt Lilly, ich den Mietwagen. Der Mitsubishi heißt ab jetzt Lilly. Die Fahrt wird nicht einfach für Tipi mit dem ungewohnten Auto, manuellem Schalten mit links und Linksverkehr in der Nacht.

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Nach gut 1 Stunde sind wir bei unseren Freunden. Noch rechtzeitig zum Abendessen.

Eingestellt von tipitom 13:18 Archiviert in Südafrika Kommentare (0)

Südafrika - Teil 2

Krüger Park Safari

sunny 31 °C

Wer Tiere sehen will muss früh aufstehen. Warum nur? Können diese Biester nicht z.B. zur Mittagszeit am besten zu beobachten sein?
Schon um 6 Uhr fahren wir los, ohne Frühstück - das gibt es später unterwegs im Kruger Park. Wir können bei Colin und Sue mitfahren. Das hat den Vorteil, dass keiner von uns beiden auf die Straße schauen muss und wir uns auf Tiersichtungen im Gebüsch konzentrieren können.

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Am Tor zum Park eine lange Schlange. Autos nicht das Reptil. Außer uns haben noch viele andere den Wunsch als Erste im Park zu sein.

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Bald die ersten Parkbewohner, Geier und Kudu

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Der Tagespreis für die erste Elefantensichtung geht an mich.

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Das war der erste der Big 5. Im Lauf des Tages sehen wir bestimmt an die 100 davon.

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Dieser Bulle stand so nah, dem hätten wir auf den Kopf spucken können. Gut dass er einige Meter weiter unten an der Böschung stand.

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Giraffen sind zwar groß, aber keine der Big 5

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Dann vor uns ein Stau. Das bedeutet es gibt was Besonderes zu sehen. Im Gras dann mein erster Leopard und der letzte der Big 5 der mir noch fehlte wenn man beide Afrika Reisen zusammennimmt.

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Das Breitmaulnashorn sieht man viel häufiger als den Verwandten mit dem spitzen Maul.

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Impalas sind so ziemlich an jeder Ecke zu sehen. Fast Food für die Katzen im Park.

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Zebras gibt es hier erstaunlich wenige. Erst ganz gegen Ende der Tour sehen wir ein Paar.

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Affen mit interessanter Färbung untenrum

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Dann der 3. der Big 5 - ein Kaffernbüffel, politisch sicher nicht mehr korrekt der Name.

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Wer sich für Vögel interessiert findet hier reichlich Fotomotive.

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Flusspferde sind auch nicht schwer zu finden am Lake Panic.

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Krokodile haben wir nur von Weitem gesehen und trotz 30-fach Zoom kein gescheites Foto bekommen. Dafür diese kleine blaue Agame im Baum.

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Unsere Freunde bleiben normal immer bis kurz vor Torschuss um 18 Uhr. Heute müssen wir aber früher raus, denn wir wollen weiter nach Nelspruit und dort morgen den Behördenkram fürs Auto erledigen. Das wird unsere erste Nacht im Dachzelt und ich möchte das nicht gleich beimder Premiere in der Dunkelheit aufbauen. Wir verabschieden uns und hoffen die Beiden am Ende der Reise im Februar in Durban wiederzusehen.

Eingestellt von tipitom 04:49 Archiviert in Südafrika Kommentare (0)

Südafrika - Teil 3

Jetzt geht es wirklich endlich los

sunny 26 °C

Natürlich wurde es nichts mit dem vor-der-Dunkelheit-Ankommen. In White River, etwa 15 km nördlich der Provinzhauptstadt Nelspruit haben wir im Benmari Resort eine Luxus-Campsite reserviert. Eigene Küche und privates Bad, Strom und Schattendach. Sehr komfortabel für den Einstieg ins Camperleben. Leider ist das WiFi kaputt. Tipi kocht uns noch was Leckeres. Würstchen mit Bohnen - Campers Leibspeise.

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Im Dunkeln baue ich das Zelt für unsere 1. Nacht auf Lilly auf. Unser Schlafzimmer für die nächsten 5 Monate.

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Am nächsten Morgen wird es spannend. Da wir ohne Internet nicht recherchieren konnten, bitten wir unseren Wirt für uns herauszufinden wo wir das Auto auf uns anmelden können. Nachdem er viel herumtelefoniert hat, nennt er uns eine Adresse in Nelspruit. Die finden wir allerdings nur mit viel Mühe. Es ist irgendein Amt, was genau die dort tun weiß ich heute noch nicht, jedenfalls kann man dort keine Autos zulassen.

Wir fragen uns durch und landen in einem Büro mit einer Dame die zwar weiß wo wir hin müssen, aber die Adresse fürs NAVI kennt sie nicht. Im Büro steht noch ein Herr, scheinbar ein Vorgesetzter oder etwas Besseres, der Geldbündel einpackt und uns anbietet zum anderen Amt voraus zu fahren. Das Angebot nehmen wir gerne an. Dort angekommen fahren wir zum Hintereingang und er telefoniert nach drinnen. Heraus kommt ein weiterer Herr, den er Mr. K nennt. Er erklärt Mr. K was wir wollen und wir werden nach drinnen gebeten. Drinnen geht es genauso zu wie bei uns auf der Zulassungsstelle. Eine Menge Leute warten.

Mr. K arbeitet nun aber exklusiv für uns. Er produziert immer neue Formulare, die auszufüllen sind. Ich muss kurz über die Straße Passbilder machen. Die alte Registrierungs-Nummer, die ich vor 4 Jahren bekommen hatte, gilt zum Glück noch. Ich bin im System hier bekannt, allerdings brauche ich ein Original der Urkunde. Das hatte ich weggeworfen, da ich nicht glaubte jemals wieder ein Auto hier zu kaufen. Etwa 20 Euro kostet die Ausstellung eines Duplikats meiner Registrierungs-ID. Mr. K erledigt das für mich.

Nun da ich das gültige Dokumental habe, darf ich die Formulare für das Fahrzeug ausfüllen. Am Ende bekomme ich einen nagelneuen Fahrzeugbrief mit meinem Namen. Da wir aber in einem anderen Bundesland sind brauche ich neue Nummernschilder. Da ich die alten nicht dabei habe, muss ich morgen nochmal herkommen und das erledigen. Wir haben den Mietwagen noch bis morgen, das passt genau.

Am Nachmittag kommen endlich Alina und Frank an. Deren Irrungen und Wirrungen kann man hier nachlesen.

Alina & Franks Blog

Die beiden haben noch kein Auto, können aber hier ein Zimmer bekommen.

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Am nächsten Morgen fahre ich mit Frank wieder in die Stadt. Wir müssen den nun überflüssigen Mietwagen abgeben und ich brauche ja noch die Nummernschilder für Lilly. Für Frank kommt nun der Moment wo wir herausfinden ob er eine Halter-ID bekommen kann. Wir fragen uns zuerst bei der Zulassungsstelle durch. Dort schickt man uns zum Home Affair Amt. Nach viel herum fragen landen wir im 1. Stock bei Immigration. Die Dame dort macht uns wenig Hoffnung. Solche IDs werden an Touristen nicht mehr vergeben. Da hatte ich damals in Kapstadt wohl Glück gehabt.
Wir könnten aber am Montag wieder kommen und ihren Chef fragen.

Es bringt nichts 3 Tage zu warten um dann wahrscheinlich wieder abgewiesen zu werden. Daher beschließen wir uns wieder zu trennen. Tipi und ich fahren morgen Richtung Grenze und die anderen beiden Richtung Durban um dort ihr Auto zu kaufen. Das mit der Zulassung stellen wir erstmal zurück. Vielleicht geht es ja in Durban oder Sue und Colin können helfen.

Hier das letzte Bild bevor es los geht.

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Wir kommen genau 5 Meter weit, dann knallt es und beginnt im Auto furchtbar nach verbranntem Plastik zu stinken. War's das? Ist unser Trip zu Ende bevor er angefangen hat? Wir befürchten das Schlimmste und versuchen die Quelle des Brandes zu finden. Ich habe die 12V-Steckdose im Verdacht. Dort hatte ich einen USB-Adapter angesteckt. Die Steckdose ist nun tot, der Adapter riecht verschmort. Na hoffentlich war das das ganze Problem. Wir haben noch 2 12V-Steckdosen im Auto, die funktionieren. Mit einem anderen USB-Adapter hilft uns Frank aus. Jetzt kann es wirklich los gehen.

Viel haben wir uns nicht vorgenommen für heute. Letzte Einkäufe und gut 100km bis an zum GrenzÜbergang nach Mosambik in Komatipoort. Das mit den Einkäufen zieht sich. Es ist Samstag und viele Camping-Zubehör-Geschäfte schließen schon mittags. Nur große Supermärkte haben länger auf. Wir bekommen fast alles. Nur das Solarpanel und einen Trichter für Reservesprit finden wir nicht.

Die Sonne geht schon wieder unter als wir im Komatipoort Caravan Park ankommen. Nicht schön hier die Anlage. Kein WiFi, heruntergekommene Duschen und Toiletten, trotzdem verlangt der Typ hier frech 25€ für den Stellplatz mit Strom. Erst fahren wir weiter, aber der nächste Platz ist 30km zurück und es geht halt schon wieder Mal die Sonne unter.

Reumütig kehren wir 20 Minuten später zurück, zahlen den Wucherpreis und hoffen auf hübschere Locations auf der weiteren Reise. Ist ja nur für 1 Nacht. Campküche gibt es hier auch keine - Gelegenheit unseren eigenen Gaskocher zu testen. Es gibt Hühnchengeschntzeltes mit Nudeln und Chakalakka Sauce. Sehr lecker.

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Nächster Morgen - Frühstück, Zelt abbauen, schon fast Routine, geht immer schneller. Um 9 Uhr sind wir am Grenzübergang. Auf der Südafrikanischen Seite bei der Ausreise sind wir in 2 Minuten durch. Anders die Einreise nach Mosambik. Wie ein Schwarm Fliegen kommen etliche Schwarze auf uns zu. Habt ihr Visum, Importlizenz, Versicherung? Nein, haben wir alles nicht. Offiziell kann man als Deutscher nicht nach Mosambik ohne vorher ein Visum bei der Botschaft zu beantragen. Inoffiziell geht das super-einfach und ist sogar billiger. Versicherung kostet knapp 20 Euro für einen Monat - ein Schnäppchen. Das Visum kostet laut Preisaushang 40US$, der freundliche Beamte will aber 49US$ pro Visum. Einfach mal eben 25% mehr. Diskutieren an dieser Stelle erscheint uns nicht sinnvoll. Wir geben ihm 100US$, es wundert uns nicht als er sagt, dass er nicht rausgeben kann. Trotzdem dauert sich eine Stunde, bis wir unsere Pässe mit den Visa wiederbekommen. Zuvor wurden wir fotografiert und Fingerabdrücke genommen. Es gab ein Problem mit dem Computer beim Ausdruck, daher die Verzögerung.

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Bleibt noch die Importlizenz für Lilly. Laut den hilfsbereiten Jungs sollte das 40€ kosten. Ich frage einen Grenzbeamten nach dem Tarif dafür. Er meint das ist kostenlos. Jetzt haben die Jungs bereits alle Formulare für uns ausgefüllt und sich jeweils nach vorne gedrängt. War nicht wirklich hilfreich, da unsere Visa ja so lange gedauert hatten, aber ich einige mich mit ihnen auf 20€ für ihre Hilfe. Von dem Geld bekommen dann auch die Zollbeamten etwas, damit sie uns passieren lassen ohne irgendwas auszupacken.

Eingestellt von tipitom 23:49 Archiviert in Südafrika Kommentare (0)

Südafrika - Teil 4

Kamieskroon - Cedarberg Mountain Wilderness - Kapstadt

sunny 32 °C

Erster Halt in Südafrika nach der Grenze ist in Kamieskron. Der Platz ist so aufgeräumt und ordentlich, dass er schon steril wirkt. Die einzelnen Standplätze sind zwar durch Holzwände getennt, wären wir aber nicht alleine hier, wäre uns das trotzdem zu eng.

Hier am Northern Cape ist es fast noch heißer als in der Namib Wüste. Wir haben einen schönen gemauerten Unterstand mit Schatten für den ganzen Tag - den braucht man hier auch. Bäume gibt es in dieser trockenen Gegend allerdings nicht. Eigenes Bad haben wir nicht, allerdings sind die Gemeinschaftsduschen die besten, die wir in ganz Afrika gesehen haben. Das Ganze hat schon fast das Ambiente eines Spa.

Zu sehen gibt es in dieser Gegend allerdings nichts, deswegen geht es weiter in die Cedarberg Mountain Wikderness. Dort liegt die Cedarberg Oasis, ein Camp, dass auf meiner letzten Rundreise mein erster Stopp war und das ich in bester Erinnerung habe. Nette Leute und campen zwischen Orangenbäumen. Es roch dort immer so gut nach Orangen und morgens hatte ich immer frischen Saft für mein Müsli.

Bei Clanwilliam biegen wir von der Hauptstraße ab und es geht schon wieder mal auf Schotter weiter. 70km diesmal. Früher hat es Spaß gemacht mit dem Allradfahrzeug hier drüber zu brettern, mittlerweile ist es eine Qual. Immer die Angst, dass wieder etwas kaputt geht bei dem Gerüttel. Wir kommen allerdings heil bei der Cederberg Oasis an. Viel hat sich nicht verändert, ich bekomme wieder den selben Platz für das Auto wie letztes Mal. Leider ist die Orangenzeit vorbei. Keine Früchte an den Bäumen und sie sind nach der Ernte stark gestutzt. Nun riecht es gar nicht mehr gut, es stinkt sogar. Nach Abwasser und offener Kanalisation. Wir wollten eigentlich 2-3 Tage hier bleiben und ausspannen. Bei dem Mief ziehen wir aber schon am nächsten Tag weiter Richtung Kapstadt.

Die Fahrt durch die Cedarberg Berge ist endlich mal wieder etwas fürs Auge.

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Im Osten Kapstadts gibt es eine Farm, die zur vorübergehenden Heimat vieler Overlander geworden ist. Viele beginnen oder beenden wie wir hier ihre Reise. Ein Engländer und eine Spanierin haben hier etwas Tolles hingestellt. Viel ist noch im Bau, aber das was fertig ist reicht uns. Nur 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. werden wir hier sicher länger bleiben. Kurz vor Kapstadt machen wir unser letztes 1000km Selfie - jetzt am Ende unserer Reise mit Lilly sind es 17.000 km.

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Vom Camp aus kann man den Tafelberg 20km entfernt sehen. Traumhaft schön nach Sonnenuntergang.

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Die Wasserknappheit in Kapstadt ist hier kein Problem. Die Farmen um das Camp haben ihren eigenen Brunnen.

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Das Wochenende über tun wir erstmal nichts. Am Montag fahre ich dann in die Stadt, nachdem wir den Wagen völlig leer geräumt hatten. Das Auto braucht erstmal eine gründliche Reinigung innen und außen. 17.000 km und 5 Monate haben ihre Spuren hinterlassen. Ich finde eine Autowäsche in der Nähe, die auch jetzt noch offen hat. Wegen der Wasserknappheit mussten viele vorübergehend schließen. 2 Stunden lang bekämpfen 4 Leute den Dreck aus 6 Ländern. Motorwäsche und Unterbodenwäsche lasse ich auch gleich noch machen. Am Ende sieht Lilly besser aus als je zuvor.

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Als Nächstes hole ich mir einen Termin bei der Mitsubishi Werkstatt. Wir haben ja immer noch das Problem mit der blinkenden Allrad-Anzeige. Hier in Kapstadt haben wir nun endlich eine Werkstatt, die sich mit unserem Auto auskennen sollte. Ein sehr feiner Laden, der größte in Kapstadt. Wirkt sehr seriös und kompetent - vermutlich wird die Rechnung nicht günstig ausfallen. Nutzt aber nix, wir können nicht zu einem Billigschrauber gehen, der am Ende nicht weiß, womit er es zu tun hat.

Letzter Job für heute war die Abdeckplane für des Dachzelt genäht zu bekommen. Die Nähte an allen 4 Ecken hatten sich aufgelöst, so kann man das nicht verkaufen. Auch dafür finde ich einen Laden. 2 Stunden später habe ich wieder eine ordentlich aussehende Plane auf dem Dach.

Als ich gegen Nachmittag zurück ins Camp komme ist Tipi hellauf begeistert darüber, wie gut das Auto nun aussieht. Auch den anderen Campern hier fällt der Unterschied auf und wir werden darauf angesprochen.

Am Mittwoch in aller Früh bringe ich dann Lilly in die Werkstatt. Die haben einen Service, der einen nach hause fährt, nachdem das Fahrzeug abgegeben hat und wieder abholt sobald es fertig ist. Auch das werden wir dann wohl auf der Rechnung wieder finden. Gegen Mittag bekommen wir einen Anruf von der Werkstatt - sie brauchen mehr Zeit, das Auto muss über Nacht dort bleiben. Gut, dass einer der Bungalows hier gerade frei geworden ist. So verbringen wir die erste Nacht seit Langem nicht im Dachzelt.

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Ein richtiges Bett, Wände - nicht so schön wie man vielleicht annimmt. Wir lieben beide das Dachzelt und die Stechmücken im Zimmer verderben die Nachtruhe trotz Moskitonetz über dem Bett. Es ist einfach zu klein und die Biester stechen durch sobald man mit irgendeinem Körperteil das Netz berührt. Tags darauf hoffen wir sehr, dass wir unser Auto samt Zelt bald wieder zurück bekommen.

Eingestellt von tipitom 03:51 Archiviert in Südafrika Kommentare (0)

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