Reise blog von Travellerspoint

Namibia - Teil 10

Sesriem - Sossusvlei - Hidden Vlei

sunny 32 °C

Einen neuen Reifen brauchen wir - schon wieder. Wichtiger ist allerdings das Problem mit dem tröpfelnden Tank. Nach einigem Herumfragen und Warten finden wir einen Mechaniker, Rijan, der sich sofort der Sache annimmt. Dieses Mal finden wir eine richtig gut ausgestattete Werkstatt, sogar mit Hebebühne.

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Mit Rijan haben wir auch Glück, denn er versteht anscheinend etwas von seinem Handwerk. Der Tank wird ausgebaut, ein feiner Haarriss gefunden, mit Spezialkleber abgedichtet und wieder eingebaut. In der Pause, in der der Kleber trocknet, schweißt er mal eben den Auspuff. Der war schon wieder etwas undicht. Das alles dauert 4 Stunden, kostet 60€ und Problem Nr. 1 ist gelöst. Bleibt noch der Reifen. In der Tankstelle haben sie einen, der wird montiert und Problem Nr. 2 ist auch erledigt. So kommt es, dass wir um 3 Uhr Nachmittags unser Zelt aufgebaut haben und wieder einigermaßen entspannt am Pool des Campingplatzes liegen können.

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Nicht ganz, denn wir haben unsere Campingstühle in der Werkstatt vergessen. Auf denen saßen wir während wir gewartet haben. Ich wähle das kleinere Übel und statt Zelt abbauen und zurück fahren, gehe ich zu Fuß die 2km. Es weht ein heftiger Wind, geradezu ein Sandsturm, als ich auf dem Rückweg mit unseren Stühlen bin. Tipi kommt mir völlig aufgelöst entgegen. "Das Zelt fliegt weg!", ruft sie. Und tatsächlich, die Plane flattert heftig im Wind. "Segel reffen!", heisst es nun. Mit viel Mühe bekomme ich die schlagenden Seitenteile des Zeltes in den Griff und mache alles wieder fest, wo es hingehört. Gegen Abend lässt der Wind nach und wir haben wieder Mal einen schönen Sonnenuntergang.

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Am nächsten Morgen gehen wir nach dem Frühstück zur Rezeption des Namib-Nauklift Parks und erkundigen uns nach möglichen Aktivitäten hier. Ballonflug, Helikopter- und Flugzeugrundflug ist uns alles zu teuer. Wir beschließen am nächsten Tag selbst mit dem Auto zu den berühmten Sanddünen zu fahren. Damit man denn Sonnenauf- bzw - untergang bei den Dünen im Park erleben kann, muss man allerdings am Campingplatz im Park übernachten. Der ist etwas teurer als der vor dem Tor, bietet aber weniger Komfort. Keine eigene Küche, Dusche oder Klo. Das scheint hier im südlichen Afrika überall so zu sein, dass die Campsites in den Parks weniger bieten und vergleichsweise unverschämt teuer sind. Wir reservieren also für den nächsten Tag eine Campsite im Park und gehen zurück an unseren Pool. Es folgt ein ganzer Tag mit Nichts-Tun. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr. Wir genießen unseren quasi freien Tag am Pool - fast wie Urlaub.

Am nächsten Morgen um 10 Uhr verlassen wir das Sossusvlei Oasis Camp und ziehen die paar hundert Meter um, in das Camp der Nationalparkverwaltung. Eigentlich wollten wir abends zum Sonnenuntergang die 60km zu den Dünen fahren, aber da es völlig zugezogen und nicht heiß ist, beschließen wir schon jetzt am Vormittag hin zu fahren. Für den Pool ist es glatt zu kühl.

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Erster Stopp ist die Düne 45 bei - wer hätte es gedacht - Kilometer 45 der nagelneuen Teerstraße, die vom Gate zum 2x4 Parkplatz geht. Es gibt hier viele höhere und schönere Dünen, aber was diese Düne auszeichnet ist, dass sie direkt vom Parkplatz aus besteigbar ist. Daher ist diese Düne im Standard-Besuchsprogramm jeder Pauschalreise enthalten.

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Mir ist das zu blöd da raufzustapfen, wir bleiben unten und finden ein paar gelangweilte Oryxe.

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Die Düne wandert und für diesen Baum werden bald die Lichter ausgehen.

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Nach 20 Minuten haben wir hier genug und fahren zum Ende der Teerstraße, zum 2x4 Parkplatz. Ab hier geht es nur mit gutem 4-Rad-Antrieb in tiefem Sand weiter. Da ich letztes Mal schon hier stecken blieb, ist es keine Überlegung wert, hier mit Lilly weiter zu fahren. Wir wollten das Traktor-Shuttle für die letzten 5km zum Deadvlei nehmen. Das fährt allerdings nur noch frühmorgens und ist somit heute keine Option mehr für uns.

Es gibt aber noch das Hidden Vlei. Das ist so versteckt, dass ich es letztes Mal nicht gefunden habe. Daher wohl auch der Name. Am Beginn des Weges steht noch ein Schild und es gab den Hinweis, man solle den Markierungen folgen.

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Es gibt allerdings keine Markierungen. Falls es mal welche gab, hat sie der Wüstensand wohl zugedeckt. Wir folgen zunächst einigen alten Fußspuren im Sand. Die verlaufen allerdings in unterschiedliche Richtungen und enden alle irgendwann. So kommen wir nicht weiter. Auf meiner GPS-Karte ist der Eingang zum Hidden Vlei eingezeichnet. Ab nun navigiere ich mit Tablet.

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Es geht eindeutig hier lang...

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...oder hier entlang

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Wer weiß ob die Koordinaten überhaupt stimmen. Immerhin ist das eine Sandwüste und da ändert sich die Lage der Dinge schon mal im Lauf der Zeit. Also wenn es stimmt, dann ist hinter der nächsten oder übernächsten Düne das Tal. Tatsächlich!

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Vor uns liegt das Hidden Vlei. Wir rutschen die Düne runter auf den Talboden. Keine anderen Touristen weit und breit, nicht mal Fußspuren sind zu sehen. Hier war schon lange niemand mehr. Ein leichtes Entdeckergefühl ergreift uns.

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Hier stehen nicht so viele der toten Kameldornbäume wie im Deadvlei, aber für tolle Fotos sind es genug. Dazwischen sogar ein (noch) lebender

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Erst mal den Sand aus den Schuhen schütten.

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Dann geht Tipi auf Motivjagd.

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Gute Beute wie ich finde. Die Auswahl der Bilder für den Blog fiel diesmal besonders schwer. Deswegen habe ich nur das für mich schönste Foto aus dem Hidden Vlei reingenommen. Aber man könnte praktisch jedes vergrößern und ins Wohnzimmer hängen.

Es geht immer noch ein erstaunlich kühler Wind, obwohl es schon gegen Mittag geht. Wir haben nur 2 Liter Wasser dabei, beschließen aber dennoch uns quer-Dünen-ein Richtung Deadvlei durchzuschlagen. Es sind laut meinem GPS "nur" 4km Luftlinie. Das sollte doch zu schaffen sein. Was mein GPS allerdings nicht anzeigt, sind die Höhenmeter, die man bei Überquerung der Sanddünen zurücklegen muß. Was es auch nicht anzeigt, sind die Temperaturen im Hochsommer in der Namib Wüste gegen Mittag, wenn die Sonne durchkommt.

Eingestellt von tipitom 08:35 Archiviert in Namibia

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