Reise blog von Travellerspoint

Malawi - Teil 1

Ferien am See

sunny

Wir erreichen den Grenzübergang nach Malawi vor der geplanten Zeit und freuen uns schon ein wenig heute früher ans Ziel zu kommen. Dabei hatten wir nicht mit der Unfähigkeit der Malawi'schen Grenzbeamten gerechnet. Wir sind zwar wieder die einzigen Ausländer die heute rüber wollen, aber alles dauert unendlich lange.

Zuvor war es auf der mosambikanischen Seite unerwartet schnell gegangen. Ausreisestempel in die Pässe, Import Permit abgeben alles in Minuten erledigt und wir durften weiterfahren durchs Niemandsland. Das ist hier ungewöhnlich breit. Der Posten Malawis kommt erst etliche Kilometer später.

Dort parken wir erstmal die Fahrzeuge, Frank und ich gehen vor. Sofort kommen wieder Fixer auf uns zu - die hilfsbereiten Geister jeder afrikanischen Grenze, die einem mit dem Papierkrieg helfen wollen. Für ein unverschämt hohes Entgelt versteht sich. Wir wollen es dieses Mal ohne diese Blutsauger schaffen und gehen zügig an ihnen vorbei ins Gebäude.

Das erste Einreiseformular haben wir völlig umsonst ausgefüllt, wir brauchen nämlich Visa und dafür gibt es ein anderes Formular. Davon haben sie allerdings nur noch 3, ein Viertes müssen sie erst ausdrucken. So vergeht schon mal die erste halbe Stunde. 75US $ kostet das Visum, ganz schön happig. Ich sage Frank, dass ich von ihm 150 US$ brauche, 75 für ihn 75 für Alina. So einfach sich das anhört, dauerte es dennoch ein wenig bis er verstand was ich meinte. Alina ist in der Zeit zum Geldautomaten. Ich auch, weil Tipi muss dringend aufs Klo und das kostet hier und wir haben keine Landeswährung. Der Automat akzeptiert meine Pin 3 Mal nicht. Ich schaue genau - ich habe Tipi's Karte erwischt. Was ein Mist, alles wieder zurück latschen Am Parkplatz treffe ich Tipi wieder. Ich habe immer noch kein Geld, Tipi war immer noch nicht auf dem Klo. Es stellt sich heraus, dass ich auch meine Karte dabei hatte, nur halt übersehen.

Nun gehen wir beide und heben Geld ab. Glücklicherweise ist Tipi's Karte nicht gesperrt durch meine Falscheingaben. Leider ist der kleinste Schein den der Automat ausgibt ein 1000er, pinkeln kostet 50, die Klofrau kann nicht wechseln. Zum Verrückt werden. Am Ende bekommt Tipi von einer Beamtin das Geld und wird endlich ihre Not los.

Das 4. Formular ist inzwischen auch aufgetaucht, wir dürfen sie nun alle ausfüllen. So vergeht die nächste halbe Stunde. Während die Beamten über unseren ausgefüllten Formularen brüten gehe ich mit Frank das Thema Autoimport an. Das TIP (Temporary Import Permit) kostet 10.000 Kwatcha - das ist die Landeswährung und sind etwa 12 Euro - direkt günstig im Vergleich zum Visum. Es muss in bar an einem anderen Schalter bezahlt werden - mittlerweile haben wir ja Geld. Dort ein kleine Schlange, so vergeht die nächste halbe Stunde. Als wir zu den Mädels zurückkommen, sind unsere Pässe mit den Visa immer noch nicht fertig. Die 300 US$ hatten wir schon über den Tisch gereicht, daran kann es nicht liegen

Es dauert und dauert, aber nach gut 2-einhalb Stunden ist endlich alles fertig. Alles? Naja, fast alles denn wir brauchen noch die vorgeschriebene Haftpflicht fürs Auto. Die gibt es im ersten Dorf hinter der Grenze. Auch der Erwerb dieser simplen Police erweist sich als mühsam, denn dafür braucht man Strom, um die Plakette für die Windschutzscheibe auszudrucken. Strom ist in Malawi eine wackelige Sache, wie wir zuerst hier und später auch an anderen Orten erkennen. Die Versicherungsdame hat allerdings in Stromaggregat, dass sie anschmeißt und erstmal den PC hochfährt. Das ist höllisch laut und dauert....mir platzt fast der Schädel, 33 °heiss ist es außerdem. Ich will hier weg! Wieder eine halbe Stunde später haben wir den Aufkleber und es kann endlich weiter gehen auf Malawis Straßen.

Hier die Überraschung: Die Straßen sind ausgezeichnet. Schlaglochfrei und kaum Verkehr erreichen wir das Tagesziel am Malawi-See kurz vor Dunkelheit. Einzig problematisch sind die vielen Fußgänger am Straßenrand. Viele kleine Kinder dabei, ein mulmiges Gefühl an denen mit 80 Sachen vorbeizurauschen.

Wir wären eine Stunde früher angekommen wenn, wir nicht eine Stunde mit dem Kauf von 2 SIM-Karten verblödelt hätten. Der unfähige Verkäufer behauptet zunächst alles sei kein Problem für ihn. Er kann uns Karten verkaufen und aktivieren und dann haben wir Internet so viel wir wollen. Er drückt wirr an den Telefonen und dem Tablet herum. Zunächst geht nichts, eine Stunde später immer noch nicht. Ich dränge zur Weiterfahrt in der Hoffnung morgen unterwegs jemanden mit mehr Ahnung zu finden. Das hatte letztes Mal bei Alina's SIM-Karte in Mosambik auch gut geklappt.

Zum selbst Kochen ist es zu spät, wir gehen ins Restaurant des Campingplatz-Resorts und probieren den Fisch. Sehr lecker! Mit den Campingplatzhunden habe ich mich angefreundet. Als Dank frisst einer meinen halben Croc-Schuh über Nacht, als ich ihn vor dem Zelt stehen ließ. Tipi's Schuh ist ebenfalls, aber nur leicht beschädigt, ich brauche bald Ersatz, der in meiner Größe 44 nur schwer zu bekommen ist, wie sich in den folgenden Tagen zeigt.

Am nächsten Morgen bin ich als Erster auf und fotografiere einen wunderschönen Sonnenaufgang.

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Danach gemeinsames Frühstück am Sandstrand.

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Eigentlich ganz schön hier, es fühlt sich mehr nach Meer an. Sandstrand am See hat man sonst eher selten. Nur leider müssen wir den Strand mit einer Herde Ziegen und ihren Ausscheidungen teilen. Tipi verschläft trotzdem den Vormittag.

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Nachts läuft lärmend der Generator oder es gibt keinen Strom. Beides nicht ideal. Deswegen packen wir nach 2 Tagen zusammen und fahren 1 Stunde nach Norden nach Monkey Bay. Vorher ein weiterer Sonnenaufgang überm See.

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In Chembe, Monkey Bay bekommen wir einen schönen schattigen Platz unter einem Avocadobaum.

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Ständig fallen Früchte vom Baum. Kleine und große - Tipi's Kommentar dazu: Avocados sind keine Kokosnüsse. Wo sie recht hat hat sie recht, niemand wurde in den nächsten 3 Tagen verletzt. Aber auch hier riecht es immer wieder stark nach Ziegen von nebenan, im Lauf der Zeit wurde das unerträglich.

Wir gehen zum Einkaufen auf den lokalen Markt. So haben wir uns Afrika vorgestellt. Kleine Läden mit Obst, Gemüse aber auch ein Schuhverkäufer. Tipi bekommt Crocs für 3 Euro in ihrer Größe, bei mir ist bei Größe 43 Schluß. Die Häuser der Einheimischen eher einfach.

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Tipi kauft und verteilt Lutscher und wird kurzfristig die beliebteste Person im Dorf.

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Wir kaufen von einem Fischer einen großen Katzenwels und lassen ihn filetieren. Dazu gibt es Kartoffeln im gußeisernen Topf.

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Am ersten Tag hatten wir den ganzen Platz für uns, über Nacht dann eine Invasion durch eine italienische Reisegruppe.

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Andere Besucher waren weniger laut.

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Tags darauf gab es Würstchen.

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Die Sonnenuntergänge hier sind der Hammer.

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Hier ist mein Lieblingsfoto vom See.

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Eingestellt von tipitom 08:29 Archiviert in Malawi

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