Reise blog von Travellerspoint

Malawi - Teil 4

Festgefahren

sunny

Am nächsten Morgen müssen wir leider schon wieder weiter. Es folgt ein kurzes Frühstück und ein herzlicher Abschied durch die Angestelllten.

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Die Temperaturen in unseren Kühlschränken gehen immer weiter nach oben. Der nächste Campingplatz muss unbedingt Strom haben, sonst verderben unsere Vorräte.

Wo wir nun aber schon mal hier oben sind, wollen wir uns auch was ansehen. Einen Wasserfall und ein historisches Gebäude in Livingstonia gäbe es zu sehen. Wir fahren zuerst zum Stonehouse. 1903 von Missionaren erbaut, ist es heute ein Hotel mit sehr schlichten Zimmern und einem eher wenig sehenswertem Museum. Insgesamt reicht das aber, um das Gebäude in den Status eines nationalen Monuments zu erheben.

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Das war ja eher nix, hoffentlich wird der Wasserfall interessanter. Schon am Parkplatz wird Tipi von Kindern umringt und sie verteilt ihre letzten Lutscher. Es wird ein wenig Eintrittsgeld fällig - nichts ist wirklich umsonst hier für weiße Touristen.

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Zuerst der Wasserfall von oben - nicht viel zu sehen. Dann gehen wir ein Stück und sehen einen anderen Fall von der Seite.

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Später von einer kleinen Grotte aus auch von hinten. Immerhin, das hat man dann ja nicht so oft.

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Es ist heiss, steil und staubig.

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Bis wir zu einer Stelle mit natürlichem Pool kommen an dem auch Wäsche gewaschen wird.

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Nun folgt noch der besonders von Tipi arg gefürchtete Weg nach unten über die Serpentinen-Schotterpiste. Die Piste hat sogar einen Namen: Golodi Road. 20 Haarnadelkehren. Mir hätte es Spaß gemacht, wenn es nicht mein eigenes Auto gewesen wäre. Aber es hilft alles nix, es ist der einzige Weg hier raus. Wir brauchen wieder eine Stunde für die 10km. Tipi erträgt Teile der Strecke mit geschlossenen Augen.
Das kleine Filmchen zeigt nichtmal ansatzweise wie steil es hier war und wie schlecht die Straße. An den wirklich schlimmen Stellen konnte Tipi nicht filmen - klar, mit geschlossenen Augen geht das halt schwer.
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Endlich unten angekommen haben wir nur noch ein paar Kilometer bis zur Hakuna Matata Campsite. Willie, der Besitzer ist ein Original. Er meint wir können uns überall hinstellen wo wir wollen, aber die Stellplätze mit Seeblick oben in den Dünen seien wohl die besten.

Ich versuche es als Erster und bleibe gleich mal bis zur Achse mit dem Hinterrad im Sand stecken.

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Irgendwas stimmt mit dem Allrad nicht, ich kriege keinen Vortrieb von der Vorderachse. Frank geht es mit dem Landrover nicht besser. Auch er hat sich nach wenigen Metern festgefahren. Unsere Autos sind bis zum Maximum beladen und einfach zu schwer für dieses Terrain.

Tipi ist fertig mit den Nerven, hat aber noch die Ruhe unsere Befreiungsaktionen zu fotografieren. Der High-Lift-Jack kommt erstmalig zum Einsatz.

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Diesen Spezialwagenheber habe ich noch in sehr schlechter Erinnerung von meiner letzten Reise. Die Dinger sind sauschwer zu bedienen, klemmen ständig und man kann sich leicht damit verletzen.

Ein paar andere Tagesgäste schauen uns zuerst zu, helfen dann mit Brettern. Inzwischen hat Willie seinen Isuzu 4-Rad geholt und zieht schon Mal Frank aus dem Sand. Danach komme ich dran. Problemlos zieht er uns beide auf festen Boden. Irgendwie sehr peinlich das Ganze.
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Wir finden einen anderen Stellplatz auf festerem Boden und bauen dort unser Camp auf.

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Die schlechte Nachricht: der Strom ist hier schon den ganzen Tag weg - keiner kann sagen wann er wieder kommt. Unsere Kühlschranktemperaturen sind mittlerweile 2-stellig. Tipi fotografiert ihre geliebten Frangipani-Bäume und macht ein Schläfchen, das beruhigt.

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Der Strand ist typisch für den Malawisee. Wir haben uns schon daran gewöhnt - Sand und Wellen wie an der Nordsee.

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Um 9 Uhr abends immer noch kein Strom. Wir feiern trotzdem ein wenig mit unseren Helfern. Wenn der Strom in der Nacht nicht wiederkommt, müssen wir morgen in aller Früh los.

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Tipi steht um 5 auf und ist erleichtert, weil der Strom ist da und der Kühlschrank läuft. Wo sie schon mal wach ist, macht sie gleich mal ein Bild vom Sonnenaufgang.

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An diesem Platz war das Telefonnetz so schlecht, dass wir beschließen einen weiteren Stop in Malawi einzulegen. Nur etwa 80km nördlich gibt es noch eine Möglichkeit laut Karte. Nahe einem mittelgroßen Ort namens Karonga. Dort kann Alina noch einmal arbeiten und ich unseren Blog aktualisieren. Strom ist mittlerweile nicht mehr so brisant, denn wie durch ein Wunder hatten wir bei Willie fast den ganzen 2. Tag durchgehend Strom für unsere Kühlschränke. Lebensmittel konnten wir keine mehr kaufen, so etwas wie einen Supermarkt findet man in Malawi nur sehr selten. Ein paar Tomaten von Straßenverkäufern brauchen wir aber noch. Die schmecken hier übrigens ausgezeichnet.

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Dann erreichen wir das Tagesziel - das Beach Chamber Resort. Eine völlig heruntergekomme Anlage. Auf Camper ist man hier nicht eingestellt. Aber wir können die Autos vor der Anlage im Sand parken, für Dusche und Toilette wird uns eines der Zimmer aufgesperrt.

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Alle sind wie auch sonst überall in Malawi extrem freundlich. Da keine Mauer das Gelände umgibt, sind wir der Aufmerksamkeit der Kinder schutzlos ausgesetzt. Sie betrachten uns und unsere Autos wie frisch gelandete Außerirdische.

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Der Strand liegt mittlerweile über 100m entfernt, der See schrumpft seit 20 Jahren. Die Anlage, die wohl mal direkt am Wasser lag, verdient nun den Namen "Beach" wirklich nicht mehr.

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Fischerboote legen nun dort an und es riecht abwechselnd nach Fisch und Ziegenmist. Gut, dass wir morgen hier früh wieder weg sind. Tipi ist auch wegen der fehlenden Mauer sehr um unsere Sicherheit besorgt und schläft nicht wirklich gut in dieser Nacht. Eine unbegründete Sorge wie sich zeigte.

Nur 40km waren es am nächsten Tag bis zur Grenze. Wir sind pünktlich wie geplant um 8 Uhr morgens losgefahren. Die Ausreise auf der Malawi-Seite dauert etwa eine halbe Stunde. Dieses Mal wollte der Grenzer die Autos sehen die wir wieder ausführen. Das dauert halt ein Weilchen. Durch das schmale Niemandsland zur Tansania Seite kamen wir schnell. Dann kamen allerdings die Grenzbeamten Tansanias mit ihren VorSchriften und Formularen. Dort wiehert der Amtsschimmel aber so richtig laut.

< Fortsetzung folgt >

Eingestellt von tipitom 07:24 Archiviert in Malawi

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