Reise blog von Travellerspoint

November 2017

Sambia - Teil 2

Quer durch den South Luangwa Nationalpark

semi-overcast 29 °C

Es beginnt mit unserer ersten Flußdurchfahrt. Nicht tief der Fluß, über Sandsäcke - hat echt Spaß gemacht.
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Auf der anderen Seite treffen wir auf einen Pick-Up voller Ranger. Von denen erfahren wir, dass der kurze Weg unpassierbar ist. Wir müssen außen herum. 5 Stunden sagte der Ranger am Eingang. Wir haben jetzt nur noch gut 3 Stunden das zu schaffen. Wir versuchen es und fahren so schnell es irgendwie geht. Schon nach einer Stunde wird klar, das wird nichts. Mehr als ein 30er Schnitt ist einfach nicht drin.

Immer wieder tiefe Schlammlöcher auf der Strecke, die durch den Wald umfahren werden müssen. Umgestürzte Bäume versperren die Straße und wir müssen uns einen Weg durch den Wald suchen.
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Dann kommt was kommen muss. In der ganzen Hetzerei versuche ich durch ein solches Schlammloch zu fahren und hatte übersehen, dass die frischesten Spuren davor von der Strecke abgingen. Autofahren ist hier manchmal wie Fährtenlesen. Etwa in der Mitte des 50m langen Schlammloches komme ich zum Stillstand. Kein Vortrieb mehr. Trotz Allrad und Diff-Sperre geht nichts mehr.
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Genau für diese Fälle sind wir mit 2 Autos unterwegs. Frankie hat sich die Sache hinter mir angesehen und war in sicherer Entfernung vor dem Loch stehen geblieben. Nun zieht er mich mit der Winde retour aus dem Sumpf. Dauert alles keine 15 Minuten.

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Eine halbe Stunde später bleibe ich wieder stecken. Zu wenig Schwung, ich verpasse es nur knapp aus einem weiteren Loch zu entkommen. Nur etwa 2 Meter hatten gefehlt bis ans rettende, feste Ufer. Dieses Mal zieht er mich per Abschleppseil die fehlenden Meter vorwärts raus.

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Mittlerweile ist klar, wir kommen niemals bis 18 Uhr ans Gate. Um das Osttor zu erreichen müssten wir mindestens 2 Stunden in die Dunkelheit hinein fahren. Ein Irrsinn bei dieser Strecke.

Auf meiner Karte ist unweit vor uns ein Ranger-Camp verzeichnet. Es ist allerdings völlig unklar, ob das so spät in der Saison überhaupt besetzt ist. Nach insgesamt 2 Stunden erreichen wir dieses Camp. Wir haben bis dahin nur 50 der 150km Gesamtstrecke geschafft.

Ein Ranger kommt auf uns zu. Er heißt Moses. Mit seinen beiden Kollegen Mike und Christopher hält er hier die Stellung gegen Wilderer. Wir hoffen die Nacht hier verbringen und morgen weiter zu fahren zu können. Er ist einverstanden. Es wäre einfach zu gefährlich die unbekannte Strecke nachts anzugehen. Wir sind die letzten Touristen in dieser Saison vor der Regenzeit, die es wagen die Nordost-Route zu befahren. Ab jetzt bis Mai ist dieser Weg unpassierbar, wir hatten Glück überhaupt so weit zu kommen.

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Wir schlagen gerade unser Camp auf, da kommt der Pick-Up vom Eingang vorbei und bietet an voraus zu fahren und uns den Weg zu zeigen. Wir lehnen dankend ab. Der Tag mit der Höllenabfahrt und den Abenteuern im Schlamm war lang genug. Wir freuen uns bereits auf unser Abendessen und eine ruhige warme Nacht im Dachzelt.

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Toiletten und Strom gibt es hier natürlich nicht. Aber es gibt einen Brunnen und damit eine erfrischende Eimerdusche für alle.

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Ein paar hübsche Echsen sind unsere Nachbarn.

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Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von unseren Gastgebern nach dem Frühstück. Für dieses improvisierte Camp im Nationalpark wollten sie nicht einmal etwas verlangen. In Tansania undenkbar. Wir geben Ihnen ein ordentliches Trinkgeld und ziehen weiter. Nun haben wir so viel Zeit wie wir wollen und können es langsam angehen lassen. Immerhin ist das hier ein Nationalpark und man könnte Tiere sehen. Leider hat die Auspuffreperatur nicht lange gehalten, Lilly röhrt schon wieder wie ein Elch. Später stellt sich heraus, dass eine Schelle nicht richtig festgezogen war und sich gelockert hatte.

Heute fährt Frankie im Land Rover voraus. Ihm ergeht es wie mir gestern und er übersieht eine Umleitung. Das Schlammloch, das er durchfahren wollte, hält ihn gnadenlos fest. Dieses Mal darf ich mich revanchieren und ihn rausziehen.
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Lilly bekommt auch heute wieder etwas ab. Zuerst reiße ich mir hinten einen Teil des Stoßfängers ab, als es sehr tief in ein Schlammloch ging, das Frankie vor mir gegraben hatte. Etwas später rutsche ich im Schlamm seitwärts und ein kleiner Baum zerschlägt mir den Außenspiegel.
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Tiere haben wir auf 100km Fahrt durch den Park nicht gesehen. Sie halten sich zu dieser Zeit alle in der Nähe des Flusses Luangwa an der Ostseite des Parks auf. Nur dort gibt es sicher Wasser. Die Schlammlöcher, die unseren Autos so zu schaffen machten, können in ein paar Tagen schon wieder trocken sein.

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Je näher wir dem Osttor kommen umso besser wird die Strecke.
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5km vor dem Ausgang dann die ersten Tiere: Warzenschweine - immerhin.

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Dann eine kleine Gruppe junger Elefanten. Sehr nah, Tipi ist nervös und treibt mich zur Weiterfahrt.

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Dann endlich das Osttor. Wir dürfen raus ohne extra zu bezahlen. Weder für Übernachtung noch für den 2. Tag im Park. Auch das wäre in Tansania undenkbar, dort hätte man uns abkassiert.

Eingestellt von tipitom 09:41 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

Sambia - Teil 3

Das Wildlife Camp

semi-overcast 29 °C

Nur 6km entfernt vom Osttor des Parks ist die Wildlife Lodge. Ein Traum von einem afrikanischen Campingplatz.

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Strom, Warmwasser, traumhafte Aussicht vom Standplatz.

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Sogar einen kleinen Swimming-Pool gibt es hier.

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Tipi macht wieder die traditionellen Pfannkuchen zum Frühstück, die es immer gibt wenn wir ein neues Land erreichen. Dieses Mal etwas verspätet, aber früher war keine Gelegenheit.

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Safaris werden ebenfalls angeboten und für ihren Fuhrpark haben sie eine gut ausgestattete Werkstatt. Den Spiegel können sie hier nicht reparieren, aber das lose Bodenblech und meinen Auspuff kriege ich hier repariert. Langsam wird das zur Gewohnheit, dass an jedem Stop ein Mechaniker unter unserem Auto liegt.

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Nun sieht man dass die Autowäsche vor 2 Tagen ziemlich für die Katz war. Lilly ist von einer Schlammkruste überzogen.

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Wir bleiben 2 Nächte. Tagsüber sehen wir Elefanten hinter dem Camp am Wasserloch.

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Ein paar Giraffen laufen auf dem Gelände. Mungos, Warane, eine Art Eichhörnchen.

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Nachts hört man die Hippos grunzen und plantschen. Sehr lästig sind die Affen hier. Sie warten auf jede Gelegenheit und klauen alles was irgendwie nach essbar aussieht. Eine offene Autotür, eine Minute nicht aufgepasst und sie sind drin und zerrupfen jede Plastiktüte. Auch geschlossene Vorratskisten sind kein Hindernis. Jede Art von Deckel kriegen sie spielend auf. Sie erbeuten im Lauf der 2 Tage 1 Paprika, 1 Zwiebel, 1 Tüte Mehl, Müsli und gekochte Nudeln.

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Am Ende der Geschichte steht es 5:0 für die Affen. Morgen brechen wir auf, damit die Niederlage nicht noch höher ausfällt.

Eingestellt von tipitom 11:03 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

Sambia - Teil 4

Game Drive im South Luangwa - Lusaka - Livingstone

semi-overcast 28 °C

Nun da Lilly mit repariertem Auspuff nicht mehr so laut röhrt, können wir auf Fotosafari gehen, ohne alle Tiere aus dem Wald zu jagen. Wir checken aus und fahren das kurze Stück zurück ans Osttor, dort kennt man uns bereits. Wir zahlen wieder die 60 Euro Eintritt für uns beide und das Auto - ein Schnäppchen im Vergleich zu Tansania.

Im Park dann wieder die üblichen Verdächtigen. Warzenschweine, Impala, Elefanten.

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Wir wollen Katzen sehen! Bei einer Rast treffen wir eine Reisegruppe aus Südafrika, die mit einem Guide unterwegs ist.

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Der markiert uns freundlicherweise auf der Karte, wo gerade ein Rudel Löwen rastet. Nichts wie hin! Tatsächlich - genau an der beschriebenen Stelle sehen wir 2 Löwen im Gras.

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Als wir näher ran fahren werden es 4. Noch näher ran...da liegen ja noch 2..oder 4?

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Und dann sind da noch 3 Welpen.

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Wir zählen nochmal durch und es sind 9 Erwachsene und 3 Kleine. 1 Dutzend Löwen!
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Wir sind vielleicht 5m weg. Tipi fährt heute und macht sich fast in die Hose, als sie das Fenster runterlässt zum Fotografieren. Eine halbe Stunde später muss sie tatsächlich mal. Toiletten gibt es hier nicht. Wir fahren 100m weg von den Löwen und sie geht mal eben fürs "Geschäft" neben das Auto. Mitten im Park, nicht wissend wo noch Löwen herumliegen - schon ziemlich abgebrüht. Aber was muss, das muss eben. Dann wieder zurück. Wir stehen hier über eine Stunde und schauen den Löwen beim Schlafen und Räkeln zu. Ein Junges macht ein wenig Action und spielt mit einer der Löwinnen. Die meiste Zeit passiert hier wenig, es sind halt Katzen und es ist sehr heiß. Die Milchbar hat durchgehend geöffnet.

Nach gut 3 Stunden Game Drive haben wir genug gesehen. In der Mittagshitze jetzt sind ohnehin fast alle Tiere irgendwo im Unterholz im Schatten und schlecht zu sehen. Nur 130km sind es heute bis Chipata direkt an der Grenze nach Malawi. Die letzte Gelegenheit im Umkreis einzukaufen. Ich bekomme endlich Ersatz für meine bereits in Malawi vor Wochen zerbissen en Crocs.

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Wir nehmen uns dort ein Zimmer, weil es wieder mal nach Regen aussieht.

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Lilly hat schon wieder kleine Probleme. Im Vorderreifen steckt ein Stück Metall. Frank und ich fahren zu einem Reifenservice und lassen es entfernen. Glück gehabt, der Reifen ist noch dicht und muss nicht geflickt werden.

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Das Metallstück war aber nicht die Ursache für die Unwucht an der Lenkung, über die sich Tipi schon den ganzen Tag beschwert hat. Frank vermutet es ist der Reifen vorne links. Der Reservereifen, den wir in der Serengeti aufgezogen hatten. Wir tauschen ihn gegen den in Tabora geflickten und siehe da, nun fährt Lilly wieder ganz ruhig. Das war auch notwendig. Denn uns stehen morgen und übermorgen 2 Etappen mit zusammen über 1000km bevor.

Die erste Etappe wird mit 570km die längste bisher. Wir brauchen Dank der hervorragenden Straße dafür nur 8 Stunden. Ankunft in Lusaka. Gegen halb 5. Meine Güte ist das dreckig und vermüllt hier. Der erste dicke Minuspunkt für dieses Land, das uns bisher so gut gefallen hat.
Unterwegs dreht sich der Tageszähler schon wieder auf Null. Zeit für unser 8000km Selfie.

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Mitten in der Stadt finden wir eine Lodge mit Campingmöglichkeit. Es ist sehr kühl, ich sitze mit Weste und Jacke abends draußen. Ein krasser Gegensatz zu der extremen Hitze noch vor 2 Tagen im Wildlife Camp. Wir sind unweit eines Einkaufszentrums und Tipi will wieder etwas Zivilisation erfahren und dort etwas essen. Alina und Frank gehen mit. Ich habe keinen Hunger und bleibe bei den Autos.

Am nächsten Tag steht uns eine 480km Etappe bevor. Es beginnt mit 70km Schlaglochpiste. Gut dass ich mit der Wirtin unserer nächsten Unterkunft telefoniert hatte, denn sie hat uns die Strecke beschrieben und auf das schlechte erste Stück vorbereitet. Wäre alles bis ans Ziel schlecht gewesen, hätten wir es an einem Tag nicht schaffen können. Aber genau wie sie es beschrieben hat, wird es danach super und wir kommen gut voran. Um 4 Uhr kommen wir in Livingstone an.

Eingestellt von tipitom 04:32 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

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