Reise blog von Travellerspoint

Mosambik - Mossiebik

Mücken auf Droge

semi-overcast 26 °C

Auch gestern war der Start mit Lilly nicht ohne kleinen Aufreger. Nachdem ich die Handbremse gelöst hatte, leuchtete die Kontrolllampe weiter. Den Fehler kenne ich: Bremsflüssigkeit fehlt! Noch an der Tankstelle in Südafrika kaufe ich eine Dose. Nun gilt es herauszufinden, wo man die reinschüttet. Das Handbuch des Mitsubishi ist in Finnisch(?), aber glücklicherweise auch in Englisch.

Wir finden auf diese Weise den Einfüllstutzen. Dabei stelle ich fest, dass der Füllstand nur kurz unter Maximum ist. Der Sensor dafür scheint etwas zu pessimistisch eingestellt zu sein. Na egal, nach Füllung bis ans Maximum ist das rote Licht am Armaturenbrett weg. So ohne Warnlampen fährt es sich gleich viel entspannter.

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Wir haben noch einige offene Punkte auf unserer Einkausliste. Solarpanele und Trichter für den Reservesprit konnten wir bisher nirgends bekommen. Wichtiger noch sind Malariatabletten. Mosambik ist so ziemlich die Malariazentrale in Afrika, wenn nicht weltweit. Wenn man Malaria kriegt dann hier am ehesten. Mehrmals wurden wir gewarnt vor der Gefahr und tun alles um erstmal nicht gestochen zu werden.

Trotzdem wollen wir für den Fall denen Fälle gerüstet sein und halten an einer der ersten Apotheken hinter der Grenze. Der Apotheker spricht gut Englisch und wir bekommen eine Packung für den Notfall. Am Abend bestätigt uns die Besitzerin des Montego Bar & Camping in Xai-Xai, dass es das richtige Medikament für Malaria in Mosambik ist. Sie hatte es schon mindestens 5 Mal und meinte, das es nur beim ersten Mal richtig schlimm ist, weitere Infektionen verlaufen glimpflicher. So weit wollen wir nicht kommen. Moskito Repellent wird aufgetragen, langärmlige Oberteile und lange Hosen ziehen wir noch vor der Dämmerung an. Das sollte doch reichen.

Denkste! Die Biester hier sind gedopt. Strickjacke und T-Shirts darunter - da stechen die einfach durch. Ich kann es anfangs kaum glauben, aber sie kommen sogar durch durch Hose, die mich bisher in allen Regionen der Welt vor Mossies geschützt hat. Tipi ergeht es noch schlimmer, sie bekommt noch mehr Stiche ab als ich. Wir kaufen zusätzlich ein Spray, das auf die Kleidung aufgetragen wird. Weitesgehend nutzlos, wie sich bald herausstellt.

Unser Dachzelt hat Moskitonetze an den Fenstern, wir haben aber noch ein zusätzliches Netz für den Zelt-Innenraum gekauft. Das ist wie Gürtel mit Hosenträger - doppelte Absicherung. Dennoch schafft es so ein Biest in der Nacht zu uns durchzukommen. Danach passen wir noch mehr auf beim Einstieg unters Netz, damit keine mit reinrutscht.

In puncto Kleidung kommen wir an die letzte Verteidigungslinie - unsere Regenjacken! Da kommen sie nicht durch, lange Hosen aus dickem Leinen verteidigen untenrum. Gut dass es abends kühl ist, sonst würde man das nicht aushalten. Statt Mosambik sollte dieses Land Mossiebik heißen.

Unsere erste Nacht in Mosambik verbringen wir in einer Strandbar mit kleinem Campingplatz in Xai-xai. Hübsche schattige Stellplätze auf Sand. Sehr tückisch wie sich bei der Abfahrt herausstellt. Es findet sich gleich ein Platz an dem Tipi ihre nagelneue Hängematte ausprobieren kann.

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Der Strand hier ist sauber, breit und menschenleer - zum Schwimmen ist es uns allerdings zu kalt und windig. Die Wellen zu hoch, die Küste zu felsig. Deswegen nur ein Strandspaziergang mit Jacke wie an der Nordsee.

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Wir bleiben noch eine 2. Nacht. Trotz Moskitos und trotz der fehlenden Bademöglichkeit. Hierher zu finden war schon mal nicht leicht. Unser Garmin-Navi mit der tollen Afrika-Karte haben wir gekillt, als wir es über den Inverter geladen haben. Hat wohl die Ladespannung nicht überlebt. Nun haben wir nur noch die Google-Offline-Maps uns das gute alte Nokia. Letzteres ist allerdings hier am Ende der Welt so gut wie nutzlos.

Um zum Montego Resort zu kommen braucht man eigentlich einen 4WD mit viel Bodenfreiheit. Dennoch begegnen uns auf der Sandpiste durch die Dünen mehrere normale PKWs. Keine Ahnung wie die das hinkommen hier nicht stecken zu bleiben. Die Campsites im Montego sind dann definitiv nur für Allrad zugänglich - darauf wird auch auf einem Schild auf dem Weg hingewiesen. Sah auf den ersten Blick eigentlich gar nicht so übel aus, aber schon beim Reinfahren gräbt sich Lilly hinten ein. Es fühlt sich irgendwie nicht nach Allrad-Antrieb an. Wurscht, für schone nächsten 2 Tage stehen wir hier mal gut.

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Das was auf dem Foto aussieht wie fester Boden, ist eigentlich nur lockerer Treibsand. Nur mit Mühe komme ich da wieder raus und mir kommen erste Zweifel wie es mit Lilly gehen soll, wenn es mal wirklich fiesen Untergrund hat. Es könnte natürlich auch an meinen ungenügenden Gelände-Fahrkünsten liegen. Davon ist Tipi überzeugt, auf ihre Lilly lässt sie nichts kommen. Am Auto kann es auf keinen Fall liegen.

Nach 2 Tagen fahren wir die gleiche Piste wieder zurück zur Hauptstraße. Weil's so schön ist gleich 3 Mal. Wir haben einen der Angestellten mit im Auto und als wir es schon fast geschafft hatten läutet sein Handy. Wir haben meine Jacke im Baum hängen lassen. Die brauche ich unbedingt wegen der Mossies, also alles wieder zurück und wieder her.

Heutiges Etappenziel ist Tofo Beach. Unsere Vorräte sind dezimiert und wir wollen in Inhambane, der nächstgrößeren Stadt, einkaufen. Das wird ein Reinfall. Auf Googlemaps als Supermarkt markiert, finden sich nur Lagerhäuser und ein lokaler Markt. Zumindest bekommen wir etwas Obst und Gemüse. Luxusartikel wie Joghurt, Fleisch, Würstchen oder Ähnliches finden wir hier nicht. Über eine Stunde verplempern wir in dieser Stadt auf der Suche nach Essbarem.

Auf dem Weg nach Tofo ist ein Lebensmittelladen mitten im Nirgendwo eingezeichnet, den probieren wir noch. Von außen nur ein Schuppen bekommen wird drinnen alles was wir brauchen. Allerdings zu unerhört hohen Preisen. Wir vermissen jetzt schon Südafrika und seine gut sortierten, günstigen Supermärkte.

Einkäufe erledigt geht es die letzten 10km nach Tofo Beach zu unserer Campsite. Ich hatte per Email reserviert. Es stellt sich heraus, der Besitzer ist Deutscher. Googlemaps führt uns zunächst völlig in die Irre und dann in eine Sandfalle. Diesmal stecken wir richtig fest und kommen nur mit Hilfe einiger Locals, die kräftig schieben wieder da raus. Natürlich lag das weder an Tipi's Wegweisungen, noch an Lilly's mangelnder Geländetauglichkeit, sondern wieder Mal an mir.

Der Standplatz ist etwas vermüllt, das WiFi schlecht und auch Toilette und Dusche sind nicht zu Tipi's Zufriedenheit. Daran ändert auch deutsches Management nichts. Deswegen ziehen wir nach der 2. Nacht ein Haus weiter zu Fatima's Nest. Dort war ich schon vor 4 Jahren, dachte aber dort gäbe es keinen Strom und Campküche. Als wir herausfinden dass es beides gibt ziehen wir um. Die Bar dort und der Standplatz für unser Auto sind auch besser das bei gleichem Preis.

Eingestellt von tipitom 01:26 Archiviert in Mosambik

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