Reise blog von Travellerspoint

Tansania - Teil 4

Kilimandscharo?

semi-overcast 32 °C

Vom Amarula Camp geht es früh los. Wir haben heute gut 300km zu fahren und Einkaufen wollten wir auch noch. Das geht gut in Arusha. Für uns wahrscheinlich die beste Stadt in Tansania zum Einkaufen. Angeblich soll es hier sogar möglich sein unsere südafrikanischen Gasflaschen zu füllen. Heute fährt Tipi und sie hat überhaupt keinen Spaß an dem Stadtverkehr Stop-and-Go. Wir kommen kaum voran und die Zeit rennt uns weg. Gas kriegen wir nicht gefüllt, weil man gerade 2 Stunden Mittag macht als wir ankommen. Aber immerhin wissen wir jetzt wo es was gibt und beschließen unverrichteter Dinge weiter zu fahren und auf dem Rückweg hier nochmal Halt zu machen. In der Stadt gibt es ganze Alleen der wunderschönen blauen Jacaranda-Bäume.

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Wir sind nicht mehr weit weg vom Kilimandscharo, eigentlich sollten wir ihn schon längst gesehen haben. Leider hüllt er sich in eine dichte Wolkendecke und wir sehen nur die Ausläufer der Flanken. In den nächsten 2 Tagen wollen wir den Berg komplett umrunden. Irgendwo auf den 200km wird der Himmel sich schon mal aufklaren - so der Plan.

Wir biegen von der Hauptstrecke nach Norden ab und beginnen unsere Umrundung im Uhrzeigersinn. Bald endet die Teerstrecke und wir sind wieder mal auf einer Staub-Schotterpiste mit Tempo 30, weil alles als Baustelle gekennzeichnet ist.
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Plötzlich taucht eine Herde Zebras vor uns auf. Damit hätten wir außerhalb des Nationalparks nicht gerechnet.

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Zum ersten Mal sehen wir Wildtiere hier in Afrika ohne dafür zu bezahlen. Kurz vor unserem Tagesziel, der Simba Farm Lodge, fängt es an zu regnen. Die Piste verwandelt sich in eine Schlamm-Rutschbahn.

An der Farm angekommen zeigt man uns die Campsite hinter dem Haus. Die ist nur über einen völlig vermatschten, aufgeweichten Schlammweg zu erreichen. Ich versuche es zuerst, aber Lilly hat wieder mal nur Antrieb von hinten - nix Allrad! Zwecklos, ich gebe nach wenigen Metern auf und lasse mich zurückrollen. Nun darf es Frank probieren. Er kommt ein Stück weiter, aber dann ist auch für ihn Ende Gelände. Nur mit viel Mühe kommt er wieder aus dem Schlam(m)assel.

20 Minuten später stehen wir wieder auf dem Parkplatz der Lodge, nun mit völlig eingesauten Fahrzeugen. Mit Camping wird das nix heute. Überall ist alles nass, schlammig, schmutzig. Wo sollen wir hier kochen, abwaschen, schlafen?

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Es gibt hier Zimmer mit Halbpension zum stolzen Preis von 70 US$ pro Person. Das ist verdammt viel für unser Budget, aber wieder haben wir keine Wahl. Weiterfahren bringt nichts, denn auch hier ist weit und breit keine alternative Übernachtungsmöglichkeit. Es ist dunkel und regnet immer noch. Man war nicht auf uns vorbereitet und wir müssen warten bis die Zimmer fertig sind.

Die Aussicht über den Garten zum Mt. Meru ist traumhaft schön.

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Tipi möchte duschen, aber es gibt nur lauwarmes Wasser. Wir sind auf 1700m, die Luft ist kalt, da hätte man schon gerne eine zumindest warme Dusche. Wir reklamieren die kalte Dusche und werden vertröstet, wir sollen das Wasser laufen lassen, dann wird es schon warm, heisst es. Tipi steht 10 Minuten nackt unter der Dusche und friert. Das Wasser bleibt kalt. Nun heisst es wir sollen 15 Minuten warten, dann sei der Boiler heiss. Als auch nach 20 Minuten sich temperaturmäßig keine Besserung eintritt, gibt Tipi auf. Es wird heute nix mit Dusche - und das bei dem Preis hier.

Abendessen auf der eigenen Terasse. 3-Gänge-Menu, das Beste war die Butternut-Suppe. Das Filet war ein wenig zäh und der Nachtisch war eher geschmacklos.

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Ein fetter Käfer verfliegt sich von der Lampe über dem Tisch angezogen.

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Das Haus in dem wir uns 2 Zimmer, Bad und Wohnzimmer teilen sehr geschmackvoll eingerichtet. Es ist eine ehemalige deutsche Farm, die nun von Holländern bewirtschaftet wird.

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Wir machen Feuer im offenen Kamin und quatschen bis um 11 der Generator abgeschaltet wird. Das Frühstück am nächsten Morgen ist allerfeinst. Pfannkuchen, Eier, frisches Brot, Toast und Müsli. Wir essen bis wir fast platzen.

Vom Kilimandscharo haben wir immer noch nichts gesehen. Der Berg nebenan heisst Meru und ist immerhin der 4.-höchste In Afrika. Von dem sehen wir wenigstens etwas auf der Fahrt...

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...und ein bisschen mehr am Abend.

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Nächster Morgen, selbes Spiel - nix zu sehen vom Berg. Wir setzen unsere Umrundung zunächst Richtung Norden fort, biegen dann ab nach Osten und fahren entlang der kenianischen Grenze. Wir sind so nahe an der Grenze, man könnte rüber spucken. Rüber fahren werden wir allerdings nicht. Wir haben Kenia aus dem Programm gestrichen. Die politische Lage ist dort nach den Wahlen zu unsicher geworden. Vor allem im Westen, genau da wo wir auf dem Weg um den Victoria-See durch wollten, ist es unruhig und gefährlich geworden.

Wir fahren weiter und beenden die Umrundung im Süden in einem Ort namens Moshi in Key's Lodge ohne auch nur ein einziges Mal die Spitze des Berges gesehen zu haben. Eine herbe Enttäuschung. Die Campsite hier ist eigentlich ziemlich perfekt, wenn nur nicht schon wieder Mal der Strom weg wäre. Wir werden vertröstet auf 7 Uhr abends. Als um 9 Uhr der Strom immer noch nicht da ist, wir im Dunkeln sitzen und unser Kühlschrank immer wärmer wird, rastet Tipi aus. Sie geht wütend zur Rezeption und macht dort ordentlich Rabbatz. Davon kommt zwar der Strom erstmal nicht zurück, aber sie fühlt sich danach viel besser.

Eine halbe Stunde später gehen die Lampen wieder an, der Kühlschrank läuft, die Laune hebt sich. Wir sind hier relativ weit unten, nur auf etwa 800m, aber in der Nacht ist es erfreulich kühl.

Am nächsten Morgen fahren wir zum 2. Mal nach Arusha. Großeinkauf und Gasflaschen füllen. Letzteres gelingt uns auch, ist aber erheblich komplizierter als wir dachten. Im Laden in der Stadt müssen wir bezahlen, dann fahren wir mit Quittung und Flaschen zum Lager 5km weiter. Dort füllen sie dann endlich unsere Flaschen. Das sollte nun für 2 Monate reichen.

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Der Weg zum heutigen Camp führt mitten in der Stadt über unglaublich schlechte Wege. Unglaublich, aber vor mir fährt ein Minibus über ein Stück von dem ich dachte, es wäre mit unseren Overlandern schwierig drüber zu kommen. Hinter mir bezwingt ein normaler PKW ebenfalls diese Trial-Strecke. Unfassbar! Hier dreht sich auch der Zähler zum 5. Mal. Schon wieder Zeit für das 1000km-Selfie.

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Letzter Stop im Kulturzentrum um Postkarten und Briefmarken zu kaufen. Die Damen gehen alleine. Das kann jetzt dauern, denn es gibt dort auch Souvenirstände. Ich packe die Stühle aus und wir warten auf dem Parkplatz.

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Nun sind es nur noch 30km bis zur Snake Farm Lodge, unsere Campsite für die nächsten beiden Tage. Die hatten wir auf dem Hinweg schon ausgekundschaftet. Hier schien alles zu passen. Telefonnetz, Strom, Warmwasser - OK.

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Nur auch hier wieder ein Haken: Es gibt keinen Waschbecken zum Geschirr abwaschen, nur ein Wasserhahn 100m entfernt. Es ist zum verrückt werden, nirgends denkt hier einer wirklich an Camper und ihre Bedürftnisse. Hübsch ist es hier dennoch. Viele blühende Büsche...

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...und es ist ein Vogelparadies.

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Snake Lodge kommt nicht von Ungefähr - es gibt hier einen kleinen Reptilienzoo mit einer beeindruckenden Sammlung von Giftschlangen.

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Eingestellt von tipitom 08:03 Archiviert in Tanzania

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