Reise blog von Travellerspoint

Januar 2018

Namibia - Teil 6

Weihnachtsabend und Khowarib Schlucht

sunny 36 °C

Eigentlich wollten wir anschließend durch die Khowarib Schlucht weiter nach Westen fahren. Jeff hatte uns diesen Abstecher wärmsten empfohlen. Irgendwo an einem schönen Platz in der Schlucht wollten wir den heutigen Weihnachtsabend verbringen. Das Problem dabei: Auf keiner unserer GPS-Karten ist der Eingang zur Schlucht eingezeichnet. Wir fahren ein wenig auf und ab und landen dann bei der Road Side Campsite. Wir werden Heiligabend nun also hier verbringen. Ohne Strom, aber immerhin mit Wasser - etwas komfortabler als ein Bushcamp...aber nur etwas.

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Hier gibt es unterhalb ebenfalls ein künstliches Wasserloch. Zum Aussichtspunkt geht es ein Stück hinauf.

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Zwischen den Felsen leben hübsche Echsen.

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An diesem künstlichen Wasserloch ist mehr los als auf allen Nationalpark-Löchern in den letzten Tagen zuvor.

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Eine große Gruppe Bergzebras kommt tagsüber hier vorbei. Für mich sind es die hübschesten Zebras.

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Tausende spatzenähnliche Vögel belagern die Büsche ums Wasserloch. Was auf dem Foto aussieht wie Ameisen sind alles Vögel.

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Es ist tagsüber unglaublich heiß - 35 Grad und mehr. Gar nicht so einfach dabei in Weihnachtsstimmung zu kommen. Aber wir haben ja den kleinen Baum und sogar einen Gabentisch mit Geschenken. Tipi ist gerührt.

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Mit den unverzichtbaren Weihnachtsmützen sitzen wir nach der Bescherung am Lagerfeuer.

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Am nächsten Morgen brechen wir auf um die Khowarib Schlucht zu durchqueren. Ich hatte Jeff noch gefragt, wie denn der Weg aussieht, da ich Bedenken hatte wegen unseres nicht funktionierenden Allrad-Antrieb. Er meinte, am Anfang wären ein paar Dust Holes, aber sonst wäre alles easy. Was sind Dust Holes? Sogar auf seiner Karte sind die eingezeichnet. Ich kann mir darunter nichts vorstellen, aber wir werden es ja sehen. Dieses Mal finden wir die Abzweigung von der Hauptstraße in die Schlucht ohne Probleme. Heute navigiere ich und Tipi fährt. Es beginnt ganz harmlos mit ein wenig Sandpiste. Das war noch einfach und ohne Probleme zu meistern.

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Und dann sehen wir sie - die Dust Holes. Es sind keine Löcher sondern riesige Flächen von aschefeinem Staub. Wir fahren da erst Mal nicht rein, sondern Frank und ich erkunden die nächsten Meter zu Fuß. Etwa 20 Fahrspuren verlaufen hier parallel auf einer Breite von 200 Metern. Nur welche soll man nehmen? Der Staub ist so fein und weich, dass man darin versinkt wie in Wasser. Daneben gibt es aber auch Bereiche mit festem Untergrund, das merkt man aber erst, wenn man draufsteht. Zudem ist es auch heute wieder höllisch heiß, sicher 40 Grad oder mehr im Schatten. Nur daß es hier keinen Schatten gibt.

Wir scouten eine Route die passabel aussieht. Frank fährt zuerst, dann Tipi hinterher. Das Erkunden der Strecke hat sich ausgezahlt, wir kommen auch durch. Wir schauen ein wenig nach vorn, aber es sieht so aus, als ob es von nun an normal weiter geht. Immer noch tiefer Sandstaub, aber machbar. Nur Stehenbleiben geht nun nicht mehr, man muss den Schwung unbedingt behalten. Leider wird die Spur wieder tiefer und die Fahrspuren teilen sich mehrfach. Da es keine Möglichkeit zum Auskundschaften zu Fuß gab (weil wir nicht anhalten konnten), muss Tipi auf gut Glück eine Spur wählen und erwischt die falsche. Wir versinken bis zum Bodenblech im tiefen Staub. Frank kommt mit dem Land Rover zurück und zieht uns mit der Winde erst ein Stück retour aus dem Loch und dann vorwärts auf steinigen, festen Untergrund.

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Tipi reicht es, ab jetzt soll ich fahren. Es kamen im weiteren Verlauf noch ein paar knifflige Stellen, aber keine so übel wie die, an der Tipi hängen geblieben war. Wir fahren nur noch mit Hinterradantrieb, der Allrad mag nun überhaupt nicht mehr mitspielen.

Dann ändert sich die Landschaft. Trockene, ausgedörrte Ebene auf den ersten 50km wird plötzlich zu einem grünen Flusstal. Jetzt erst sind wir in der Schlucht.

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Nun gilt es einen Fluß zu durchqueren. Frank probiert mit einem Stock und hält nichts von der Idee da durchzufahren. Da ich aber keinen anderen Weg sehe und nicht alles zurück fahren will, gehe ich zu Fuß einmal komplett durch die Furt auf die andere Seite. Es ist matschig, aber der Schlamm liegt nur 5-10cm tief in den Fahrspuren, dann kommt fester Flussboden. Ich denke das wird gehen, das Wasser ist auch nur maximal 40cm tief.

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Es klappt, beide kommen wir völlig ohne Probleme auf die andere Seite.

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Eine Prüfung steht uns aber noch bevor. Wir dachten wir hätten im Offroad-Bereich bereits alles gesehen und dann kam ein Stück, wie man es nur von Trial-Strecken im Fernsehen kennt. Tipi kann sich das nicht ansehen und steigt aus um die 100 Meter zu Fuß zu gehen. Sie findet den Abhang so schlimm und gefährlich, daß sie sich weigert, davon Fotos oder Video zu machen. Deswegen habe ich Frank gefilmt, war aber leider ein wenig spät dran und habe den steilen Beginn der Abfahrt verpasst.
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Es geht etwa 10 Meter tief eine zerklüftete Felswand hinunter. In die tiefsten Löcher wuchte ich ein paar große Steine, dann präge ich mir die Route ein die ich fahren möchte und los geht's. Tipi kann kaum hinsehen, wie ich da mehr auf dem Geröll runterrutsche als rolle. Danach kommt nichts Aufregendes mehr - wir haben die Khowarib Schlucht geschafft!

Bald darauf erreichen wir kurz bevor es wieder auf die ordentliche Straße geht die Khowarib Lodge. Das haben wir uns aber nach diesem Höllenritt heute auch verdient. Mit schönem schattigen Pool.

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Platz für meine Hängematte...

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...und bunten Vögelchen für Tipi

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Eingestellt von tipitom 03:50 Archiviert in Namibia Kommentare (0)

Namibia - Teil 7

Kamanjab - Brandberg - Omaruru

sunny 32 °C

Gut ausgeruht verlassen wir am nächsten Morgen die Khowarib Lodge Richtung Süden. Ziel für heute war die Brandberg White Lady Lodge. Nur etwa 330km - allerdings auf Schotter. Sylvester wollen wir in Svakopmund sein und dort ein wenig mitfeiern. Brandberg wäre die letzte Station davor gewesen.

Die Straßen in Namibia sind in den letzten 4 Jahren seit meinem letzten Besuch erheblich schlechter geworden. Damals war es egal, ob Teer oder nicht, man konnte ohne Probleme mit 80km/h dahingleiten. Nun wird scheinbar gespart und es gibt lange Strecken schlimmster Waschbrettpisten. Die Baumaschinenn, die die Piste abziehen und glätten, fahren anscheinend nicht mehr so häufig.

Nach nur 60km auf dieser Rüttelpiste höre ich seltsame Geräusche von hinten. Ich halte an - schaue nach: schon wieder ein Reifen platt. Der 2. seit Serengeti. Ich ziehe den Reservereifen auf. Dem vertraue ich nicht wirklich, denn den hatten wir schon in Sambia zum Reservereifen degradiert, weil er eine Unwucht hatte. Ein wenig wird es schon noch gehen - dachten wir.

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Denkste! Schon nach 15km ein lauter Knall. Der 2. Reifen heute ist platt. Nun gehen mir die Optionen aus. Einen weiteren Reservereifen habe ich nicht. Frank und Alina sind vorausgefahren, weil ihre Aircondition schon wieder nicht funktioniert und sie bei offenen Fenstern hinterherfahrend keinen Staub schlucken wollen. Die Walkie-Talkies sind wie so oft nutzlos. Die beiden waren zu weit voraus, um zu hören wie wir Stop! funken.

Nutzt ja alles nix, ich demontiere das defekte Rad und wir warten bis die beiden zurück kommen. Davon keine Fotos, langsam wird's langweilig. Es dauert etwa eine Stunde, dann kommen sie und sehen die Bescherung. Wir packen das kaputte Rad bei Frank aufs Dach und er fährt 5km weiter in den nächsten Ort, um Ersatz zu finden. Tatsächlich bekommen sie einen Reifen für uns, was fast an ein Wunder grenzt. Der Reifen nicht ganz passend, weil zu schmal und ziemlich teuer, aber wir haben eh keine Wahl.

Mit dem Ziel Brandberg wird das heute nichts mehr, wir halten in einem kleinen Ort namens Kamanjab. Ich habe ja immer noch keinen Reservereifen und will versuchen dort einen zu kriegen. Das gelingt tatsächlich, denn ich finde einen weiteren etwas zu schmalen Reifen, habe aber jetzt wenigstens das gleiche Maß auf der Vorderachse. Zwei andere Reifen verlieren seit Tagen sehr langsam Luft und ich lasse sie bei der Gelegenheit untersuchen. In einem steckt ein Nagel (schon der 2.!), der andere war in Tansania geflickt und mit einem Schlauch versehen worden - nun ist er undicht. Auch dieser Schlauch wird nochmal geflickt. Nicht gut. Nun habe ich zwar 2 neue Reifen, aber auch 3 alte, von denen nur einer keine Vorschäden hat. Der Händler hat keine weiteren Reifen in meiner Größe, also muss es erstmal so gehen.

Wie so oft geht aber auch dieser anstrengende und aufregende Tag gut zu Ende. Wir verbringen die Nacht auf einer wunderbaren Campsite namens Oppi-Koppi.

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Die Leute hier sind super-nett, es gibt lecker Essen im Restaurant und auch einen Pool.

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Um den Pool regt sich allerhand Getier. Bunte Echsen

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Eine Gruppe Rock-Dassies mit hohem Niedlichkeitsfaktor.

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Viele Go-Away-Birds, sehr melancholische Vögel, die immer so klingen, als ob sie grosses Leid auf der Seele haben und gelegentlich etwas singen, dass wie ein deprimiertes "Go Away!" klingt.

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Wir bleiben 2 wunderbar entspannte Tage und vergessen den ganzen Reifenstress.
Tags darauf soll es also endlich doch zur White Lady Lodge nach Brandberg gehen. Kurz hinter Kamanjab wird es dann Zeit für unser 14.000km Selfie.

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Wir fahren einen großen Umweg über Outjo in der Hoffnung dort einen weiteren Reifen zu bekommen. Doch leider gibt es hier in diesem Land keine dümmere Zeit für Autoprobleme als die Zeit nach Weihnachten. Fast das ganze Land geht in Urlaub. Alles hat zu. Firmen, Werkstätten machen kollektiv Ferien. Das geht bis Mitte Januar. Dann erwacht das Land wieder aus seinem Dornröschenschlaf. Wer also vorhat Namibia mit eigenem Auto zu bereisen, sollte während dieser 3 Wochen besser wegbleiben.

In Outjo hat alles zu, wir bekommen keinen Reifen. Weiter geht's zur Brandberg White Lady Lodge. Wir kommen zuerst dort an, Frank und Alina sind den direkten, kurzen Weg gefahren, aber später aufgebrochen als wir. Nach etwa einer Stunde kommen sie an, sie haben sich leicht verfahren und waren zunächst bei der falschen Lodge. Da liege ich schon längst am Pool und genieße meinen Feierabend.

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Die Campsites hier sind traumhaft schön in einem trockenen Flussbett, etwa 1km entfernt vom Haupthaus.

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Alles da - außer Strom für unsere Kühlschränke. Den bekommen wir aber mit langem Kabel aus dem Büro der Rezeption, solange wir tagsüber auf dem Parkplatz stehen. Daher können wir auch hier 2 Tage bleiben, ohne dass unsere Lebensmittel verderben oder das Bier warm wird. Vom Pool beim Haupthaus hat man eine tolle Aussicht auf die Berge ringsum.

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Abends machen wir uns wieder ein Lagerfeuer, sehr romantisch.

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Nach diesen beiden Tagen soll es nach Svakopmund gehen. Wir rufen bei einigen Campsites an, aber es ist Hochsaison und alles ausgebucht in der Stadt. Wir wollen trotzdem hin und eventuell etwas außerhalb übernachten. Frank fährt wieder voraus, ich hinterher. Es geht wieder über Schotter und es dauert nicht lang und wieder kommt ein übles Geräusch von hinten. Das darf doch nicht wahr sein! Schon wieder ein Platten. Es traf den Reifen der schon mal kaputt war und einen Schlauch bekam. Total zerstört, nichts zu flicken an dem Ding dieses Mal. Wagenheber, Radkreuz raus - mittlerweile schon Routine. Ist ja der 4. defekte Reifen mittlerweile. Frank und Alina haben bald bemerkt, dass ich nicht mehr hinter ihnen bin. Auch dieses Mal war das Walkie-Talkie nutzlos. Sie kommen an, als ich gerade fertig bin mit dem Radwechsel.

Nun habe ich wieder keinen Reservereifen und fahre voraus. Der nächste Ort heißt Omaruru, den hatte ich nie auf dem Zettel als potentiellen Stop, aber ohne Reserverad fahre ich nicht weiter und wir bleiben hier.

Es erweist sich fast als Glücksfall, denn das Camp, dass wir hier finden wird von einem Deutschen geleitet und ist perfekt für uns. Wir beschließen Sylvester und Neujahr hier zu verbringen. Wir haben leckere Steaks eingekauft und die grillt Tipi perfekt auf dem offenen Feuer.

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Rind und Oryx - schmeckt beides sensationell gut. Wieder Mal endet ein Tag, der übel begann, wunderbar entspannt am Lagerfeuer.

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Auch hier gibt es wieder einen Pool, den braucht man auch, denn es ist extrem heiß.

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Tags darauf unser Sylvesteressen, ein sogenanntes Poiki oder Pot. Stundenlang kocht man Fleisch auf kleiner Flamme - das ergibt am Ende ein Art superzartes Gulasch.

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Für mich Gelegenheit wieder eine der wenigen verbliebenen Cohibas zu rauchen, die ich noch dabei habe.

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Da der 1. Januar auch hier Feiertag ist beschließen wir eine 3. Nacht zu bleiben und erst am Dienstag weiter zu fahren. Ich habe ja schon wieder kein Reserverad und will versuchen unterwegs in einer der kleineren Städte eines zu bekommen.

Zum Abschied gibt es einen Super-Vollmond.

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Eingestellt von tipitom 08:40 Archiviert in Namibia Kommentare (0)

Namibia - Teil 8

Swakopmund

sunny 34 °C

Die erste Stadt, in der wir probieren einen Reifen zu bekommen, heißt Karibib. Wir finden 2 Läden, die Reifen verkaufen. Der eine hat zu, der andere hat meine Größe nicht. Weiter geht's nach Usakas - auch dort Fehlanzeige. Zum Glück ist von Kamanjab bis Swakopmund alles Teerstraße und ein weiterer Defekt relativ unwahrscheinlich. Andererseits, bei unserem Pech....wer weiß?

Uns bleibt nichts anderes übrig, als die letzten 150km bis Svakopmund zu hoffen, dass nichts passiert, denn weitere Ortschaften kommen entlang der Strecke hier nicht mehr. Zwei bange Stunden später erreichen wir Swakopmund. Eine richtige Stadt mit großem Industriegebiet und einem Reifenhändler, der tatsächlich offen hat und besser noch, er hat 2 von meinen Reifen auf Lager. Die lassen wir hinten aufziehen und haben nun 4 praktisch nagelneue Reifen drauf. Das sollte aber jetzt nun endlich mal genug sein. Für unser Allrad-Problem finden wir allerdings keine Lösung, die 4x4 Werkstatt im Ort macht noch diese Woche Urlaub. Das wird bis Kapstadt warten müssen. Bis dahin fahren wir eben nur mit Hinterradantrieb und meiden alles was mit Sand und Schlamm zu tun haben könnte.

Etwas außerhalb der Stadt kenne ich noch vom letzten Mal einen netten Campingplatz unter Leitung eines deutschen Metzgers. Da fahren wir wieder hin, denn in der Stadt ist immer noch alles völlig ausgebucht.

Heute wird nicht gekocht, wir nutzen die Gelegenheit hier im Restaurant mal ordentliches Schnitzel zu essen. Schmeckt wie Zuhause.

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Tags darauf ziehen wir um in die Stadt, endlich ist etwas frei geworden am Campingplat "Alte Brücke". Unter deutschem Management, alles blitzsauber und ordentlich hier. Jede Campsite hat eigenes Bad/WC und sogar täglichen Reinigungsservice. Echtes 5* Camping, allerdings mit Preisen die europäisch anmuten. 50€ kostet es hier 1 Nacht zu campen. Wir können das allerdings durch 4 teilen, dann geht es wieder.

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Die Stadt ist so deutsch wie eine Stadt nur sein kann. Gebäude aus der Jahrhundertwende, bestens restauriert.

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Es steht noch der Weihnachtsschmuck.

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Die Straßen sauber gefegt, es fühlt sich an wie ein norddeutsches Strandbad.

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Hier sehen wir zum 2. Mal auf der Reise den Atlantik. Zuletzt war das in Schottland, nun ist unsere Erdumrundung komplett. Ich tauche allerdings nur die Zehen ein. Das Wasser ist viel zu kalt, trotz des niedrigen Breitengrades.

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Tipi und ich gehen danach ins Café Treffpunkt. Überall wird deutsch gesprochen. Läden, Straßennamen - alles deutsch hier.

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Eigentlich wollten wir ein wenig länger bleiben, aber Tipi will nach den vielen Pannen nun auf schnellstem Wege nach Kapstadt, dort das Auto verkaufen und ohne eigenen Wagen weiter reisen. Ich kann es ihr nicht verdenken. Zu oft in letzter Zeit ist etwas passiert und die Fahrerei mit dem Aufschrecken bei jedem neuen Geräusch macht einfach keine Spaß.

Alina und Frank haben keinen Grund so zu hetzen und so trennen sich die Wege nach gut dreieinhalb Monaten. Wir teilen die gemeinsam gekauften Sachen auf, ab nun ist wieder jeder für sich unterwegs.

Eingestellt von tipitom 01:55 Archiviert in Namibia Kommentare (0)

Namibia - Teil 9

Spreetshoogte-Pass

sunny 31 °C

Wir brechen auf nach Sossusvlei, eine der Hauptattraktionen in Namibia. Leider alles Schotterstrecke, aber mit 4 neuen Reifen sollte das doch gehen.
Schon wieder ist ein 1000km-Selfie fällig. Das 15. dieses Mal.

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Die Landschaft wird immer trockener, bald ist es eine steinige Wüste mit nur wenigen Bäumen die mehr tot als lebendig erscheinen.

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An einem ausgetrockneten Flussbett machen wir eine kurze Pause für Fotos.

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Webervögel leben in Gesellschaften hier und bauen gemeinsam riesige Nester.

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Etwas später überqueren wir den Wendekreis des Steinbocks, verlassen somit die Tropen.

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Die Strecke begann gut, aber dann wird es wieder Waschbrettpiste der übelsten Sorte. Alles klappert und rattert, wir würden am liebsten mit Ohrenstöpseln fahren. Dann könnten wir allerdings nicht hören, wenn wieder etwas am Auto kaputt geht und so müssen wir den Lärm ertragen. Nach etwa 200km ist Schluß für heute. Wir campen an einer Picknickstation unterhalb des Spreetshoogte-Pass auf gut 1600m. Traumhafte Aussicht, wir sind völlig allein im Umkreis von vielen Kilometern.

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Einer der schönsten Orte bisher. Tipi kocht etwas Feines, was bei dem Wind hier oben gar nicht so einfach war.

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Mit nur einer Gasflamme muss man erfinderisch sein, wenn der Reis nicht kalt werden soll, bevor das Fleisch fertig ist.

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Die abwertende Bezeichnung "Reiskocher" für japanische Fahrzeuge bekommt hier eine neue Bedeutung. Wir essen und genießen den Sonnenuntergang dazu.

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Kurz zuvor regnet es ein wenig und es zeigt sich das seltene Schauspiel eines Regenbogens in der Wüste.

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Die Luft ist allerdings so heiß, das kaum ein Tropfen aus den Wolken den Boden erreicht. Das Wasser verdunstet auf dem Weg nach unten. Man sieht nach oben, sieht den Regen auf einen zukommen, aber man wird nicht nass. Ein seltsames Erlebnis. So wird das nichts mit einer gratis Autowäsche. Lilly bleibt staubig wie sie ist.

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Als es dunkel wird klettern wir ins Zelt. Anfangs war es noch ziemlich windig, aber in der Nacht wird es völlig windstill. Um halb vier wachen wir beide auf weil es nach Benzin riecht. Ich klettere mit einer Taschenlampe bewaffnet die Treppe hinunter und will versuchen die Quelle des Gestanks zu finden.

Es dauert nicht lange und ich entdecke einen feuchten Fleck unter dem Tank. Da tropft etwas. Nicht sehr schnell, etwa 1 Tropfen pro Sekunde, aber es tropft und das sollte definitiv nicht sein. Wo das herkommen könnte, ist nicht zu sehen, denn unter dem Tank ist ein Schutzblech, das alles verdeckt.

Mit dieser unschönen Diagnose klettere ich zurück ins Zelt. Wir verbringen beide eine unruhige Nacht in der Benzinwolke, die sich ums Auto gebildet hat. Später am Morgen frischt der Wind ein wenig auf, vertreibt die Dämpfe und wir können noch ein wenig schlafen.

Nach dem Frühstück haben wir also schon wieder ein neues Problem, um das wir uns kümmern müssen. Die Farm auf der wir eigentlich heute bleiben wollten, kann uns nicht helfen, es gibt dort keine Werkstatt. Wir fahren weiter nach Solitaire. Dort gibt es eine Werkstatt, aber der Mechaniker ist - wen wundert's? - in Urlaub bis nächste Woche.

Nun ist Sesriem unsere letzte Hoffnung. Sesriem ist kein richtiger Ort, mehr eine Ansammlung von Gebäuden am Eingang zum Namib-Nauklift Park und den dortigen Dünen. 5km vor Sesriem knallt es wieder von hinten und der Wagen schlingert. Notbremsung! Ich steige aus und sehe den nagelneuen Reifen aus Svakopmund in Fetzen an der Felge hängen.

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Mir fehlen die Worte. Hört denn das gar nicht mehr auf? Kein Nagel, kein Stein - dieses Mal war es schlichtweg ein Materialfehler oder bei der Montage wurde etwas falsch gemacht. Zum 5. Mal hole ich den Wagenheber und das Radkreuz raus. Mittlerweile habe ich dabei eine unfreiwillige Routine entwickelt, auf die ich gerne verzichtet hätte. 20 Minuten später fahren wir vorsichtig die letzten Kilometer bis Sesriem zur Tankstelle.

Eingestellt von tipitom 12:28 Archiviert in Namibia Kommentare (0)

Namibia - Teil 10

Sesriem - Sossusvlei - Hidden Vlei

sunny 32 °C

Einen neuen Reifen brauchen wir - schon wieder. Wichtiger ist allerdings das Problem mit dem tröpfelnden Tank. Nach einigem Herumfragen und Warten finden wir einen Mechaniker, Rijan, der sich sofort der Sache annimmt. Dieses Mal finden wir eine richtig gut ausgestattete Werkstatt, sogar mit Hebebühne.

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Mit Rijan haben wir auch Glück, denn er versteht anscheinend etwas von seinem Handwerk. Der Tank wird ausgebaut, ein feiner Haarriss gefunden, mit Spezialkleber abgedichtet und wieder eingebaut. In der Pause, in der der Kleber trocknet, schweißt er mal eben den Auspuff. Der war schon wieder etwas undicht. Das alles dauert 4 Stunden, kostet 60€ und Problem Nr. 1 ist gelöst. Bleibt noch der Reifen. In der Tankstelle haben sie einen, der wird montiert und Problem Nr. 2 ist auch erledigt. So kommt es, dass wir um 3 Uhr Nachmittags unser Zelt aufgebaut haben und wieder einigermaßen entspannt am Pool des Campingplatzes liegen können.

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Nicht ganz, denn wir haben unsere Campingstühle in der Werkstatt vergessen. Auf denen saßen wir während wir gewartet haben. Ich wähle das kleinere Übel und statt Zelt abbauen und zurück fahren, gehe ich zu Fuß die 2km. Es weht ein heftiger Wind, geradezu ein Sandsturm, als ich auf dem Rückweg mit unseren Stühlen bin. Tipi kommt mir völlig aufgelöst entgegen. "Das Zelt fliegt weg!", ruft sie. Und tatsächlich, die Plane flattert heftig im Wind. "Segel reffen!", heisst es nun. Mit viel Mühe bekomme ich die schlagenden Seitenteile des Zeltes in den Griff und mache alles wieder fest, wo es hingehört. Gegen Abend lässt der Wind nach und wir haben wieder Mal einen schönen Sonnenuntergang.

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Am nächsten Morgen gehen wir nach dem Frühstück zur Rezeption des Namib-Nauklift Parks und erkundigen uns nach möglichen Aktivitäten hier. Ballonflug, Helikopter- und Flugzeugrundflug ist uns alles zu teuer. Wir beschließen am nächsten Tag selbst mit dem Auto zu den berühmten Sanddünen zu fahren. Damit man denn Sonnenauf- bzw - untergang bei den Dünen im Park erleben kann, muss man allerdings am Campingplatz im Park übernachten. Der ist etwas teurer als der vor dem Tor, bietet aber weniger Komfort. Keine eigene Küche, Dusche oder Klo. Das scheint hier im südlichen Afrika überall so zu sein, dass die Campsites in den Parks weniger bieten und vergleichsweise unverschämt teuer sind. Wir reservieren also für den nächsten Tag eine Campsite im Park und gehen zurück an unseren Pool. Es folgt ein ganzer Tag mit Nichts-Tun. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr. Wir genießen unseren quasi freien Tag am Pool - fast wie Urlaub.

Am nächsten Morgen um 10 Uhr verlassen wir das Sossusvlei Oasis Camp und ziehen die paar hundert Meter um, in das Camp der Nationalparkverwaltung. Eigentlich wollten wir abends zum Sonnenuntergang die 60km zu den Dünen fahren, aber da es völlig zugezogen und nicht heiß ist, beschließen wir schon jetzt am Vormittag hin zu fahren. Für den Pool ist es glatt zu kühl.

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Erster Stopp ist die Düne 45 bei - wer hätte es gedacht - Kilometer 45 der nagelneuen Teerstraße, die vom Gate zum 2x4 Parkplatz geht. Es gibt hier viele höhere und schönere Dünen, aber was diese Düne auszeichnet ist, dass sie direkt vom Parkplatz aus besteigbar ist. Daher ist diese Düne im Standard-Besuchsprogramm jeder Pauschalreise enthalten.

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Mir ist das zu blöd da raufzustapfen, wir bleiben unten und finden ein paar gelangweilte Oryxe.

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Die Düne wandert und für diesen Baum werden bald die Lichter ausgehen.

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Nach 20 Minuten haben wir hier genug und fahren zum Ende der Teerstraße, zum 2x4 Parkplatz. Ab hier geht es nur mit gutem 4-Rad-Antrieb in tiefem Sand weiter. Da ich letztes Mal schon hier stecken blieb, ist es keine Überlegung wert, hier mit Lilly weiter zu fahren. Wir wollten das Traktor-Shuttle für die letzten 5km zum Deadvlei nehmen. Das fährt allerdings nur noch frühmorgens und ist somit heute keine Option mehr für uns.

Es gibt aber noch das Hidden Vlei. Das ist so versteckt, dass ich es letztes Mal nicht gefunden habe. Daher wohl auch der Name. Am Beginn des Weges steht noch ein Schild und es gab den Hinweis, man solle den Markierungen folgen.

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Es gibt allerdings keine Markierungen. Falls es mal welche gab, hat sie der Wüstensand wohl zugedeckt. Wir folgen zunächst einigen alten Fußspuren im Sand. Die verlaufen allerdings in unterschiedliche Richtungen und enden alle irgendwann. So kommen wir nicht weiter. Auf meiner GPS-Karte ist der Eingang zum Hidden Vlei eingezeichnet. Ab nun navigiere ich mit Tablet.

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Es geht eindeutig hier lang...

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...oder hier entlang

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Wer weiß ob die Koordinaten überhaupt stimmen. Immerhin ist das eine Sandwüste und da ändert sich die Lage der Dinge schon mal im Lauf der Zeit. Also wenn es stimmt, dann ist hinter der nächsten oder übernächsten Düne das Tal. Tatsächlich!

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Vor uns liegt das Hidden Vlei. Wir rutschen die Düne runter auf den Talboden. Keine anderen Touristen weit und breit, nicht mal Fußspuren sind zu sehen. Hier war schon lange niemand mehr. Ein leichtes Entdeckergefühl ergreift uns.

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Hier stehen nicht so viele der toten Kameldornbäume wie im Deadvlei, aber für tolle Fotos sind es genug. Dazwischen sogar ein (noch) lebender

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Erst mal den Sand aus den Schuhen schütten.

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Dann geht Tipi auf Motivjagd.

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Gute Beute wie ich finde. Die Auswahl der Bilder für den Blog fiel diesmal besonders schwer. Deswegen habe ich nur das für mich schönste Foto aus dem Hidden Vlei reingenommen. Aber man könnte praktisch jedes vergrößern und ins Wohnzimmer hängen.

Es geht immer noch ein erstaunlich kühler Wind, obwohl es schon gegen Mittag geht. Wir haben nur 2 Liter Wasser dabei, beschließen aber dennoch uns quer-Dünen-ein Richtung Deadvlei durchzuschlagen. Es sind laut meinem GPS "nur" 4km Luftlinie. Das sollte doch zu schaffen sein. Was mein GPS allerdings nicht anzeigt, sind die Höhenmeter, die man bei Überquerung der Sanddünen zurücklegen muß. Was es auch nicht anzeigt, sind die Temperaturen im Hochsommer in der Namib Wüste gegen Mittag, wenn die Sonne durchkommt.

Eingestellt von tipitom 08:35 Archiviert in Namibia Kommentare (0)

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