Reise blog von Travellerspoint

Sambia - Teil 2

Quer durch den South Luangwa Nationalpark

semi-overcast 29 °C

Es beginnt mit unserer ersten Flußdurchfahrt. Nicht tief der Fluß, über Sandsäcke - hat echt Spaß gemacht.
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Auf der anderen Seite treffen wir auf einen Pick-Up voller Ranger. Von denen erfahren wir, dass der kurze Weg unpassierbar ist. Wir müssen außen herum. 5 Stunden sagte der Ranger am Eingang. Wir haben jetzt nur noch gut 3 Stunden das zu schaffen. Wir versuchen es und fahren so schnell es irgendwie geht. Schon nach einer Stunde wird klar, das wird nichts. Mehr als ein 30er Schnitt ist einfach nicht drin.

Immer wieder tiefe Schlammlöcher auf der Strecke, die durch den Wald umfahren werden müssen. Umgestürzte Bäume versperren die Straße und wir müssen uns einen Weg durch den Wald suchen.
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Dann kommt was kommen muss. In der ganzen Hetzerei versuche ich durch ein solches Schlammloch zu fahren und hatte übersehen, dass die frischesten Spuren davor von der Strecke abgingen. Autofahren ist hier manchmal wie Fährtenlesen. Etwa in der Mitte des 50m langen Schlammloches komme ich zum Stillstand. Kein Vortrieb mehr. Trotz Allrad und Diff-Sperre geht nichts mehr.
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Genau für diese Fälle sind wir mit 2 Autos unterwegs. Frankie hat sich die Sache hinter mir angesehen und war in sicherer Entfernung vor dem Loch stehen geblieben. Nun zieht er mich mit der Winde retour aus dem Sumpf. Dauert alles keine 15 Minuten.

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Eine halbe Stunde später bleibe ich wieder stecken. Zu wenig Schwung, ich verpasse es nur knapp aus einem weiteren Loch zu entkommen. Nur etwa 2 Meter hatten gefehlt bis ans rettende, feste Ufer. Dieses Mal zieht er mich per Abschleppseil die fehlenden Meter vorwärts raus.

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Mittlerweile ist klar, wir kommen niemals bis 18 Uhr ans Gate. Um das Osttor zu erreichen müssten wir mindestens 2 Stunden in die Dunkelheit hinein fahren. Ein Irrsinn bei dieser Strecke.

Auf meiner Karte ist unweit vor uns ein Ranger-Camp verzeichnet. Es ist allerdings völlig unklar, ob das so spät in der Saison überhaupt besetzt ist. Nach insgesamt 2 Stunden erreichen wir dieses Camp. Wir haben bis dahin nur 50 der 150km Gesamtstrecke geschafft.

Ein Ranger kommt auf uns zu. Er heißt Moses. Mit seinen beiden Kollegen Mike und Christopher hält er hier die Stellung gegen Wilderer. Wir hoffen die Nacht hier verbringen und morgen weiter zu fahren zu können. Er ist einverstanden. Es wäre einfach zu gefährlich die unbekannte Strecke nachts anzugehen. Wir sind die letzten Touristen in dieser Saison vor der Regenzeit, die es wagen die Nordost-Route zu befahren. Ab jetzt bis Mai ist dieser Weg unpassierbar, wir hatten Glück überhaupt so weit zu kommen.

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Wir schlagen gerade unser Camp auf, da kommt der Pick-Up vom Eingang vorbei und bietet an voraus zu fahren und uns den Weg zu zeigen. Wir lehnen dankend ab. Der Tag mit der Höllenabfahrt und den Abenteuern im Schlamm war lang genug. Wir freuen uns bereits auf unser Abendessen und eine ruhige warme Nacht im Dachzelt.

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Toiletten und Strom gibt es hier natürlich nicht. Aber es gibt einen Brunnen und damit eine erfrischende Eimerdusche für alle.

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Ein paar hübsche Echsen sind unsere Nachbarn.

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Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von unseren Gastgebern nach dem Frühstück. Für dieses improvisierte Camp im Nationalpark wollten sie nicht einmal etwas verlangen. In Tansania undenkbar. Wir geben Ihnen ein ordentliches Trinkgeld und ziehen weiter. Nun haben wir so viel Zeit wie wir wollen und können es langsam angehen lassen. Immerhin ist das hier ein Nationalpark und man könnte Tiere sehen. Leider hat die Auspuffreperatur nicht lange gehalten, Lilly röhrt schon wieder wie ein Elch. Später stellt sich heraus, dass eine Schelle nicht richtig festgezogen war und sich gelockert hatte.

Heute fährt Frankie im Land Rover voraus. Ihm ergeht es wie mir gestern und er übersieht eine Umleitung. Das Schlammloch, das er durchfahren wollte, hält ihn gnadenlos fest. Dieses Mal darf ich mich revanchieren und ihn rausziehen.
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Lilly bekommt auch heute wieder etwas ab. Zuerst reiße ich mir hinten einen Teil des Stoßfängers ab, als es sehr tief in ein Schlammloch ging, das Frankie vor mir gegraben hatte. Etwas später rutsche ich im Schlamm seitwärts und ein kleiner Baum zerschlägt mir den Außenspiegel.
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Tiere haben wir auf 100km Fahrt durch den Park nicht gesehen. Sie halten sich zu dieser Zeit alle in der Nähe des Flusses Luangwa an der Ostseite des Parks auf. Nur dort gibt es sicher Wasser. Die Schlammlöcher, die unseren Autos so zu schaffen machten, können in ein paar Tagen schon wieder trocken sein.

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Je näher wir dem Osttor kommen umso besser wird die Strecke.
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5km vor dem Ausgang dann die ersten Tiere: Warzenschweine - immerhin.

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Dann eine kleine Gruppe junger Elefanten. Sehr nah, Tipi ist nervös und treibt mich zur Weiterfahrt.

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Dann endlich das Osttor. Wir dürfen raus ohne extra zu bezahlen. Weder für Übernachtung noch für den 2. Tag im Park. Auch das wäre in Tansania undenkbar, dort hätte man uns abkassiert.

Eingestellt von tipitom 09:41 Archiviert in Sambia

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