Reise blog von Travellerspoint

Oktober 2017

Mosambik - Teil 4

Endlich vereint

semi-overcast 26 °C

Nachmittags ist es dann endlich so weit - unsere Verstärkung ist eingetroffen. Alina und Frank haben es endlich geschafft uns einzuholen.

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Am nächsten Tag kann es endlich los gehen auf die große Fahrt nach Norden.

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Zur besseren Verständigung unterwegs haben wir Walkie-Talkies.

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Wir wollten um 8 Uhr los, daraus wurde nichts, denn Alina braucht dringend eine SIM Karte um in den letzten 3 Tagen hier in Mosambik Internet Zugang zu haben. Das dauerte eine Stunde - nichts geht hier schnell - und brachte erst Mal nichts, denn die Karte ließ sich nicht aktivieren.

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Mit Verspätung ging es dann endlich los. Unterwegs einige Hindernisse - tierische und technische.

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Heute sind es etwa 360km bis zum Tagesziel. Südlich von Chimoio habe ich ein Camp gefunden. 360km, das klingt nach nicht viel, aber die Straße nördlich von Inhambane gehört zu den schlechtesten Asphaltpisten der Welt. Schon vor 4 Jahren bin ich diese Strecke von Nord nach Süd gefahren und erinnere mich nur mit Schaudern daran. Es ist die Auto höllischen auf Erden. Auch mit Geländefahrzeuge eine Folter für Fahrwerk und Insassen.
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Das Ndzou-Camp liegt etwas abseits der Hauptstrecke. 40km geht es über eine Staubpiste, fast eine Verbesserung gegenüber der Teerstrasse mit ihren tiefen Löchern. Die letzten 30km haben wir Glück und erwischen ein Stück Straße das erst vor 2 Jahren fertig gestellt wurde und noch keine Löcher hat. So kommen wir tatsächlich noch bei Tageslicht an.
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Mitten im Wald findet sich für beide Autos ein schönes, fast ebenes Plätzchen.

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Viel Komfort kann man hier nicht erwarten. WiFi, Campküche, heißes Wasser - eher nicht. Aber wir sind bestens ausgerüstet und vorbereitet.

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Am nächsten Morgen dann eine Überraschung - dichter Nebel. In der Nacht hatte es leicht geregnet.

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Von den Bäumen tropft es, nun kommt unser Gazebo zum Einsatz. Darunter bleibt alles schön trocken.

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Wir haben gestern eine geführte Wanderung durch den Dschungel gebucht. Hier leben Waldelefanten und Jose, unser Guide soll uns hin führen.

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Der Nebel ist allerdings immer noch zu dicht. Wir sind umsonst um 6 Uhr aufgestanden. José bricht die Wanderung ab - zu gefährlich bei der Sicht. Falls wir auf Elefanten treffen sind wir zu dicht dran. Wir warten einige Stunden und gehen nach dem Frühstück nochmal los.

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4 Stunden laufen wir durch den Wald, aber außer den Hinterlassenschaften der Elefanten sehen wir nichts von den Tieren.

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Unten am Fluß war noch die höchste Chance welche zu sehen, aber auch hier nichts.

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Eine kleine Schlange war die einzig bemerkenswerte tierische Begegnung.

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Wir bleiben noch eine 2. Nacht in der es so richtig schüttet. Erste Wasserprobe für unser Dachzelt. Es ist dicht, bis auf eine kleine feuchte Stelle auf der Matratze. Frank hat Pech und muss sein Zelt im strömenden Regen abbauen. Bei uns gibt es auch etwas Aufregung, denn der Autoschlüssel ist plötzlich unauffindbar. Wir suchen den Boden um das Auto und im Auto - nichts. Die Suche dauert bald eine halbe Stunde, wir haben nur den einen Schlüssel und ohne ihn können wir nicht weg. Ich beginne alles von der Rückbank auszuräumen und ganz unten hinter dem Fahrersitz liegt er dann. Endlich kann es los gehen, wieder mit einer Stunde Verspätung. Heute haben wir 470km vor uns. Wir wissen nicht in welchem Zustand die Straße ist und es gibt keine Möglichkeit unterwegs zu ühernachten. Der Zielort heute heißt Tete und ist so etwas wie eine Großstadt am Sambesi-Fluß. Die Landschaft verändert sich langsam, es wird immer trockener und am Straßenrand bizarre Baobab Bäume.
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Die Straßen waren überraschenderweise ausgezeichnet und wir kommen so gut voran, dass wir noch bei Tageslicht unser Camp am Flußufer aufbauen können.

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Gefolgt von einem schönen Sonnenuntergang.

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Der Platz hat alles was man so als Camper braucht. Große Campküche, warmes Wasser in den Duschen - perfekt für uns.

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Nach dem Abendessen dann ein gruseliger Besucher - aber völlig harmlos.

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Es gefällt uns so gut, daß wir auch hier noch einen 2. Tag bleiben. Wieder einmal Zeit für Inventur der Lebensmittel.

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Sieht nach viel aus, aber für 4 Monate für 4 Personen reicht das sicher nicht.

Am nächsten Tag sind es noch gut 100km bis zur Grenze nach Malawi. Auf der Strecke dann geht der Zähler wieder auf 0 - Zeit für unser 2. 1000km-Selfie. Sieht etwas verbissen aus weil wir direkt in die Sonne schauen.

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Eingestellt von tipitom 03:28 Archiviert in Mosambik Kommentare (0)

Malawi - Teil 1

Ferien am See

sunny

Wir erreichen den Grenzübergang nach Malawi vor der geplanten Zeit und freuen uns schon ein wenig heute früher ans Ziel zu kommen. Dabei hatten wir nicht mit der Unfähigkeit der Malawi'schen Grenzbeamten gerechnet. Wir sind zwar wieder die einzigen Ausländer die heute rüber wollen, aber alles dauert unendlich lange.

Zuvor war es auf der mosambikanischen Seite unerwartet schnell gegangen. Ausreisestempel in die Pässe, Import Permit abgeben alles in Minuten erledigt und wir durften weiterfahren durchs Niemandsland. Das ist hier ungewöhnlich breit. Der Posten Malawis kommt erst etliche Kilometer später.

Dort parken wir erstmal die Fahrzeuge, Frank und ich gehen vor. Sofort kommen wieder Fixer auf uns zu - die hilfsbereiten Geister jeder afrikanischen Grenze, die einem mit dem Papierkrieg helfen wollen. Für ein unverschämt hohes Entgelt versteht sich. Wir wollen es dieses Mal ohne diese Blutsauger schaffen und gehen zügig an ihnen vorbei ins Gebäude.

Das erste Einreiseformular haben wir völlig umsonst ausgefüllt, wir brauchen nämlich Visa und dafür gibt es ein anderes Formular. Davon haben sie allerdings nur noch 3, ein Viertes müssen sie erst ausdrucken. So vergeht schon mal die erste halbe Stunde. 75US $ kostet das Visum, ganz schön happig. Ich sage Frank, dass ich von ihm 150 US$ brauche, 75 für ihn 75 für Alina. So einfach sich das anhört, dauerte es dennoch ein wenig bis er verstand was ich meinte. Alina ist in der Zeit zum Geldautomaten. Ich auch, weil Tipi muss dringend aufs Klo und das kostet hier und wir haben keine Landeswährung. Der Automat akzeptiert meine Pin 3 Mal nicht. Ich schaue genau - ich habe Tipi's Karte erwischt. Was ein Mist, alles wieder zurück latschen Am Parkplatz treffe ich Tipi wieder. Ich habe immer noch kein Geld, Tipi war immer noch nicht auf dem Klo. Es stellt sich heraus, dass ich auch meine Karte dabei hatte, nur halt übersehen.

Nun gehen wir beide und heben Geld ab. Glücklicherweise ist Tipi's Karte nicht gesperrt durch meine Falscheingaben. Leider ist der kleinste Schein den der Automat ausgibt ein 1000er, pinkeln kostet 50, die Klofrau kann nicht wechseln. Zum Verrückt werden. Am Ende bekommt Tipi von einer Beamtin das Geld und wird endlich ihre Not los.

Das 4. Formular ist inzwischen auch aufgetaucht, wir dürfen sie nun alle ausfüllen. So vergeht die nächste halbe Stunde. Während die Beamten über unseren ausgefüllten Formularen brüten gehe ich mit Frank das Thema Autoimport an. Das TIP (Temporary Import Permit) kostet 10.000 Kwatcha - das ist die Landeswährung und sind etwa 12 Euro - direkt günstig im Vergleich zum Visum. Es muss in bar an einem anderen Schalter bezahlt werden - mittlerweile haben wir ja Geld. Dort ein kleine Schlange, so vergeht die nächste halbe Stunde. Als wir zu den Mädels zurückkommen, sind unsere Pässe mit den Visa immer noch nicht fertig. Die 300 US$ hatten wir schon über den Tisch gereicht, daran kann es nicht liegen

Es dauert und dauert, aber nach gut 2-einhalb Stunden ist endlich alles fertig. Alles? Naja, fast alles denn wir brauchen noch die vorgeschriebene Haftpflicht fürs Auto. Die gibt es im ersten Dorf hinter der Grenze. Auch der Erwerb dieser simplen Police erweist sich als mühsam, denn dafür braucht man Strom, um die Plakette für die Windschutzscheibe auszudrucken. Strom ist in Malawi eine wackelige Sache, wie wir zuerst hier und später auch an anderen Orten erkennen. Die Versicherungsdame hat allerdings in Stromaggregat, dass sie anschmeißt und erstmal den PC hochfährt. Das ist höllisch laut und dauert....mir platzt fast der Schädel, 33 °heiss ist es außerdem. Ich will hier weg! Wieder eine halbe Stunde später haben wir den Aufkleber und es kann endlich weiter gehen auf Malawis Straßen.

Hier die Überraschung: Die Straßen sind ausgezeichnet. Schlaglochfrei und kaum Verkehr erreichen wir das Tagesziel am Malawi-See kurz vor Dunkelheit. Einzig problematisch sind die vielen Fußgänger am Straßenrand. Viele kleine Kinder dabei, ein mulmiges Gefühl an denen mit 80 Sachen vorbeizurauschen.

Wir wären eine Stunde früher angekommen wenn, wir nicht eine Stunde mit dem Kauf von 2 SIM-Karten verblödelt hätten. Der unfähige Verkäufer behauptet zunächst alles sei kein Problem für ihn. Er kann uns Karten verkaufen und aktivieren und dann haben wir Internet so viel wir wollen. Er drückt wirr an den Telefonen und dem Tablet herum. Zunächst geht nichts, eine Stunde später immer noch nicht. Ich dränge zur Weiterfahrt in der Hoffnung morgen unterwegs jemanden mit mehr Ahnung zu finden. Das hatte letztes Mal bei Alina's SIM-Karte in Mosambik auch gut geklappt.

Zum selbst Kochen ist es zu spät, wir gehen ins Restaurant des Campingplatz-Resorts und probieren den Fisch. Sehr lecker! Mit den Campingplatzhunden habe ich mich angefreundet. Als Dank frisst einer meinen halben Croc-Schuh über Nacht, als ich ihn vor dem Zelt stehen ließ. Tipi's Schuh ist ebenfalls, aber nur leicht beschädigt, ich brauche bald Ersatz, der in meiner Größe 44 nur schwer zu bekommen ist, wie sich in den folgenden Tagen zeigt.

Am nächsten Morgen bin ich als Erster auf und fotografiere einen wunderschönen Sonnenaufgang.

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Danach gemeinsames Frühstück am Sandstrand.

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Eigentlich ganz schön hier, es fühlt sich mehr nach Meer an. Sandstrand am See hat man sonst eher selten. Nur leider müssen wir den Strand mit einer Herde Ziegen und ihren Ausscheidungen teilen. Tipi verschläft trotzdem den Vormittag.

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Nachts läuft lärmend der Generator oder es gibt keinen Strom. Beides nicht ideal. Deswegen packen wir nach 2 Tagen zusammen und fahren 1 Stunde nach Norden nach Monkey Bay. Vorher ein weiterer Sonnenaufgang überm See.

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In Chembe, Monkey Bay bekommen wir einen schönen schattigen Platz unter einem Avocadobaum.

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Ständig fallen Früchte vom Baum. Kleine und große - Tipi's Kommentar dazu: Avocados sind keine Kokosnüsse. Wo sie recht hat hat sie recht, niemand wurde in den nächsten 3 Tagen verletzt. Aber auch hier riecht es immer wieder stark nach Ziegen von nebenan, im Lauf der Zeit wurde das unerträglich.

Wir gehen zum Einkaufen auf den lokalen Markt. So haben wir uns Afrika vorgestellt. Kleine Läden mit Obst, Gemüse aber auch ein Schuhverkäufer. Tipi bekommt Crocs für 3 Euro in ihrer Größe, bei mir ist bei Größe 43 Schluß. Die Häuser der Einheimischen eher einfach.

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Tipi kauft und verteilt Lutscher und wird kurzfristig die beliebteste Person im Dorf.

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Wir kaufen von einem Fischer einen großen Katzenwels und lassen ihn filetieren. Dazu gibt es Kartoffeln im gußeisernen Topf.

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Am ersten Tag hatten wir den ganzen Platz für uns, über Nacht dann eine Invasion durch eine italienische Reisegruppe.

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Andere Besucher waren weniger laut.

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Tags darauf gab es Würstchen.

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Die Sonnenuntergänge hier sind der Hammer.

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Hier ist mein Lieblingsfoto vom See.

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Eingestellt von tipitom 08:29 Archiviert in Malawi Kommentare (0)

Malawi - Teil 2

Immer Ärger im Paradies

sunny 30 °C

Heute haben wir ein ordentliches Stück Strecke vor der Brust. Über 400km sind es bis Kande Beach, etwa in der Mitte des Malawi-Sees. Es beginnt gut, aber im mittleren Teil wird die Straße sehr eng und die Ränder sind ausgefressen. Ausweichen ist kaum möglich ohne sich die Reifen zu beschädigen. Heute fährt Tipi das erste Stück und hat richtig Spaß dabei.
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Wir brauchen wieder Mal Bargeld, aber die Geldautomaten hier sind ziemlich zickig. Entweder sie nehmen keine ausländischen Karten, sind leer, kaputt oder geben nur lächerlich kleine Summen aus. Nach 4 ausprobierten Automaten stehe ich mit dem Gegenwert von 25 Euro in Landeswährung da. Es ist zwar alles relativ günstig, aber mit 25 Euro kommt man auch hier nicht weit. Ich vertanke was wir haben und hoffe im nächsten Ort auf mehr Glück. Wer hier am Automaten Geld bekommt kann sich wie ein Gewinner fühlen.

Cola ist auch aus. Vor allem Tipi's Lieblingsmarke Zero ist kaum zu bekommen. An einer Tankstelle kaufe ich deren kompletten Lagerbestand auf - 8 Flaschen. Auch das wird nicht lange reichen. Von unserer Einkausliste bekommen wir so gut wie nichts auf den Märkten unterwegs. Nirgends gibt es eine Kühlung und so werden es fleischlose Tage mit Thunfisch aus der Dose aus unsere Vorräten als Ersatz.

Unser 3. Stopp am See ist das Kande Beach Resort. Am Strand kommt echtes Karibik Feeling auf. Weißer, feiner Sand, klares Wasser - unglaublich so etwas an einem See zu finden.

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Tiere gibt es hier nicht zu sehen, nur ein hübscher Gecko auf dem Klo ist ein Foto wert.

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Tipi findet hier wieder ihre geliebten Frangipani-Bäume.

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Hier in Malawi nutzt man die 3-poligen UK-Stecker. Unsere Kabel haben südafrikanische Stecker, da wir keine Adapter Südafrika auf UK haben stecken wir einen deutsch-auf-UK-Adapter dazwischen...das sieht dann so aus:

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Zum ersten Mal gehen alle 4 Safarianer zum Baden. Nachts soll man hier nicht schwimmen, ein Hinweis im Hotel warnt vor Krokodilen.

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Frank macht erste Flugversuche mit der Drohne. Die Filme die das Ding macht sind beeindruckend.

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Der Strand und das Resort sind beliebt bei Bus-Reisegruppen. Etwa 20 Zelt haben sie aufgebaut, die 2 besten Campsites für Overlander neben der Campküche sind belegt und so müssen wir uns mit schattenlosen Plätzen im hinteren Teil der Anlage begnügen. Hier wimmelt es vor Ameisen. Ich parke so nah wie möglich an einem kleinen Limettenbaum, um wenigstens morgens ein wenig Schatten zu haben.

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Dabei bleibe ich so stehen, dass ein Ast die Zeltplane berührt. Später merken wir, dass dies die Brücke für ein Ameisenheer war, das in der 2. Nacht unser Zelt gestürmt hat. Hunderte winzige Krabbler - so klein, dass sie sogar durch das Moskitonetz kommen tummeln sich auf der Matratze. Ab 5 Uhr ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Wäre ohnedies schwierig gewesen, denn ab halb 6 Uhr morgens dröhnt laute Musik aus einer Bar nebenan.

Es könnte so paradiesisch sein hier, aber ohne Schlaf geht es einfach nicht. Zu den Ameisen und der Bar kommen auch noch die Wachleute auf dem Platz, die sich die ganze Nacht direkt neben unserem Zelt unterhalten. Können sie ja gerne machen, aber bitte woanders, wo man nicht jedes Wort mithören muss. Nach 2 Nächten langt es, wir ziehen weiter. Geplant ist ein Ort am See mit Steilküste und Klippen. Das wäre doch eine nette Abwechslung nach 3 Mal Sandstrand gewesen. Daraus wurde leider nichts, denn in dem unebenen Gelände finden wir keine passende Unterkunft und Platz für unsere Autos. Einkaufen und Bankbesuch im Ort nebenan waren genauso erfolglos wie zuvor, Plan B muss her.

50 km weiter ist eine größere Stadt, Mzuzu. Dort wollten wir eigentlich nur Durchfahren und Einkaufen. Jetzt suchen und finden wir übers Internet dort einen geeigneten Campingplatz. Ein südafrikanischer Koch hat hier eine Zivilisationsoase geschaffen. Überdachte Stellplätze mit Strom für beide Autos, blitzsaubere Duschen mit Warmwasser - hier passt alles.

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Außer dass es hier hier nix tun oder zu sehen gibt, sonst wäre es perfekt. Wir bleiben 2 Nächte und fahren weiter....dachten wir, hatten wir geplant. Doch es wurden 6 Nächte. Wir sind hier auf über 1200m und es wird manchmal ziemlich kühl direkt nach Sonnenuntergang. Tipi fängt sich gleich Mal eine leichte Erkältung ein.

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Doch das war nicht der Grund für die Verzögerung. Nach 2 Tagen ist sie schon wieder fit.

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Die Zwangspause wurde notwendig, weil Alina Magenprobleme bekam. Zuerst sah es nicht so schlimm aus, aber es wurde von Tag zu Tag schlechter. So konnten wir nicht weiter fahren, denn die nächste größere Stadt auf unserer Route kommt erst in 500km in Tansania. Sollten wir ärztliche Hilfe brauchen, kriegen wir die nicht in den kleinen Dörfern entlang der Strecke.

Zuerst versuchen wir es mit Schonkost und Immodium Tabletten für Alina. Als es dennoch immer schlimmer wird, hole ich aus der Apotheke Tabletten. Die scheinen zu helfen, denn schon am nächsten Tag geht es aufwärts. Wir legen noch einen weiteren Pausentag zur Sicherheit ein, dann kann es endlich weiter gehen. Es wurde schon ziemlich langweilig hier. Der Ort gibt nicht viel her. Einmal gehe ich mit Tipi einkaufen. Zurück lassen wir uns mit den hier üblichen Fahrradtaxis fahren.

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Frank ist sehr mutig und nutzt die Zeit für einen Frisörbesuch um seine Matte loszuwerden. Der Barbier nimmt sein Handwerk sehr ernst. Fliege, Anzug und Lackschuhe - und das in der Hitze.

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Von Außen machte der Laden ja wirklich nicht viel her.

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Eingestellt von tipitom 10:43 Archiviert in Malawi Kommentare (0)

Malawi - Teil 3

Safari und Schotterpiste

sunny

Am letzten Abend letztes Mal Gelegenheit für saubere Füße für lange Zeit.

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Es regnet wie aus Kübeln am Morgen vor der Abfahrt. Was ein Glück das alles schon verpackt war. Wir wollen einen 2. Schlüssel für Lilly machen lassen. Man empfiehlt uns die Zbrothers, ein kleiner Schuppen in der Stadt. Der Besitzer sieht sich meinen Schlüssel an und meint das kriegt er hin. Ich denke er spannt das Original in eine Maschine ein um die Kopie vom Rohling zu fräsen - von wegen! Er nimmt eine Eisenfeile und beginnt freihand die Kerben nachzufeilen. Unglaublich, aber nach 10 Minuten habe ich einen Schlüssel der die Zentralverriegelung sperrt. Starten kann ich damit allerdings nicht, denn es fehlt der Chip für die Elektronische Wegfahrsperre. Nicht ganz was wir wollten, aber besser als nix. Nun müssen wir halt auf den einzigen Originalschlüssel noch besser aufpassen.

Diese Frisur fasziniert Tipi. Hübsch und Pflegeleicht laut Aussage der Besitzerin. Dauert 5 Stunden es so zu knoten und hält 6 Monate.

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Heutiges Tagesziel ist das Vwaza Reserve, ein kleiner Nationalpark 70km nördlich von Mzuzu. Der Park kostet nur 10$ Eintritt - Malawi ist ein Schnäppchen was Eintrittspreise in Nationalparks betrifft. In Tansania wird das 3-10 Mal so teuer werden Am Kazuni Lake gibt es eine Lodge mit einigen Chalets.

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Zum ersten Mal seit Wochen schlafen wir nicht im Dachzelt. Ein komisches Gefühl, denn hat man sich einmal an das Dachzelt gewöhnt, will man eigentlich nicht mehr woanders schlafen.

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Dafür haben ein eine wunderbare Aussicht von unserer Terasse.

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Kochen und Essen in einem schönen Pavillon.

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Parken unter einer Akazie mit etwas Schatten.

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Die Dornen sind wirklich fies, gehen durch die Schuhsohlen durch und sind extrem schmerzhaft. Angeblich kommen hier immer wieder Elefanten durchs Camp. Leider sehen wir nur Affen und Warzenschweine von unserer Terasse aus. Die Elefantenherde sehen wir nur weit entfernt im Gebüsch.

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Hier muss man und darf man selbst auf Safari gehen. Wir fahren in den Sonnenuntergang ein gutes Stück um den See.

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Traumhafte afrikanische Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Ganz für uns alleine. Niemand da außer uns. Keine Touristen stören, keine Ranger machen Vorschriften.

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Wir können fahren wohin wir wollen, aussteigen wann und wo wir wollen.

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Hier gibt es nicht die Big 5, aber jede Menge Hippos

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Zur Zeit ist alles sehr trocken und sieht tot aus. Wenn in ein paar Wochen der Regen kommt wird alles wieder grün. Wir bleiben bis zum späten Vormittag im Camp in der Hoffnung, dass die Elefanten, die wir in der Ferne sehen, näher kommen. Das taten sie nicht, standen nur faul im Schatten herum, deswegen fahren wir zum nächsten Stop: Livingstonia.

Auf dem Weg heute unser drittes 1000km-Selfie.

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Das Städtchen liegt auf einem Hochplateau und ist nur über eine grausam schlechte Allrad-Piste zu erreichen. Die letzten Kilometer steil bergauf, mit Haarnadelkehren so eng, dass man manchmal nur mit rangieren rumkommt. Die Piste sieht manchmal aus wie ein Steinbruch und nicht wie eine befahrbare Strecke. Beide Autos leiden, aber es bleibt erstaunlicherweise alles heil. Über eine Stunde brauchen wir für die letzten 10km.

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Endlich oben angekommen übernachten wir in der Mushroom Farm. Dort gibt es 2 Plätze für unsere Autos. Leider ohne Strom. Das wird immer mehr zum Problem, denn das ist nun schon die 3. Nacht ohne Strom und unsere Kühlschränke werden langsam warm.

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Die Aussicht auf den See 600m weiter unten ist sensationell. Es wird kühl am Abend, sehr kühl. Wir sitzen da, angezogen wie auf einer Berghütte in den Alpen.

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Eingestellt von tipitom 06:43 Archiviert in Malawi Kommentare (0)

Malawi - Teil 4

Festgefahren

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Am nächsten Morgen müssen wir leider schon wieder weiter. Es folgt ein kurzes Frühstück und ein herzlicher Abschied durch die Angestelllten.

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Die Temperaturen in unseren Kühlschränken gehen immer weiter nach oben. Der nächste Campingplatz muss unbedingt Strom haben, sonst verderben unsere Vorräte.

Wo wir nun aber schon mal hier oben sind, wollen wir uns auch was ansehen. Einen Wasserfall und ein historisches Gebäude in Livingstonia gäbe es zu sehen. Wir fahren zuerst zum Stonehouse. 1903 von Missionaren erbaut, ist es heute ein Hotel mit sehr schlichten Zimmern und einem eher wenig sehenswertem Museum. Insgesamt reicht das aber, um das Gebäude in den Status eines nationalen Monuments zu erheben.

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Das war ja eher nix, hoffentlich wird der Wasserfall interessanter. Schon am Parkplatz wird Tipi von Kindern umringt und sie verteilt ihre letzten Lutscher. Es wird ein wenig Eintrittsgeld fällig - nichts ist wirklich umsonst hier für weiße Touristen.

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Zuerst der Wasserfall von oben - nicht viel zu sehen. Dann gehen wir ein Stück und sehen einen anderen Fall von der Seite.

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Später von einer kleinen Grotte aus auch von hinten. Immerhin, das hat man dann ja nicht so oft.

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Es ist heiss, steil und staubig.

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Bis wir zu einer Stelle mit natürlichem Pool kommen an dem auch Wäsche gewaschen wird.

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Nun folgt noch der besonders von Tipi arg gefürchtete Weg nach unten über die Serpentinen-Schotterpiste. Die Piste hat sogar einen Namen: Golodi Road. 20 Haarnadelkehren. Mir hätte es Spaß gemacht, wenn es nicht mein eigenes Auto gewesen wäre. Aber es hilft alles nix, es ist der einzige Weg hier raus. Wir brauchen wieder eine Stunde für die 10km. Tipi erträgt Teile der Strecke mit geschlossenen Augen.
Das kleine Filmchen zeigt nichtmal ansatzweise wie steil es hier war und wie schlecht die Straße. An den wirklich schlimmen Stellen konnte Tipi nicht filmen - klar, mit geschlossenen Augen geht das halt schwer.
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Endlich unten angekommen haben wir nur noch ein paar Kilometer bis zur Hakuna Matata Campsite. Willie, der Besitzer ist ein Original. Er meint wir können uns überall hinstellen wo wir wollen, aber die Stellplätze mit Seeblick oben in den Dünen seien wohl die besten.

Ich versuche es als Erster und bleibe gleich mal bis zur Achse mit dem Hinterrad im Sand stecken.

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Irgendwas stimmt mit dem Allrad nicht, ich kriege keinen Vortrieb von der Vorderachse. Frank geht es mit dem Landrover nicht besser. Auch er hat sich nach wenigen Metern festgefahren. Unsere Autos sind bis zum Maximum beladen und einfach zu schwer für dieses Terrain.

Tipi ist fertig mit den Nerven, hat aber noch die Ruhe unsere Befreiungsaktionen zu fotografieren. Der High-Lift-Jack kommt erstmalig zum Einsatz.

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Diesen Spezialwagenheber habe ich noch in sehr schlechter Erinnerung von meiner letzten Reise. Die Dinger sind sauschwer zu bedienen, klemmen ständig und man kann sich leicht damit verletzen.

Ein paar andere Tagesgäste schauen uns zuerst zu, helfen dann mit Brettern. Inzwischen hat Willie seinen Isuzu 4-Rad geholt und zieht schon Mal Frank aus dem Sand. Danach komme ich dran. Problemlos zieht er uns beide auf festen Boden. Irgendwie sehr peinlich das Ganze.
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Wir finden einen anderen Stellplatz auf festerem Boden und bauen dort unser Camp auf.

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Die schlechte Nachricht: der Strom ist hier schon den ganzen Tag weg - keiner kann sagen wann er wieder kommt. Unsere Kühlschranktemperaturen sind mittlerweile 2-stellig. Tipi fotografiert ihre geliebten Frangipani-Bäume und macht ein Schläfchen, das beruhigt.

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Der Strand ist typisch für den Malawisee. Wir haben uns schon daran gewöhnt - Sand und Wellen wie an der Nordsee.

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Um 9 Uhr abends immer noch kein Strom. Wir feiern trotzdem ein wenig mit unseren Helfern. Wenn der Strom in der Nacht nicht wiederkommt, müssen wir morgen in aller Früh los.

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Tipi steht um 5 auf und ist erleichtert, weil der Strom ist da und der Kühlschrank läuft. Wo sie schon mal wach ist, macht sie gleich mal ein Bild vom Sonnenaufgang.

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An diesem Platz war das Telefonnetz so schlecht, dass wir beschließen einen weiteren Stop in Malawi einzulegen. Nur etwa 80km nördlich gibt es noch eine Möglichkeit laut Karte. Nahe einem mittelgroßen Ort namens Karonga. Dort kann Alina noch einmal arbeiten und ich unseren Blog aktualisieren. Strom ist mittlerweile nicht mehr so brisant, denn wie durch ein Wunder hatten wir bei Willie fast den ganzen 2. Tag durchgehend Strom für unsere Kühlschränke. Lebensmittel konnten wir keine mehr kaufen, so etwas wie einen Supermarkt findet man in Malawi nur sehr selten. Ein paar Tomaten von Straßenverkäufern brauchen wir aber noch. Die schmecken hier übrigens ausgezeichnet.

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Dann erreichen wir das Tagesziel - das Beach Chamber Resort. Eine völlig heruntergekomme Anlage. Auf Camper ist man hier nicht eingestellt. Aber wir können die Autos vor der Anlage im Sand parken, für Dusche und Toilette wird uns eines der Zimmer aufgesperrt.

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Alle sind wie auch sonst überall in Malawi extrem freundlich. Da keine Mauer das Gelände umgibt, sind wir der Aufmerksamkeit der Kinder schutzlos ausgesetzt. Sie betrachten uns und unsere Autos wie frisch gelandete Außerirdische.

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Der Strand liegt mittlerweile über 100m entfernt, der See schrumpft seit 20 Jahren. Die Anlage, die wohl mal direkt am Wasser lag, verdient nun den Namen "Beach" wirklich nicht mehr.

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Fischerboote legen nun dort an und es riecht abwechselnd nach Fisch und Ziegenmist. Gut, dass wir morgen hier früh wieder weg sind. Tipi ist auch wegen der fehlenden Mauer sehr um unsere Sicherheit besorgt und schläft nicht wirklich gut in dieser Nacht. Eine unbegründete Sorge wie sich zeigte.

Nur 40km waren es am nächsten Tag bis zur Grenze. Wir sind pünktlich wie geplant um 8 Uhr morgens losgefahren. Die Ausreise auf der Malawi-Seite dauert etwa eine halbe Stunde. Dieses Mal wollte der Grenzer die Autos sehen die wir wieder ausführen. Das dauert halt ein Weilchen. Durch das schmale Niemandsland zur Tansania Seite kamen wir schnell. Dann kamen allerdings die Grenzbeamten Tansanias mit ihren VorSchriften und Formularen. Dort wiehert der Amtsschimmel aber so richtig laut.

< Fortsetzung folgt >

Eingestellt von tipitom 07:24 Archiviert in Malawi Kommentare (0)

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