Reise blog von Travellerspoint

Tansania - Teil 2

Ruaha Nationalpark

sunny 32 °C

Heute wollen wir in den Ruaha Nationalpark, etwa 100km von hier. Die übliche Strecke über Iringa wäre 30km länger und wurde uns als fürchterlich beschrieben. Anhand der Karte finde ich eine Abkürzung - wie schlimm kann das schon werden? Wir fragen auf der Farm welchen Weg wir nehmen sollen und auch dort meint man, wir sollen den längeren Weg nehmen.

Mit Hilfe von 3 verschiedenen Karten- und Navi- Programmen plane ich die Route. Ob es diese Route überhaupt gibt und ob sie befahrbar ist, wird sich unterwegs herausstellen. Schon einige Male hatte uns die Navi-Software auf Wege geschickt, die höchstens für Esel gangbar waren. Sicher kann man sich hier wirklich nie sein, Beschilderung entlang der Strecke darf man nicht erwarten.

Wir rechnen mit dem Schlimmsten und kalkulieren die 80km mit 4 Stunden Fahrzeit. Da wir dann zur Mittagszeit in der größten Hitze im Park ankommen würden, planen wir eine Übernachtung kurz vor dem Tor ein.

Heute machen wir Beifanrertausch, d.h. ich fahre bei Frank als Beifahrer und Alina bei Tipi. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten finden wir meine handgestrickte Route. Eine knifflige Abkürzung durch ein Flussbett, die nicht auf Googlemaps verzeichnet war, erweist sich als wunderschöne Fahrt durch einen Papyruswald auf gutem Fahrbahngrund.
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Auch die weitere Fahrt verläuft problemlos. Es geht durch abwechslungsreiche Landschaft.

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Manche Brücken sind haarsträubend wacklig. Einige Male musste ich Hand anlegen und lose Bretter zurecht rücken.
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Hier noch ein paar Impressionen eines schlechteren Streckenteils.
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Nach etwa 3 Stunden erreichen wir das Chogela Camp - ein ganz guter Schnitt für knapp 90km über Schotter und Sand.

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Es ist höllisch heiß hier. Wir sind diese Hitze nicht gewohnt. Die meiste Zeit über war es in den letzten 6 Wochen sehr angenehm oder eher zu kühl. Wir bauen unser Camp auf. Leider gibt es hier keinen Strom für unsere Kühlschränke.

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Dafür gibt es eine Feuerstelle und wir bekommen Feuerholz zum Kochen, das spart unser Campinggas. 5 ausgehungerte Campingplatzhunde warten schon darauf, dass sie etwas abbekommen.

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Es gibt Grillwürstchen mit Spiegelei.

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Eine beeindruckende Ameisen-Armee marschiert durch unser Camp.
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Am nächsten Morgen stehen wir schon vor Sonnenaufgang auf. Immer dasselbe mit diesen Tierbeobachtungen - Ausschlafen ist nicht. Zum Park-Gate sind es nur noch 15km, allerdings über eine schlimme Waschbrett-Rüttelpiste. Tipi fährt zu langsam mit Tempo 30. Bei dieser Art Piste muss man den Mut haben schneller zu fahren, bis das Rütteln aufhört. Am besten ist es über 60km/h zu fahren. Bis man diese Geschwindigkeit erreicht, rüttelt es immer stärker und man könnte meinen, das Auto fliegt auseinander.

Noch vor dem Gate ist ein kleiner Pool mit Hippos und Krokodilen. Doch hier ein kleiner Schock. Aufgedunsene, aufgeblähte Hippos treiben tot im Wasser. Wir zählen 7 Stück. Ein Schlemmerfest für die Krokos.

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Zunächst wissen wir nicht was hier passiert ist. Später erfahren wir durch Internetrecherche, dass hier Milzbrand (Anthrax) ausgebrochen ist. Schon 50 Hippos sind im Ruaha Park verendet in den letzten 4 Wochen. Erstaunlich, dass der Park für Besucherverkehr nicht gesperrt wurde. 5km weiter ist dann das erste Gate. Dort tragen wir uns in ein Besucherbuch ein. Zahlen muss man hier noch nichts. Dafür hat es hier Unmengen von Tse-Tse Fliegen. Innerhalb von Sekunden sind etliche ins Auto geschlüpft und ich werde gleich mal in den Hals gebissen. Das Aufheben das über diese Biester gemacht wird, finde ich allerdings völlig übertrieben. Sie sehen aus wie unsere Pferdebremsen und etwa gleich schmerzhaft ist ihr Biss.

Die Zahlstation ist 30km weiter im Park. Wohl damit keiner am Tor umdreht, wenn er die Preise sieht. Knapp 240 US$ alles zusammen für uns 4 und die beiden Autos. Tansania ist unverschämt hoch mit seinen Parkeintrittspreisen, der Ruaha ist dabei noch der günstigste Park. Was soll's, wir bezahlen und machen uns auf zu unserem ersten Game Drive in Tansania. Außer uns ist nur noch 1 weiteres Auto in dem riesigen Park unterwegs. Das ist schon mal erfreulich. Stehen bleiben kann man wo man will, aussteigen und Fotos machen jederzeit und überall - das wird in den bekannten Parks später anders sein.

Schon bald kommen die ersten Giraffen in Sicht.

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Dann auch einige kleine Gruppen von Elefanten.

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Die Landschaft ist genau das was man sich unter Afrika vorstellt.

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Gegen Mittag wird es immer heißer und wir sehen immer weniger Tiere. Alles versteckt sich im Schatten der wenigen Bäume. Wir fahren auf die andere Seite des Ruaha durch das trockene Flussbett. Tipi fährt zum ersten Mal mit Lilly durch tiefen Sand und beide schlagen sich gut und kommen gut auf der anderen Seite an. Beim Weg zurück über eine andere trockene Furt geht dann einiges schief.

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Zu viel Gas, durchdrehende Räder, etwas aus der Spur gelenkt und schon stecken wir mitten im trockenen Flussbett im Sand.
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Ich lasse als erstes Mal die Luft aus den Reifen, dann Diff-Lock rein, Allrad und Low Gear - dann probiert es Tipi nochmal. Viel Gas und nicht stoppen sage ich ihr und los geht's. Sie kommt so tatsächlich ohne weitere Hilfe alleine aus dieser Falle. Frank hat schon vorsorglich die Luft abgelassen und kommt problemlos durch. Auf der anderen Seite pumpen wir die Reifen mit seinem Kompressor wieder auf Betriebsdruck auf.

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Durch diese Verzögerung sind wir eine Stunde hinter Zeitplan und müssen uns sputen um noch in unser Camp südlich von Iringa zu kommen. Das ist eine andere Strecke als der Weg her und wir wissen nicht wie schlecht es voran gehen wird. Der Zustand wurde uns als katastrophal beschrieben. War es dann aber nicht, sondern es war nur Waschbrettpiste. Tipi brettert mit 70km/h drüber und wir kommen viel besser voran als gedacht. Unterwegs sehen wir zu unserer Überraschung in jedem kleinen Dorf eine griechisch-orthodoxe Kirche.

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Bald darauf sind wir an der Teerstraße angekommen, es bleibt sogar noch Zeit auf dem Markt noch etwas einzukaufen.

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Dann wären wir eigentlich am Ziel gewesen...ja, aber nur eigentlich. Am auf der auf der Karte angegebenen Ort ist kein Isimila Campingplatz. Wir fahren hin und her, finden nichts. Als wir fragen, deutet man uns in eine Richtung. Richtig Englisch kann hier keiner. Tipi hat einen Feldweg entdeckt und meinte das müsste der richtige zum Camp sein. Ich habe Zweifel, sage nichts, denn heute fährt sie. Der Weg wird immer enger, Dornenbüsche am Wegrand zerkratzen übel den Lack an den Türen. Schließlich geht es nicht mehr weiter und wir müssen umkehren.

Frank fährt nun voran und wir fahren auf der Teerstrasse 3km zurück. Dort endlich das Schild zu unserem Campingplatz. Die Besitzer sind jedoch nicht da und die Angestellten können uns nicht sagen, wo wir uns hinstellen dürfen. Wir müssen also warten, es wird immer später. Tipi und ich haben schon keinen Hunger mehr. Der Tag war einfach zu lang und zu anstrengend in der Hitze. Wir bauen noch das Camp auf und das war es dann für heute.

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Mittlerweile ist die Besitzerin, eine Deutsche, angekommen. Mit ihr eine extrem nervige 4-jährige, die Tipi in die Flucht ins Zelt schlägt. Ihre Kopfschmerzen sind auch so schon schlimm genug. Frank und ich versuchen das Kind müde zu bekommen, zwecklos - bald flüchte ich auch ins Zelt.

Eingestellt von tipitom 08:19 Archiviert in Tanzania

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