Reise blog von Travellerspoint

Botswana - Teil 3

Maun - Moremi

semi-overcast 33 °C

Kurz nachdem wir auf dem Weg raus aus der Kalahari die Teerstraße erreichen, wird es Zeit für unser 10.000Km Selfie. Knapp 3 Monate sind wir nun unterwegs und haben nun etwa die Hälfte der geplanten Strecke geschafft. Die schlimmsteh Strecken liegen nun hinter uns. Das Material und wir haben genug gelitten.

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Was nun noch kommt kenne ich von der letzten Reise und nichts davon ist annähernd so schlimm wie die Straßen in Tansania, die Golodi Road in Malawi oder die Fahrt durch den South Luangwa Park in Sambia. Der Moremi Park am Okavango hier in Botswana könnte noch knifflig werden, falls es regnet und die Schotterpiste am Fish Canyon in Namibia ist als Reifenkiller bekannt. Der Sand im Khaudum und im Sossusvlei steht uns auch noch bevor...aber sonst haben wir nur noch Teer oder gute Schotterstraßen vor uns.

Maun ist nun fast erreicht. Keine besondere Stadt, aber hier wollen wir 5 Tage durchatmen, nichts tun und unsere Autos generalüberholen lassen. Darauf freuen wir uns schon seit Wochen. An unserem Auto ist der Rückspiegel und der hintere Stoßfänger kaputt. Beides demoliert im South Luangwa Park in Sambia. Einige Lager an der Vorderachse sind auch ausgeschlagen, wen wundert's nach diesen Horrorstrecken in Mosambik, Tansania, Sambia und Malawi.

Wir finden mit Hilfe von Cedric, einem hier wohnhaften, sehr hilfsbereiten Schweizer, eine Werkstatt und nach kurzem Check dort vereinbaren wir einen Termin für den nächsten Tag.

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Das hat ja alles prima geklappt, in bester Laune fahren wir auf die Campsite des Sedia Riverside Hotels. Es dämmert bereits als ich das Auto an der Campsite unter Bäumen einparke. Der rechte Außenspiegel ist kaputt, im Rückspiegel sehe ich nichts, weil alles voller Gepäck ist - so wird rückwärts einparken schwierig. Tipi steht neben dem Auto und schaut zu, wie ich im Zeitlupentempo rückwärts an einen Baum fahre. Ein Ast steht so ungünstig, dass er die Heckscheibe eindrückt. Ein Klirren, ein erschreckte Aufschrei von Tipi und hin geht sie die Scheibe. Tausend Scherben liegen am Boden und im Heck des Wagens. Das hat uns gerade noch gefehlt. Wo kriegt man hier eine Scheibe für einen 99er Pajero her?

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Ich verschließe das Loch provisorisch mit einer Mülltüte gegen Regen. Gegen eventuelle Diebe hilft das natürlich nicht. Tipi ist sehr beunruhigt und trotzdem wir alle Wertsachen mit ins Zelt nehmen, will sie den Bewegungsmelder von Alina und Frank ausleihen und im Innenraum deponieren. Ich halte nichts davon, aber wenn es sie beruhigt, dann soll das eben so sein.

Mitten in der Nacht geht der Alarm los. Tipi hechtet zum Ausgang um nachzusehen noch bevor ich richtig wach bin. Dann ein Scheppern und ein Schrei - sie ist im Dunkeln von der Leiter gestürzt. Ich komme hinterher so schnell ich kann und hebe sie vom Boden auf. Sie ist kaum ansprechbar und hat offensichtlich einen leichten Schock. Sackt immer wieder zusammen. Eine erste Untersuchung ergibt keine ernsthaften Verletzungen. Nichts gebrochen. Bei einem ungebremsten Sturz ins Dunkle aus gut 2m Höhe hätte Einiges kaputt gehen können. Sie ist irgendwie auf dem Bauch gelandet, hat sich hauptsächlich die Rippen geprellt. Extrem schmerzhaft, aber nicht bedenklich.

Kaputter Spiegel - kaputte Scheibe - kaputte Rippen...klassische Verkettung von Fehlern.

Den Termin in der Werkstatt hatte ich ja schon. Nun kommt noch eine neue Scheibe mit Priorität 1 dazu. Der Rückspiegel wird als Erstes ersetzt.

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Dann kommt die Heckscheibe dran. Es grenzt an ein Wunder wie innerhalb von 24 Stunden eine neue Scheibe für dieses doch recht seltene Modell aufgetrieben werden konnte.

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Bleibt noch die Vorderachse. Es geht gegen Feierabend, schon den ganzen Tag arbeitet ein Mechaniker nur an unserem Auto. Damit es fertig wird sind in den letzten 2 Stunden bis zu drei gleichzeitig am Werk.

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Die Rechnung am Ende fällt gepfeffert aus. Unser geplantes Reparaturbudget ist damit bereits ausgeschöpft. Nun darf nichts mehr kaputt gehen. Am Abend feiern wir die erfolgreiche Instandsetzung unserer Fahrzeuge.

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Der Campingplatzkatze ist das völlig egal. Sie hat sich uns als Gesellschaft für die paar Tage ausgesucht.

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Es ist wieder mal Vollmond - der letzte In Botswana.

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Nun da die Autos fit sind, können wir das nächste Abenteuer wagen. Es geht in den Moremi Nationalpark. Das ist der Park, in dem ich vor 5 Jahren im Fluß mit dem Auto abgesoffen bin. Es ist ein riesiger Teil des Okavango Delta, überwiegend Sumpflandschaft.

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Zunächst geht es noch auf Teer, dann kommt die bekannte Rüttelstrecke.

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Der Pfad führt über einige sehr wacklige Brücķen. Tipi probiert es zuerst
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Dann probiert es Frank
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Man könnte hier die Big Five sehen, wegen der hohen Vegetation ist das allerdings sehr schwierig und man bräuchte schon viel Glück dabei. Strauße sind groß genug.
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Vogelfans kommen immer auf ihre Kosten.

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Alle Campsites im Park wurden privatisiert und die Preise sind seitdem unverschämt hoch für das was man bekommt. 40€ pro Nacht pro Person für Camping - das ist grob!

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Als es kühler wird fahren wir zur Abendsafari.

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Zebra, Giraffe - leider keine Katzen, aber tolle Landschaft.

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Kurz vor Sonnenuntergang sind wir wieder im Camp. Am 2. Tag müsse wir neues Feuerholz sammeln.

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Zu weit kann man nicht gehen dabei, denn Elefanten kommen nahe ans Camp.

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Für den Nachmittag haben wir eine Bootstour durch die Sümpfe gebucht.

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Wieder viele Vögel und ein paar kleine Crocs.

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Der Bootsführer dreht auf dem Rückweg so richtig auf und fährt Vollgas durch die engen Kanäle im hohen Gras. Das hat richtig Spaß gemacht und tröstet darüber hinweg, dass wir außer 2 Elefanten, Hippos und etlichen Wasserantilopen nichts Großes gesehen haben.
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Danach der wohl beste Sonnenuntergang der ganzen Reise bisher. An diesem Foto ist nichts getrickst, das sah wirklich genau so aus.

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Eingestellt von tipitom 06:02 Archiviert in Botswana

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Kommentare

Wolfgang sagt gerade: "Man sieht, egal wo du auf der Welt bist, mit den Autos hast du immer Ärger".

von Evi

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