Reise blog von Travellerspoint

Sambia - Teil 1

Kasama - Mpika - bis zum South Luangwa Nationalpark

semi-overcast 29 °C

50 Dollar kostet das Visum für Sambia - teurer als erwartet. Als ich vor 4 Jahren hier war kostete es noch 20 Dollar. Dafür war das Auto billig, nur 25 Euro Carbon-Tax. Es dauert wieder alles scheinbar unendlich. Am Ende sind es wieder 2 Stunden - das scheint das Minimum an Zeit für Grenzübertritte zu sein. Als wir endlich weiter fahren dürfen, ist die Straße unglaublich schlecht. Statt der 3km, die der Grenzer uns versprochen hatte, sind es die ganzen 30km bis Mbala.

Ab da bis Kasama top Teerdecke, ohne Löcher, ohne Speed-Limit. Super zu fahren.
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Wir kommen früher an als geplant. Darf ja auch mal sein. Das waren heute 300km inklusiv Grenzübertritt. Kurz vor Kasama das 7000km-Selfie.

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In Kasama finden wir eine wunderbare Lodge, betrieben von einem pensioniertem britischem Lehrerehepaar. Wir hätten auch im Hof campen können, entscheiden uns dann doch für ein Cottage für alle 4. Wir lassen uns noch bekochen, sehr lecker.

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Im Garten hängen hunderte Fruchtfledermäuse in den Bäumen und veranstalten ein Höllenspektakel. Tipi findet ein Riesenmotte im Bad.

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Vorher waren wir noch einkaufen in einem richtigen Supermarkt. Der erste seit 5000km. Telefonkarten brauchen wir auch wieder. Neues Land, neues Geduldsspiel. Formulare müssen ausgefüllt werden, Pässe werden fotografiert - es dauert wieder über eine Stunde bis alles aktiviert ist.

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Nächster Tag, weiter nach Mpika, wieder Top-Straße, keine Polizei, so macht das Spaß. Durch Ortschaften ist die Geschwindigkeitsbegrenzung 80km/h. Viel zu schnell! Es sind viele Menschen an der Straße - wir fahren freiwillig langsamer als das Limit.

In Mpika hat ein Deutscher eine Lodge und verlangt kein Geld von Campern. Wir bekommen einen schönen Platz, warme Dusche, Strom - Wahnsinn! Bereits nach 2 Tagen ist uns Sambia sehr sympathisch. Sintflutartiger Regen dann am Abend macht Selbstkochen unmöglich. Als Gegenleistung verzichten wir auf Selbstversorgung und gehen in sein Restaurant Pizza essen. Lilly bekommt vorher noch eine Wäsche.

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Wir schauen zu wie die Jungs mit Dampfstrahler und Lappen unser Auto unter dem Dreck hervorbringen.

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Wir kommen mit dem deutschen Besitzer ins Gespräch und er hat sehr beunruhigende Informationen für uns. Der geplante Weg durchs Nordtor in den South Luangwa Park ist nach den Regenfällen der letzten Tage seiner Meinung nach unpassierbar. Klebriger Schlamm macht ein Durchkommen unmöglich. Eine andere Route bedeutet 300km Umweg nach Norden - ausgeschlossen. Ich bin ziemlich frustriert. South Luangwa war einer meiner persönlichen Höhepunkte der gesamten Reise.

Wir überlegen hin und her und beschließen am nächsten Tag zumindest bis an die Kante des Rift-Valley zu fahren. Wir sind auf einer Hochebene auf ca. 1500m, der Park liegt tiefer, auf 600-1000m. Wir wollen uns zumindest den schönen Ausblick von dort oben gönnen, wenn wir schon nicht rein fahren können. Vor Ort hoffen wir auf verlässlichere Info bezüglich Befahrbarkeit der Route durchs Nordtor.

Der Tag beginnt mit schönen 30km auf Teerdecke, dann kommen 50km über Stock und Stein. Wir erreichen Chakonde, das letzte Dorf bevor es steil den Berg hinunter geht. Ein Einwohner bedient eine Schranke und meint wir könnten es probieren. 22km weiter unten im Tal ist der Eingang zum Park. Die Ranger dort wüssten sicher, ob es möglich ist den Park von Nordwesten nach Osten zu durchquerern. Wir riskieren den Abstieg mit der vagen Hoffnung weiter fahren zu können und nicht von den Rangern zurück geschickt zu werden. Das heutige Tagesziel zu erreichen wäre in diesem Fall allerdings aussichtslos. Wir müssten irgendwo entlang der Strecke im Busch übernachten. Auch das nehmen wir in Kauf.

Was nun kommt lässt alles Bisherige wie einen Ponyhof erscheinen. Die Golodi Road in Malawi war wirklich schlimm, diese Abfahrt ist ein Alptraum. Auf halber Strecke machen wir eine Picknick-Pause. Wir hatten heute noch kein Frühstück. An einer der wenigen horizontalen Stücke bauen wir mitten auf dem Weg unseren Campingtisch auf und machen Brotzeit.

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Vorher müssen wir an Lilly wieder einmal etwas befestigen. Das Bodenblech hatte sich gelockert, 4 Kabelbinder helfen erstmal provisorisch.

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Derart gestärkt geht es weiter bergab über Felsbrocken und Geröll. Mit Straße oder Weg hat das hier nichts mehr zu tun. Hier geht man zu Fuß oder mit einem Esel. Mit einem Auto zu fahren ist einfach irre. Ein Land Rover ist für dieses Gelände vielleicht geeignet, unser Pajero ist definitiv über seiner Grenze. Das Auto heil runter zu bringen ist das Einzige was nun zählt.
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Nach 1 Stunde haben wir die 4km Abstieg geschaffft. Ein leicht verbogenes Trittbrett ist die einzige Blessur, die unsere Lilly abbekommen hat. In einer Kehre hatten sich einige große Felsbrocken vor dem Reifen verklemmt. Während ich die Brocken wegräume, damit es weiter gehen kann, schließt ein Landcruiser zu uns auf. Der einzige andere Fahrzeugtyp, neben einem Land Rover, dem man so eine Strecke zumuten sollte.

Der Fahrer, ein Deutscher, macht uns wenig Hoffnung. Mit einem Pajero sei der Weg zum Osttor des Parks kaum zu schaffen. Es gibt allerdings eine Alternativroute, die ist viel länger, würde uns aber den Weg zurück hinauf ersparen. Alles ist mir lieber als diesen Abhang wieder rauf zu fahren. Er weist uns noch auf die richtige Route und unsere Wege trennen sich. Etwa 6km später stehen wir dann endlich vor der Schranke am Nordtor.

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Ein Ranger kommt auf uns zu. Ich versuche sein Gesicht zu lesen. Schickt er uns zurück? Keineswegs - er meint wir können es schaffen. 80km in 2-3 Stunden über den kurzen Weg. 2 Flussdurchquerungen gilt es dabei zu bewältigen, aber es sollte gehen. Wir freuen uns wie Schulkinder die auf den Ausflug gehen dürfen.

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Wenn nicht gibt es noch einen langen Weg, 150km, 5 Stunden. Der geht auf jeden Fall. Aha! Ich gebe zu Bedenken, dass es bereits halb 3 ist und um 18 Uhr wieder Mal auf der anderen Seite das Tor schließt. Das selbe Dilemma wie vor einer Woche in der Serengeti. Ein Rennen gegen die Zeit. Nur dieses Mal ist es unmöglich zu schaffen, falls der kurze Weg unpassierbar ist. Er ist wenig beeindruckt und meint nur, dass wir dann eben den kurzen Weg fahren sollen.

Wir füllen die nötigen Formulare aus, bezahlen und los geht es. Vor uns jungfräuliche Piste, nicht sehr vertrauenerweckend. Zuletzt ist hier vor einer Woche jemand gefahren. Das war vor dem heftigen Regen vorgestern.

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Hätten wir gewusst was uns auf den nächsten 150km erwartet, hätten wir uns vielleicht etwas weniger gefreut.
Hier der Link zum Blog unserer Mitfahrer.

Frank & Alina Blog

Eingestellt von tipitom 09:24 Archiviert in Sambia

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