Reise blog von Travellerspoint

November 2017

Tansania - Teil 5

Ngorongoro Krater

semi-overcast 28 °C

Ein kleiner Nachtrag zur Meserani Snake Farm. Vögel haben es normal schwer bei mir in den Blog zu kommen. Aber die Vögel auf diesem Campingplatz haben es mir angetan. Vor allem die Sittiche, deswegen ein kleines Video und noch ein Foto.
.

.
large_20171101185559.jpg

Nun sind wir in Karatu, am Fuss des Ngorongoro Krater angekommen. Das war nur eine kurze Fahrt - 120km in 2 Stunden. Die Flamingo Lodge hier erweist sich als nahezu perfekter Ort für uns. Strom fast ohne Ausfälle, eine Camp-Küche, heiße Duschen, ein schattiges Plätzchen für die Autos - Tipi strahlt.

large_20171102_131141.jpg

Von hier zum Eingang zum Ngorongoro Nationalpark sind es nur noch 15km. Die Idee mit eigenen Autos da reinzufahren mussten wir aufgeben - es ist einfach zu teuer. Statt dessen buchen wir eine Tour mit einem örtlichen Tour-Operator. Das kostet allerdings immer noch 200 US$ pro Person für den Tag. Tansania ist definitiv kein Billigland.

Am nächsten Morgen geht es los. Leon ist unser Fahrer und Guide. Am Tor geht es recht zügig, obwohl etwa ein Dutzend Fahrzeuge vor uns sind. Auch hier wird wieder viel Papier produziert, aber wir sind in 15 Minuten durch.

20171101185631.jpg

Es gibt nur 3 Straßen die in den Krater führen, 2 davon sind Einbahnstraßen. Will man hinein, fährt man zunächst etwa 40km am Kraterrand entlang. Ausblick hat man hier allerdings wenig und wenn dann auf die Außenseite. Auch sehenswert.

large_20171101185648.jpglarge_Studio_20171101_190457.jpg

Der Krater wird von Maasai als Weideland genutzt.

large_20171101185638.jpg

Giraffen findet man nur hier oben, keine hat es bis hinunter auf den Kraterboden geschafft.

large_20171101185639.jpg

Bevor es die steile Strecke hinunter geht, gibt es noch einen Aussichtspunkt mit Blick über den ganzen Krater. 600m unter uns eine Büffelherde von etwa 100 Tieren. Zwar weit weg, aber immerhin schon Mal der erste der Big 5

large_20171101185636.jpg

Nach einer haarsträubenden Abfahrt gibt es gleich mal eine Verschnaufpause am Kraterboden. Erstaunlicherweise darf man hier aussteigen.

large_20171101185704.jpg
large_20171101185701.jpg

Hier gibt es anscheinend keine gefährlichen Tiere - nur Gnus und Zebras

large_20171101185658.jpg
large_20171101185656.jpg

Und ein Warzenschwein

large_20171101185711.jpg

Mehrere 1000 Gnus leben hier dauerhaft. Sie müssen nicht wandern wie ihre Verwandten in der Serengeti. Hier gibt es immer etwas zu Fressen.

large_20171101185706.jpg
large_20171101185715.jpglarge_20171101185857.jpglarge_20171101185801.jpglarge_20171101185755.jpg
.

.
Dann zieht die Karawane los. Obwohl gerade Nebensaison ist, sind sicher an die 100 Fahrzeuge in dem kleinen Park unterwegs.

large_20171101185654.jpg

Es verteilt sich aber doch ganz gut im Lauf der Safari. Größere Staus hatten wir nicht. Die Tiere interessieren sich nicht für die stinkenden Klapperkisten. Diese Büffel ignorieren uns glatt oder schauen höchstes mal gelangweilt in unsere Richtung.

large_20171101185730.jpglarge_20171101185738.jpglarge_Studio_20171101_190935.jpglarge_Studio_20171101_191113.jpg

Vereinzelt stehen Strauße in der Landschaft

large_20171101185940.jpg
large_Studio_20171101_191835.jpg

Hyänen dürfen auch nicht fehlen

large_Studio_20171101_192049.jpg

Gegen Mittag kommen wir an einen Hippo-Pool, dieses Mal ohne tote Tiere.

20171101185746.jpg20171101185748.jpglarge_20171101185743.jpglarge_20171101185753.jpg

Dann der Höhepunkt der Tour - 2 junge männliche Löwen räkeln sich in der Sonne.

large_Studio_20171101_191334.jpg

Katzen sind doch alle gleich.

large_20171101185832.jpglarge_IMG-20171101-WA0002.jpg

Dann verschwinden sie im Unterholz

large_Studio_20171101_191458.jpg

Etwas später dann 3 Löwinnen, die gespannt eine kleine Gruppe von Büffeln fixieren. Die Büffel haben die Löwen auch gesehen, überlegen ein wenig und verschwinden dann in die andere Richtung.

large_Studio_20171101_191551.jpglarge_20171101185839.jpg

Danach legt sich die Anspannung der Großkatzen.

large_20171101185846.jpglarge_20171101185851.jpg

Eine Stunde später machen wir Mittagspause an einem kleinen See. Auch darin leben Hippos, aber erstaunlicherweise darf man auch hier aussteigen. Mit uns machen noch mindestens 30 andere Touren hier Rast

large_20171101185945.jpglarge_20171101185949.jpglarge_20171101185952.jpglarge_20171101185951.jpg

Auf speziellen Wunsch Tipi's noch ein paar Vogelbilder. Kronenkranich und ägyptische Gans.

large_20171101185828.jpglarge_20171101190028.jpg

Die Landschaft hier unten ist Afrika pur.

large_20171101190032.jpg

Immer wieder stehen Zebras nahe an der Straße

large_20171101190020.jpglarge_20171101190025.jpg

Elefanten sind hier auch keine Seltenheit. Dieser hier ist nun der 3. der Big 5. Fehlt nur noch das Spitzmaulnashorn, dann haben wir auf dieser Reise alle gesehen.

large_20171101190000.jpg20171101190007.jpg20171101190008.jpg

Ein letztes Bild vom Krater auf dem Weg nach oben.

large_Studio_20171101_192317.jpg

Wir bleiben noch eine 3. Nacht in der Flamingo Lodge. Was in den nächsten Tagen auf uns an Unterkünften wartet wird sicher nicht so komfortabel sein. Leider regnet es am 3. Tag fast komplett durch. Wir sitzen mit Pullovern, Socken und Jacken in der feuchten Kälte. Afrika ist manchmal so völlig anders als man erwartet.

large_20171102_125116.jpg

Eingestellt von tipitom 03:57 Archiviert in Tanzania Kommentare (0)

Tansania - Teil 6

Lake Natron

semi-overcast 32 °C

Heute haben wir nur eine kurze Etappe von 135km zu fahren. 30 davon auf guter Teerdecke, der Rest über Feldweg, der richtig übel sein soll. Es geht zum Lake Natron, ein alkalischer, rosaroter See, mit riesiger Flamingopopulation. Als wir von der asphaltierten Straße abbiegen, geht es die ersten 40km sehr gut voran. Wieder mal tolle Landschaft mit Baobab Riesen.

large_Studio_20171105_163403.jpg

Etwas Waschbrettpiste, aber gut zu fahren. Wir freuen uns bereits auf eine frühe Ankunft als es im Innenraum plötzlich verbrannt riecht. Ich steige aus und schaue unters Auto, auf der Suche nach der Quelle. Am rechten Rad tropft eine schwarze, ölige Flüssigkeit in den Sand. Nicht gut! Bremssattel und Antriebswelle sind völlig eingesaut. Nur was ist da undicht geworden, wo kommt das Öl her? Frank sieht sich die Sache an und bemerkt die verschlissene Manschette der Antriebswelle. Erste Verdachtsdiagnose: Da kommt das Öl raus.

large_20171107135457.jpg

Mit speziellen Plastikstreifen, Isolierband und Kabelbindern flickt er die Manschette provisorisch. Was soll man auch sonst tun. Wir sind so ziemlich am abgelegensten Punkt der gesamten Afrikareise. Einen ungünstigeren Ort für einen Defekt konnte es praktisch nicht geben. Wir fahren vorsichtig weiter und checken alle 20km ob wieder etwas rausläuft. Das Provisorium hält anscheinend. Die Strecke ist schlimm und wird immer schlmmer. Tiefes Waschbrett wechselt mit Sand und Schlaglöchern. Ein-, Zweimal sitzen wir trotz großer Bodenfreiheit auf.

2km vor unserem Tagesziel ein Schlagbaum. Dort müssen wir diverse Gebühren entrichten. Für jede Person 35 Dollar und 20 fürs Auto. Davon hatten wir gelesen und bezahlen alles in bar, denn hier gibt es weder Strom noch Telefon.

Vor der Tür steht einer in grüner Montur und fragt ob wir über Nacht hier bleiben. Ich bin heute entnervt wegen dem kaputten Auto und der Hitze und denke mir, dass ihn das nichts angeht. Gesagt habe ich ihm, dass wir das noch nicht wissen. Vielleicht bleiben wir da, vielleicht auch nicht.

Er meint falls wir dableiben, müssten wir eine Genehmigung haben, die kostet rund 40 Dollar pro Person. Ich glaube ich spinne. Erstens hat uns niemand vorher gesagt, dass das hier ein Naturschutzgebiet mit Eintritt ist und daher haben wir keine Genehmigung und zweitens nervt es langsam unglaublich, dass hier überall diverse Organisationen Schlagbäume an der Strecke errichten und Gebühren für alles Mögliche verlangen. Immer in Dollar, immer mindestens 2-stellig - das in einem Land mit geschätzten Durchschnittseinkommen von 50 Dollar im Monat.

Ich habe genug von dieser Unterhaltung und lasse den Kerl stehen. Wir fahren zu unserer Campsite. Die hat schöne Aussicht, aber sonst nichts. Der Vulkan, den man in etwa 10km Entfernung sieht, ist postkartenschön. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, welches Bild das schönste ist. Entscheidet selbst welches euch am besten gefällt.

large_Studio_20171105_163456.jpglarge_Studio_20171105_163531.jpglarge_Studio_20171105_163558.jpglarge_Studio_20171105_163723.jpglarge_Studio_20171105_163757.jpglarge_Studio_20171105_163921.jpg

Verschwitzt, völlig durchgerüttelt und immer noch besorgt um unser Auto schlage ich unser Lager auf.

large_20171107135759.jpg

In der Nähe gibt es einen kleinen Wasserfall. Will man den besuchen werden 20 Dollar pro Person fällig. Immerhin ist darin der Guide enthalten, der uns morgen auch an den Natron-See begleiten wird. Nicht dass man so einen Guide unbedingt brauchen würde, aber ohne ihn und vor allem ohne extra zu bezahlen, darf man halt nicht losmarschieren.

Am Eingang zur Schlucht wird Wäsche gewaschen.

large_20171107135521.jpg

Der Wasserfall ist nicht wirklich groß oder bemerkenswert, dafür ist der Weg dorthin durch die Schlucht ein Erlebnis. Mehrfach überqueren wir hüfttief im Wasser den Fluss oder waten ein Stück darin. Sehr erfrischend nach dem langen, heißen Tag heute.

large_20171107135644.jpglarge_20171107135535.jpglarge_20171107135530.jpglarge_20171107135727.jpglarge_90_20171107135730.jpglarge_20171103_170119.jpg

Tipi zerreißt sich die Hose bei der Kletterei.
.

.

20171107135751.jpg

Abschlußfoto mit Guide

large_20171107135721.jpg

Am Weg zurück ins Dorf lauern uns Schmuckverkäuferinnen auf. Tipi und Alina kaufen natürlich beide etwas fürs Hand- und Fußgelenk.

large_20171103_174945.jpg
.

.
Bis wir im Camp sich wird es schon langsam dunkel.

large_20171103_174642.jpg

Nach dem Essen geht ein schöner Vollmond auf. Bald gehen wir in die Zelte und schlafen hervorragend hier auf 1500m Höhe in einer angenehm lauwarmen Nacht.

20171107135804.jpg

Am nächsten Morgen taucht pünktlich unser Guide auf. Wir frühstücken erstmal gemeinsam und fahren dann die 10km gemeinsam zum See.
.

.
Für den Guide haben wir Platz auf unserer Rückbank gemacht, er wollte sonst auf dem Dach mitfahren.

large_20171104_132219.jpg

Der See ist zur Zeit nicht rosarot, aber ein paar Tausend Flamingos sind es. Das Ufer ist flach und trocken, dennoch bleiben wir weit vor der Wasserkante stehen, denn unter der trockenen Schicht ist Matsch und die Gefahr zu groß hier stecken zu bleiben.

large_Studio_20171105_163011.jpglarge_20171107135806.jpglarge_20171107135846.jpglarge_20171107135848.jpg

Am Weg ein totes Zebra
.

.
Etwa 1 Stunde betrachten wir die Vögel aus der Ferne, dann gehen wir zurück zum Auto. Da warten dann wieder die Schmuckverkäuferinnen, dieses Mal brauchen wir allerdings nichts.

large_20171107135901.jpg

Wir fahren wir zurück ins Dorf. Dort wollen wir unseren Guide absetzen und direkt weiter fahren nach Loliondo. Daraus wurde dann allerdings nichts.

<Fortsetzung folgt>

Eingestellt von tipitom 06:47 Archiviert in Tanzania Kommentare (0)

Tansania - Teil 7

Boxenstopp in der Serengeti

semi-overcast 27 °C

Gestern waren wir auf dem Weg zurück vom Lake Natron als uns zwei Uniformierte mit Gewehren auf Motorrädern stoppen. Da bleibt man besser mal stehen. Der Typ von gestern, der mich so genervt hat ist auch wieder dabei. Sie wollen nun das Geld für die Übernachtung. Allerdings nehmen sie kein Bargeld, wir müssen das online bezahlen und vorab eine Genehmigung einholen. Dafür ist es nun aber irgendwie zu spät und es entspinnt sich eine längere zum Teil höchst unfreundliche Unterhaltung zwischen mir und den beiden.

large_Studio_20171108_214636.jpg

Nach endlosen Hin und Her und Telefonat mit seiner Chefin dürfen wir bar vor Ort bezahlen. Der Trick mit "wir haben nicht so viel Bargeld" hatte nicht funktioniert. Für den Fall hätte ein Auto 100km vier Stunden zum Geldautomaten und zurück fahren müssen, das andere wäre quasi als Geisel zurück geblieben. Also "finden" wir die fehlenden 100 Dollar und bezahlen zähneknirschend. Durch diese Zusatzabgabe ist uns der See und der Wasserfall preismäßig unverschämt teuer geworden. Man kann eigentlich niemanden raten mit eigenem Auto hierher zu fahren. Es ist das Geld definitiv nicht wert. Tansania bestraft Selbstfahrer wie uns bei jeder Gelegenheit. Immer wieder wird für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen ein Vielfaches an Gebühren fällig.

Mit über 2 Stunden Verspätung geht es nun an die 100km nach Loliondo. Tipi fährt und hat bald wenig Spaß an der Rüttelstrecke. Ansonsten hatte sie immer viel Freude am Off-Road-Fahren. Wir haben auch wieder Beifahrer getauscht und ich fahre bei Frank im Landrover mit. Das tut mir gut, denn so bekomme ich nicht mit wie Lilly unter der Strecke leidet.

Wir brauchen an die 4 Stunden für die Strecke - nur ein 25er Schnitt, dennoch fühlte es sich an als ob wir die Fahrzeuge an der Belastungsgrenze bewegen. Das Quartier für die Nacht ist keine wirkliche Campsite für Overlander wie uns, aber es gibt Platz für die Autos im Garten eines Guesthouse. Wir mieten ein zusätzliches Zimmer im Haus für Toilette und Dusche für uns alle. Wir sind auf 2000m Höhe und Nachts wird es hier richtig kühl. Dennoch hätten wir gerne Strom für unsere Kühlschränke. Der junge Campmanager, der aussieht wie Will Smith, überlegt kurz und hat dann eine Idee. Er bestellt einen Elektriker und lässt fur uns ein Kabel quer über den Hof verlegen. Die Steckdose wird an einen Baum geschraubt. Super!

large_Studio_20171107_194142.jpg

Wir bleiben 2 Nächte, denn für den anderen Tag haben wir einen Mechaniker gefunden, der sich unsere Lilly anschauen will. Es ist Samstag Abend und einige Einheimische laden uns ein mit ihnen zu feiern. Es gibt einen Cocktail aus Rum, Red Bull und Soda aus kleinen Eimern. Mein Brummschädel am nächsten Morgen ist die logische Folge.

Der Mechaniker taucht gegen halb 10 auf und nicht um 8 wie ausgemacht. Wegen meinen Kopfschmerzen bin ich direkt dankbar dafür. Ich muss das Zelt abbauen, denn seine "Werkstatt" ist etwa 1 km weiter. Frank fährt mit zu dieser Werkstatt, die im Prinzip aus einer Grube und einigen Schrottfahrzeugen rundherum besteht.

Nun gilt es erstmal den Fehler zu finden. Die Antriebswelle war es nicht, auch nicht das Differential. Es stellt sich heraus, dass die in Südafrika neu eingebauten Stoßdämpfer geplatzt sind. Das Öl auf der rechten Seite stammte aus einem der Dämpfer. Ersatz ist hier nicht zu bekommen, also lassen wir den Mechaniker alles wieder zusammen bauen.

Damit er wenigstens ein Erfolgserlebis hat lasse ich ihn die Wisch-Wasch-Anlage reparieren. Ich vermute nur einen losen Schlauch, denn wenn man Wasser einfällt kommt das sofort wieder unten raus. Das Problem hatten wir schon von Anfang an, aber jetzt mit dem vielen Staub hätten wir schon gerne saubere Scheiben. Mit dem Erfolgserlebis für den Mechaniker wurde es leider nichts. Ein Tier hatte Schlauch und Behälter völlig zerbissen - Reparatur unmöglich, Ersatzteil hier nicht zu beschaffen.

Studio_20171107_191610.jpg

Frank hat aber eine Idee.

Studio_20171107_191757.jpgStudio_20171107_191825.jpg

So provisorisch das auch aussieht, es funktioniert und wir haben nun saubere Scheiben.

Zurück an der Campsite treffen wir ein deutsches Paar das mit Miet-Overlander unterwegs ist. 3 Wochen Safari in diversen Parks. Was die Beiden da machen kostet aber mal so richtig viel. Mehr Geld für weniger Komfort kann man wohl kaum wo in der Welt ausgeben. Das Erlebnis zählt.
Am Abend regnet es schon wieder, sehr ungemütlich. Die Regenzeit ist nun wirklich gekommen und wir müssen zusehen, dass wir schnell nach Süden ins Trockene fahren.

In dieser Nacht schlafe ich sehr schlecht. Die letzten beiden Etappen waren übel und was uns nun bevorsteht ist Quasi die Königsetappe über Stock und Stein. 280km, quer von West nach Ost durch die ganze Serengeti. Kein Dorf, keine Tankstelle, keine Werkstatt auf der gesamten Strecke. Wenn da bloß mal nichts kaputt geht. Dazu kommt nun die Erkenntnis, daß wir alles praktisch ohne Stoßdämpfer fahren müssen. Der vorne rechts ist nutzlos und die anderen 3 völlig am Ende. Diese Rüttelpisten ohne Dämpfung zu fahren ist für Mensch und Material eine Folter.

Für die ersten 60km brauchen wir 2 Stunden, das geht eigentlich. Schon der Weg zum Eingang der Serengeti ist so übel, dass mir die Halterung der Reservekanister fast vom Dach fliegt. Ich schütte den Inhalt der Kanister in den Tank und werfe die leeren Blechkanister ins Auto, wo sie in den nächsten 9 Stunden höllischen Lärm machen.

Wir sind um 9 Uhr am Eintrittstor zur Serengeti. Kleins Gate - der nördlichste Punkt unserer Afrika-Rundfahrt. Ab nun geht es quasi nach hause. Der Ranger dort kassiert das Geld und klassifiziert unsere Fahrzeuge als zu leicht, daher sparen wir pro Auto an die 100 Euro für die Durchfahrt. Da war unsere Laune noch prima.

Studio_20171107_194106.jpg

Die Piste fordert meine ganze Aufmerksamkeit, ich habe kaum einen Blick für die riesigen Gnuherden, die Zebras, Giraffen und Büffel.

large_Studio_20171107_192137.jpglarge_Studio_20171107_192215.jpglarge_Studio_20171107_192252.jpg

Wir müssen aufs Tempo drücken, denn um 18 Uhr macht das Tor auf der anderen Seite des Parks zu und bis dahin müssen wir durch sein. 9 Stunden klingt reichlich für 200km, war aber kaum zu schaffen. Ich fahre so schnell es die Piste zulässt, wir machen kaum Pausen für Fotos und trotzdem schaffen wir in den ersten 4 Stunden nichtmal einen 25er Schnitt.

Für eine Gruppe Elefanten, die die Straße kreuzen müssen wir anhalten.

large_Studio_20171107_192755.jpg
large_Studio_20171107_192648.jpglarge_Studio_20171107_193552.jpg

Ebenso für diese Schildkröte

large_Studio_20171107_192937.jpg

Eine Topi-Antilope posiert fürs Verbrecheralbum

Studio_20171107_192402.jpgStudio_20171107_192513.jpgStudio_20171107_192550.jpg

Gegen Mittag dann doch eine kurze Essenspause an einem Hippo-Pool

Studio_20171107_192846.jpglarge_Studio_20171107_193310.jpglarge_Studio_20171107_193355.jpg
.

.
Dann spinnt unser Navi und wir Verfahren uns auch noch. Wenigstens hatten wir eine schöne Aussicht dabei.

large_Studio_20171107_193019.jpglarge_Studio_20171107_193117.jpg

Für diese kleinen Mungos hielten wir kurz an und machten Fotos, was wir sofort bereut haben. Durch die offenen Fenster kamen ein Dutzend Tse-Tse Fliegen ins Auto. Bevor wir alle erledigt hatten haben wir etliche Stiche abbekommen.

large_Studio_20171107_193810.jpglarge_Studio_20171107_194001.jpg

Hier noch ein paar Impressionen vom hässlichsten Vogel im Park.

large_Studio_20171107_193635.jpglarge_Studio_20171107_193711.jpglarge_Studio_20171107_193743.jpg

Um 4 Uhr, 40km entfernt vom rettenden Gate, zieht der Wagen plötzlich heftig nach links. Frank, der hinter mir fährt, funkt, dass mein Vorderreifen platt ist. Er war mit Alina zurück geblieben um ein Rudel Löwen zu beobachten. Tse-Tse hin, Löwen her. Ich steige aus und betrachte den Schaden. Der Reservereifen muss her. Viel Zeit haben wir nicht. Alles muss jetzt schnell gehen.

Wagenheber, Radkreuz raus - verdammt wo ist die Verlängerung? Ich schmeiße das ganze Werkzeug auf die Straße auf der Suche danach. Nix! Frank hilft aus mit einer Ratschenverlängerung. Zu zweit nehmen wir den platten Reifen ab und montieren das Reserverad. Ich werfe das ganze Werkzeug wieder ins Auto. Alles zusammen dauert nichtmal 20 Minuten.

Nun aber Gas! Ich fahre was geht, fliege mehrfach fast aus der Bahn, aber wir schaffen es tatsächlich sogar bis 5 Uhr zum Gate. Das ist das Foto am Ausgangsgate. Es ist mehr ein "Wir haben es geschafft"-Bild geworden. Tipi möchte sich heute am liebsten nur noch in Cocktails ertränken.

large_Studio_20171107_192054.jpg

Vom Gate zur Campsite sind es nur noch 2km. Es langt auch wirklich für heute. 10 Stunden Fahrt waren mehr als genug. Wir schaffen es gerade noch unser Lager aufzuschlagen, bevor der Regen kommt. Auf Kochen hat heute keiner mehr Lust. Obwohl es ein brauchbare Campküche gibt, gehen wir nur noch an die Bar der Lodge und essen dort eine Kleinigkeit. Cocktails gab es dort nicht, was Tipi mit folgendem Zitat kommentierte:
"Da will ich mich mal besaufen und nicht mal das klappt hier"

Am Klo hängen hier 2 Fledermäuse, Tipi findet sie sehr niedlich.

large_Studio_20171107_194212.jpg

Genau wie diesen Grashüpfer

large_Studio_20171108_220319.jpg

Nach der gestrigen Tortur brauche ich einen Pausetag. Wir nutzen ihn um das Chaos im Auto zu beseitigen und Tipi putzt was geht, um den Staub der letzten 3 Tage los zu werden. Abends kochen wir wieder am offenen Feuer. Unter dem Feuerholz war diese Kleine versteckt.

large_20171108215505.jpg

Es gibt Bratkartoffeln mit Spiegelei und Bohnen.

large_20171108215506.jpglarge_20171108215508.jpg

Eingestellt von tipitom 10:40 Archiviert in Tanzania Kommentare (0)

Tansania - letzter Teil

Serengeti-Tabora-Mpanda-Sumbawanga - 1000km in den Süden

overcast 26 °C

Der Tag Pause im Serengeti Stop-Over Camp tat gut. Obwohl das Wetter immer schlechter wurde. Es regnet nun auch tagsüber - in der Nacht sowieso. Camping im Regen ist einfach nicht lustig. Es wird kühl und nichts mehr ist so richtig trocken. Wir müssen dringend Richtung Süden, dort kommt die Regenzeit später als hier in Äquatornähe - zumindest statistisch. Wir wollen auf keinen Fall diese grausamen Pisten der letzten Tage befahren wenn sie zu aufgeweichten Schlamm-Rutschbahnen geworden sind.

Das Restprogramm für Tansania wird zusammengestrichen. Wir wollten ein paar ruhige Tage am Viktoria-See verbringen - gestrichen. Danach wollten wir an den Tanganyika See - ebenfalls gestrichen. Beide Seen eignen sich wegen Verschmutzung und starker Verseuchung mit Bilharziose ohnehin nicht zum Baden. Dazu das Regenwetter - wir verpassen nicht viel.

Statt dessen machen wir auf dem Weg nach Süden nur einen kurzen Abstecher ans Seeufer. Wir finden ein verlassenes Camp. Kein Wunder, Touristen bleiben weg, die Probleme des Sees haben sich herumgesprochen.

large_20171113150526.jpglarge_20171113150524.jpglarge_20171113150522.jpg

Von hier wollen wir so direkt wie es nur irgendwie geht nach Süden. Das Problem dabei - wir sind völlig abseits aller touristischen Routen. Es gibt keinen Campingplatz auf den nächsten 1000km. In meiner Overlander App finde ich ein Hotel in Tabora, eine mittelgroße Stadt auf unserer Strecke. Die Bewertungen früherer Besucher klingen nicht schlecht. 400km entfernt, sollte auf Teerstraße zu schaffen sein.

large_20171113150527.jpg

Unterwegs unser 6000km Selfie

20171113150528.jpg

Indischer Besitzer, gutes Essen, sicheres Parken. Das Hotel liegt im Stadtzentrum, die Umgebung alles andere als ruhig, sicher oder vertrauenerweckend. Tipi möchte am liebsten sofort weiter. Ich setze mich durch - wir bleiben. Es gibt Doppelzimmer, Komfort-Doppelzimmer und 2 Suiten. Wir nehmen die Suiten - warum auch nicht, kostet gerade mal 20 US$ pro Zimmer. Das zahlen wir sonst fürs Camping. Im Hof gibt es eine Steckdose an die wir uns anschließen dürfen - perfekt!

large_20171113150531.jpg

Nun wird es wieder richtig offensichtlich wie Selbstfahrer und Camper hier in Tansania abgezockt werden. Man kann nur jedem abraten dieses Land mit eigenem Auto zu bereisen. Wenn eine Hotel-Suite in einem Land ebensoviel kostet wie Camping ohne Strom, Toiletten oder fließend Wasser - dann sollte man einfach woanders hinfahren mit seinem Dachzelt. Die Länder im Süden machen es vor wie es geht.

Die Campküche bleibt kalt, wir essen abends im Restaurant. Es schmeckt vorzüglich.

large_20171111_182032.jpglarge_20171112_191617.jpg

Ich erzähle dem Wirt von meinem Autoproblem. Platter Reifen, Stoßdämpfer kaputt. Er meint kein Problem, morgen kommt jemand und repariert das. Das habe ich schon mal gehört in Wasso. Hier besteht aber mehr Hoffnung, denn das ist eine richtige Stadt und Ersatzteile sollten hier einfacher zu bekommen sein.

Tatsächlich rücken am nächsten Morgen 3 Mechaniker an und legen sich unters Auto. Den platten Reifen bringt der Wirt persönlich weg. Eine Stunde später haben wir die beiden neuen Dämpfer und nebenbei wird auch noch hinten ein Stabilisator getauscht. Der Reservereifen ist mittlerweile auch geflickt und mit einem Schlauch versehen worden. Für all das bezahlen wir etwa 120 Euro. :-)

large_20171113150533.jpg20171113150535.jpg20171113150536.jpg

Die Frauen fahren in der Zeit zum Einkaufen

large_20171113150555.jpglarge_20171113150600.jpg

Es gefällt uns so gut, dass wir noch eine 2. Nacht bleiben. Am nächsten Tag haben wir 350km vor uns nach Mpanda. Die Straße soll schlecht sein, wie schlecht schlecht sein kann merkten wir bald. Wenigstens haben wir die neuen Dämpfer.
.

.
Tipi fährt die ersten 100km, dann gibt sie entnervt auf. Was war passiert? Der Klang unserer Lilly wurde irgendwie immer lauter. Kurzer Stopp, ich schaue unters Auto - da bläst der Auspuff, ist irgendwo undicht geworden. Kann man ja jetzt nicht ändern, also weiter fahren. Die Strecke ist wirklich übel. Wieder mal Rüttelbrett und Schlagloch-Slalom. Extrem anstrengend zu fahren. Dann wird es nochmal lauter. Ich schaue wieder unters Auto - nun ist der Auspuff ganz ab. Direkt am Topf abgerissen. Auch nicht zu ändern, Lilly röhrt nun wie ein Hirsch.

Tipi reicht es. Ich fahre weiter. Nach nochmal 100km ein kratzendes Geräusch unterm Auto. Nun haben wir den hinteren Teil des Auspuff komplett verloren. Ich werfe das Teil auf die Rückbank und weiter geht es.

Langsam reicht es uns. Jeden Tag verliert dieses Auto irgendein Teil. Zwar kein Wunder nach mittlerweile 1000km Dirt-Road, aber es sollte jetzt echt mal aufhören mit den Defekten. Wir konnten zwar immer weiter fahren und haben es irgendwie repariert bekommen, aber das Vertrauen in das Fahrzeug ist dahin. Das Gelände ist einfach zu anspruchsvoll für einen 18 Jahre alten Pajero, so scheint es. Jedes neue Klappern lässt uns aufschrecken, was könnte nun wieder kaputt sein?

Nach 10 Stunden erreichen wir endlich das Ziel. Mpanda - ein übles Nest im Nirgendwo. Es gibt nur ein einigermaßen akzeptables Hotel im Ort. Wir haben keine Wahl und nehmen die besten Zimmer die sie haben. Kostenpunkt 6 bzw. 8 Euro. 8 Euto war die Suite hier. Kann man nicht viel erwarten. Restaurant gab es auch, das Essen war ein Debakel. Huhn mit Pommes und Ei. Ich wusste gar nicht wie zäh so ein Huhn werden kann im Lauf seines langen Lebens.

Als wir abends im Zimmer sitzen klopft es. Vor der Tür stehen 2 Beamte von der Einwanderungsbehörde. Sie schauen sich unsere Pässe und die Visa genau an, machen schließlich sogar Fotos von den Pässen. Sie sind auf der Suche nach illegalen Einwanderern. Da muss man natürlich bei 4 Deutschen ganz genau schauen, die Flüchtlingswelle die von Deutschland nach Tansania schwappt ist ein ernstzunehmendes Problem. Da muss man es in einem Nest in der hintersten Provinz Tansanias schon ganz genau nehmen. Irgendwannn ist das Boot eben voll. Demnächst wird es hier sicher eine Obergrenze für deutsche Flüchtlinge geben müssen.

Hier bleiben wir sicher keinen 2. Tag und brechen früh am nächsten Tag auf. Es geht nach Sumbawanga. Wir bekamen die Info, dass alles geteert sei bis dorthin. April-April, nur die ersten 30km ging es auf Teer, dann kam wieder das bekannte Rütteln, Schütteln und Schlagen. Tipi hat so was von die Nase voll von diesem Land und seinen Horror-Pisten, sie will nur noch auf schnellstem Weg hier raus. Im Mittelteil der heutigen Etappe liegt der Katavi Nationalpark. Ein absoluter Geheimtipp für Tierfreunde. Weil der Park so abgelegen ist trifft man hier nie andere Touristen. Keine organisierte Tour tut ihren Kunden diese Strecken an. Wenn man nur durchfährt, so wie wir, dann kostet es nichtmal etwas. Gleich am Eingang ein riesiger Tümpel. Genau hinschauen , das was aussieht wie eine Schlammlawine, das sind Hippos dicht an dicht.

large_20171113150559.jpglarge_20171113150557.jpg

Etwas später sahen wir noch Giraffen und im Dickicht große Büffelherden. So richtig Lust auf Tierbeobachtungen haben wir allerdings heute nicht. Lilly röhrt immer noch und ich habe alle Augen auf der Straße, die wieder einmal unterirdisch schlecht ist. Die Hoffnung, dass außerhalb des Parks wieder Teerstraße ist zerschlägt sich. Ich habe mich schon damit abgefunden bis ans heutige Tagesziel weiter von Loch zu Loch zu hüpfen, da entfährt Tipi ein Schrei. Ich denke: Totes Zebra? Toter Hund? Nein! Sie schreit: Teerstraße!! Teerstraße!! Juhuh! Tatsächlich, wir empfinden die letzte Stunde gleiten auf glattem Untergrund wie ein Geschenk.

Wieder ist es ein Hotel, das wir für die Nacht auswählen. Wir bekommen 2 ordentliche Zimmer und Strom für die Autos. Da wäre noch der kaputte Auspuff. Ich frage den jungen Mann an der Rezeption nach einer Werkstatt. Er kümmekt sich drum und kurz darauf stehen 2 Männer vor mir, die den Auspuff gleich auf dem Parkplatz reparieren wollen. Von mir aus, denke ich, Hauptsache es hält. Sie machen sich an die Arbeit. Nach etwa einer Stunde sind sie soweit fertig, allerdings muss noch etwas geschweißt werden. Das können sie nicht hier, dazu muss ich mit einem der beiden zu einem anderen Mechaniker fahren, der eine Grube hat. Mit einem Elektroschweissgerät Marke Eigenbau macht der sich ans Werk. Nach 30 Minuten ist alles fertig und der Auspuff hält und ist dicht.

Zur Feier des Tages gehen wir abends alle in die Bongo Bar. Laute Musik, kühles Bier, die Mädels ergattern eine kleine Flasche Gin und mixen sich Gin-Tonic.

large_20171113_204211.jpglarge_180_20171111_212727.jpg

Nächster Morgen, letzte Etappe in Tansania. Nur noch etwa 100km, teilweise asphaltiert, um halb 12 sind wir an der Grenze. Die Ausreiseformalitäten dauern rekordverdächtige 45 Minuten. So akribisch und langsam wurden unsere Papiere noch nirgends untersucht, geprüft und gestempelt. Eigentlich kein Wunder, denn schon bei der Einreise erwiesen sich Tansanias Beamte als Zeitdiebe erster Güte. Danach kommen 2km Niemandsland und dann stehen wir vor dem verschlossenen Tor nach Sambia.

large_20171113150602.jpglarge_20171113150604.jpg

Das,war es dann von Tansania. 25 Tage, gut 3000km.

large_Studio_20171112_071419.png

Ich könnte nicht behaupten mich in dieses Land verliebt zu haben. Auf der Haben-Seite steht ganz allein die einzigartige Tierwelt. Andererseits ist dieses Land so schwierig und teuer zu bereisen, dass man die Natur nicht wirklich genießen kann. Miserable Infrastruktur, unverschämte Preise, niedrige Qualitätsstandards - Selbstfahrern kann man nur dringend abraten hierher zu kommen. Es ist mehr ein Ziel für organisierte Reisen.

Eingestellt von tipitom 03:03 Archiviert in Tanzania Kommentare (0)

Sambia - Teil 1

Kasama - Mpika - bis zum South Luangwa Nationalpark

semi-overcast 29 °C

50 Dollar kostet das Visum für Sambia - teurer als erwartet. Als ich vor 4 Jahren hier war kostete es noch 20 Dollar. Dafür war das Auto billig, nur 25 Euro Carbon-Tax. Es dauert wieder alles scheinbar unendlich. Am Ende sind es wieder 2 Stunden - das scheint das Minimum an Zeit für Grenzübertritte zu sein. Als wir endlich weiter fahren dürfen, ist die Straße unglaublich schlecht. Statt der 3km, die der Grenzer uns versprochen hatte, sind es die ganzen 30km bis Mbala.

Ab da bis Kasama top Teerdecke, ohne Löcher, ohne Speed-Limit. Super zu fahren.
.

.

.
Wir kommen früher an als geplant. Darf ja auch mal sein. Das waren heute 300km inklusiv Grenzübertritt. Kurz vor Kasama das 7000km-Selfie.

20171116144705.jpg

In Kasama finden wir eine wunderbare Lodge, betrieben von einem pensioniertem britischem Lehrerehepaar. Wir hätten auch im Hof campen können, entscheiden uns dann doch für ein Cottage für alle 4. Wir lassen uns noch bekochen, sehr lecker.

large_Studio_20171116_182313.jpg

Im Garten hängen hunderte Fruchtfledermäuse in den Bäumen und veranstalten ein Höllenspektakel. Tipi findet ein Riesenmotte im Bad.

large_Studio_20171116_182112.jpg

Vorher waren wir noch einkaufen in einem richtigen Supermarkt. Der erste seit 5000km. Telefonkarten brauchen wir auch wieder. Neues Land, neues Geduldsspiel. Formulare müssen ausgefüllt werden, Pässe werden fotografiert - es dauert wieder über eine Stunde bis alles aktiviert ist.

large_Studio_20171116_182142.jpg

Nächster Tag, weiter nach Mpika, wieder Top-Straße, keine Polizei, so macht das Spaß. Durch Ortschaften ist die Geschwindigkeitsbegrenzung 80km/h. Viel zu schnell! Es sind viele Menschen an der Straße - wir fahren freiwillig langsamer als das Limit.

In Mpika hat ein Deutscher eine Lodge und verlangt kein Geld von Campern. Wir bekommen einen schönen Platz, warme Dusche, Strom - Wahnsinn! Bereits nach 2 Tagen ist uns Sambia sehr sympathisch. Sintflutartiger Regen dann am Abend macht Selbstkochen unmöglich. Als Gegenleistung verzichten wir auf Selbstversorgung und gehen in sein Restaurant Pizza essen. Lilly bekommt vorher noch eine Wäsche.

large_Studio_20171116_182403.jpg

Wir schauen zu wie die Jungs mit Dampfstrahler und Lappen unser Auto unter dem Dreck hervorbringen.

Studio_20171116_182427.jpglarge_20171116144715.jpg

Wir kommen mit dem deutschen Besitzer ins Gespräch und er hat sehr beunruhigende Informationen für uns. Der geplante Weg durchs Nordtor in den South Luangwa Park ist nach den Regenfällen der letzten Tage seiner Meinung nach unpassierbar. Klebriger Schlamm macht ein Durchkommen unmöglich. Eine andere Route bedeutet 300km Umweg nach Norden - ausgeschlossen. Ich bin ziemlich frustriert. South Luangwa war einer meiner persönlichen Höhepunkte der gesamten Reise.

Wir überlegen hin und her und beschließen am nächsten Tag zumindest bis an die Kante des Rift-Valley zu fahren. Wir sind auf einer Hochebene auf ca. 1500m, der Park liegt tiefer, auf 600-1000m. Wir wollen uns zumindest den schönen Ausblick von dort oben gönnen, wenn wir schon nicht rein fahren können. Vor Ort hoffen wir auf verlässlichere Info bezüglich Befahrbarkeit der Route durchs Nordtor.

Der Tag beginnt mit schönen 30km auf Teerdecke, dann kommen 50km über Stock und Stein. Wir erreichen Chakonde, das letzte Dorf bevor es steil den Berg hinunter geht. Ein Einwohner bedient eine Schranke und meint wir könnten es probieren. 22km weiter unten im Tal ist der Eingang zum Park. Die Ranger dort wüssten sicher, ob es möglich ist den Park von Nordwesten nach Osten zu durchquerern. Wir riskieren den Abstieg mit der vagen Hoffnung weiter fahren zu können und nicht von den Rangern zurück geschickt zu werden. Das heutige Tagesziel zu erreichen wäre in diesem Fall allerdings aussichtslos. Wir müssten irgendwo entlang der Strecke im Busch übernachten. Auch das nehmen wir in Kauf.

Was nun kommt lässt alles Bisherige wie einen Ponyhof erscheinen. Die Golodi Road in Malawi war wirklich schlimm, diese Abfahrt ist ein Alptraum. Auf halber Strecke machen wir eine Picknick-Pause. Wir hatten heute noch kein Frühstück. An einer der wenigen horizontalen Stücke bauen wir mitten auf dem Weg unseren Campingtisch auf und machen Brotzeit.

large_20171116144718.jpg

Vorher müssen wir an Lilly wieder einmal etwas befestigen. Das Bodenblech hatte sich gelockert, 4 Kabelbinder helfen erstmal provisorisch.

large_20171116144716.jpg

Derart gestärkt geht es weiter bergab über Felsbrocken und Geröll. Mit Straße oder Weg hat das hier nichts mehr zu tun. Hier geht man zu Fuß oder mit einem Esel. Mit einem Auto zu fahren ist einfach irre. Ein Land Rover ist für dieses Gelände vielleicht geeignet, unser Pajero ist definitiv über seiner Grenze. Das Auto heil runter zu bringen ist das Einzige was nun zählt.
.

.
Nach 1 Stunde haben wir die 4km Abstieg geschaffft. Ein leicht verbogenes Trittbrett ist die einzige Blessur, die unsere Lilly abbekommen hat. In einer Kehre hatten sich einige große Felsbrocken vor dem Reifen verklemmt. Während ich die Brocken wegräume, damit es weiter gehen kann, schließt ein Landcruiser zu uns auf. Der einzige andere Fahrzeugtyp, neben einem Land Rover, dem man so eine Strecke zumuten sollte.

Der Fahrer, ein Deutscher, macht uns wenig Hoffnung. Mit einem Pajero sei der Weg zum Osttor des Parks kaum zu schaffen. Es gibt allerdings eine Alternativroute, die ist viel länger, würde uns aber den Weg zurück hinauf ersparen. Alles ist mir lieber als diesen Abhang wieder rauf zu fahren. Er weist uns noch auf die richtige Route und unsere Wege trennen sich. Etwa 6km später stehen wir dann endlich vor der Schranke am Nordtor.

large_20171114_143128.jpg

Ein Ranger kommt auf uns zu. Ich versuche sein Gesicht zu lesen. Schickt er uns zurück? Keineswegs - er meint wir können es schaffen. 80km in 2-3 Stunden über den kurzen Weg. 2 Flussdurchquerungen gilt es dabei zu bewältigen, aber es sollte gehen. Wir freuen uns wie Schulkinder die auf den Ausflug gehen dürfen.

90_20171116144720.jpg20171116144723.jpglarge_270_20171116144725.jpg

Wenn nicht gibt es noch einen langen Weg, 150km, 5 Stunden. Der geht auf jeden Fall. Aha! Ich gebe zu Bedenken, dass es bereits halb 3 ist und um 18 Uhr wieder Mal auf der anderen Seite das Tor schließt. Das selbe Dilemma wie vor einer Woche in der Serengeti. Ein Rennen gegen die Zeit. Nur dieses Mal ist es unmöglich zu schaffen, falls der kurze Weg unpassierbar ist. Er ist wenig beeindruckt und meint nur, dass wir dann eben den kurzen Weg fahren sollen.

Wir füllen die nötigen Formulare aus, bezahlen und los geht es. Vor uns jungfräuliche Piste, nicht sehr vertrauenerweckend. Zuletzt ist hier vor einer Woche jemand gefahren. Das war vor dem heftigen Regen vorgestern.

large_20171116144726.jpg

Hätten wir gewusst was uns auf den nächsten 150km erwartet, hätten wir uns vielleicht etwas weniger gefreut.
Hier der Link zum Blog unserer Mitfahrer.

Frank & Alina Blog

Eingestellt von tipitom 09:24 Archiviert in Sambia Kommentare (0)

(Einträge 1 - 5 von 8) Seite [1] 2 » Nächste