Reise blog von Travellerspoint

Namibia - Teil 7

Kamanjab - Brandberg - Omaruru

sunny 32 °C

Gut ausgeruht verlassen wir am nächsten Morgen die Khowarib Lodge Richtung Süden. Ziel für heute war die Brandberg White Lady Lodge. Nur etwa 330km - allerdings auf Schotter. Sylvester wollen wir in Svakopmund sein und dort ein wenig mitfeiern. Brandberg wäre die letzte Station davor gewesen.

Die Straßen in Namibia sind in den letzten 4 Jahren seit meinem letzten Besuch erheblich schlechter geworden. Damals war es egal, ob Teer oder nicht, man konnte ohne Probleme mit 80km/h dahingleiten. Nun wird scheinbar gespart und es gibt lange Strecken schlimmster Waschbrettpisten. Die Baumaschinenn, die die Piste abziehen und glätten, fahren anscheinend nicht mehr so häufig.

Nach nur 60km auf dieser Rüttelpiste höre ich seltsame Geräusche von hinten. Ich halte an - schaue nach: schon wieder ein Reifen platt. Der 2. seit Serengeti. Ich ziehe den Reservereifen auf. Dem vertraue ich nicht wirklich, denn den hatten wir schon in Sambia zum Reservereifen degradiert, weil er eine Unwucht hatte. Ein wenig wird es schon noch gehen - dachten wir.

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Denkste! Schon nach 15km ein lauter Knall. Der 2. Reifen heute ist platt. Nun gehen mir die Optionen aus. Einen weiteren Reservereifen habe ich nicht. Frank und Alina sind vorausgefahren, weil ihre Aircondition schon wieder nicht funktioniert und sie bei offenen Fenstern hinterherfahrend keinen Staub schlucken wollen. Die Walkie-Talkies sind wie so oft nutzlos. Die beiden waren zu weit voraus, um zu hören wie wir Stop! funken.

Nutzt ja alles nix, ich demontiere das defekte Rad und wir warten bis die beiden zurück kommen. Davon keine Fotos, langsam wird's langweilig. Es dauert etwa eine Stunde, dann kommen sie und sehen die Bescherung. Wir packen das kaputte Rad bei Frank aufs Dach und er fährt 5km weiter in den nächsten Ort, um Ersatz zu finden. Tatsächlich bekommen sie einen Reifen für uns, was fast an ein Wunder grenzt. Der Reifen nicht ganz passend, weil zu schmal und ziemlich teuer, aber wir haben eh keine Wahl.

Mit dem Ziel Brandberg wird das heute nichts mehr, wir halten in einem kleinen Ort namens Kamanjab. Ich habe ja immer noch keinen Reservereifen und will versuchen dort einen zu kriegen. Das gelingt tatsächlich, denn ich finde einen weiteren etwas zu schmalen Reifen, habe aber jetzt wenigstens das gleiche Maß auf der Vorderachse. Zwei andere Reifen verlieren seit Tagen sehr langsam Luft und ich lasse sie bei der Gelegenheit untersuchen. In einem steckt ein Nagel (schon der 2.!), der andere war in Tansania geflickt und mit einem Schlauch versehen worden - nun ist er undicht. Auch dieser Schlauch wird nochmal geflickt. Nicht gut. Nun habe ich zwar 2 neue Reifen, aber auch 3 alte, von denen nur einer keine Vorschäden hat. Der Händler hat keine weiteren Reifen in meiner Größe, also muss es erstmal so gehen.

Wie so oft geht aber auch dieser anstrengende und aufregende Tag gut zu Ende. Wir verbringen die Nacht auf einer wunderbaren Campsite namens Oppi-Koppi.

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Die Leute hier sind super-nett, es gibt lecker Essen im Restaurant und auch einen Pool.

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Um den Pool regt sich allerhand Getier. Bunte Echsen

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Eine Gruppe Rock-Dassies mit hohem Niedlichkeitsfaktor.

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Viele Go-Away-Birds, sehr melancholische Vögel, die immer so klingen, als ob sie grosses Leid auf der Seele haben und gelegentlich etwas singen, dass wie ein deprimiertes "Go Away!" klingt.

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Wir bleiben 2 wunderbar entspannte Tage und vergessen den ganzen Reifenstress.
Tags darauf soll es also endlich doch zur White Lady Lodge nach Brandberg gehen. Kurz hinter Kamanjab wird es dann Zeit für unser 14.000km Selfie.

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Wir fahren einen großen Umweg über Outjo in der Hoffnung dort einen weiteren Reifen zu bekommen. Doch leider gibt es hier in diesem Land keine dümmere Zeit für Autoprobleme als die Zeit nach Weihnachten. Fast das ganze Land geht in Urlaub. Alles hat zu. Firmen, Werkstätten machen kollektiv Ferien. Das geht bis Mitte Januar. Dann erwacht das Land wieder aus seinem Dornröschenschlaf. Wer also vorhat Namibia mit eigenem Auto zu bereisen, sollte während dieser 3 Wochen besser wegbleiben.

In Outjo hat alles zu, wir bekommen keinen Reifen. Weiter geht's zur Brandberg White Lady Lodge. Wir kommen zuerst dort an, Frank und Alina sind den direkten, kurzen Weg gefahren, aber später aufgebrochen als wir. Nach etwa einer Stunde kommen sie an, sie haben sich leicht verfahren und waren zunächst bei der falschen Lodge. Da liege ich schon längst am Pool und genieße meinen Feierabend.

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Die Campsites hier sind traumhaft schön in einem trockenen Flussbett, etwa 1km entfernt vom Haupthaus.

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Alles da - außer Strom für unsere Kühlschränke. Den bekommen wir aber mit langem Kabel aus dem Büro der Rezeption, solange wir tagsüber auf dem Parkplatz stehen. Daher können wir auch hier 2 Tage bleiben, ohne dass unsere Lebensmittel verderben oder das Bier warm wird. Vom Pool beim Haupthaus hat man eine tolle Aussicht auf die Berge ringsum.

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Abends machen wir uns wieder ein Lagerfeuer, sehr romantisch.

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Nach diesen beiden Tagen soll es nach Svakopmund gehen. Wir rufen bei einigen Campsites an, aber es ist Hochsaison und alles ausgebucht in der Stadt. Wir wollen trotzdem hin und eventuell etwas außerhalb übernachten. Frank fährt wieder voraus, ich hinterher. Es geht wieder über Schotter und es dauert nicht lang und wieder kommt ein übles Geräusch von hinten. Das darf doch nicht wahr sein! Schon wieder ein Platten. Es traf den Reifen der schon mal kaputt war und einen Schlauch bekam. Total zerstört, nichts zu flicken an dem Ding dieses Mal. Wagenheber, Radkreuz raus - mittlerweile schon Routine. Ist ja der 4. defekte Reifen mittlerweile. Frank und Alina haben bald bemerkt, dass ich nicht mehr hinter ihnen bin. Auch dieses Mal war das Walkie-Talkie nutzlos. Sie kommen an, als ich gerade fertig bin mit dem Radwechsel.

Nun habe ich wieder keinen Reservereifen und fahre voraus. Der nächste Ort heißt Omaruru, den hatte ich nie auf dem Zettel als potentiellen Stop, aber ohne Reserverad fahre ich nicht weiter und wir bleiben hier.

Es erweist sich fast als Glücksfall, denn das Camp, dass wir hier finden wird von einem Deutschen geleitet und ist perfekt für uns. Wir beschließen Sylvester und Neujahr hier zu verbringen. Wir haben leckere Steaks eingekauft und die grillt Tipi perfekt auf dem offenen Feuer.

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Rind und Oryx - schmeckt beides sensationell gut. Wieder Mal endet ein Tag, der übel begann, wunderbar entspannt am Lagerfeuer.

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Auch hier gibt es wieder einen Pool, den braucht man auch, denn es ist extrem heiß.

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Tags darauf unser Sylvesteressen, ein sogenanntes Poiki oder Pot. Stundenlang kocht man Fleisch auf kleiner Flamme - das ergibt am Ende ein Art superzartes Gulasch.

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Für mich Gelegenheit wieder eine der wenigen verbliebenen Cohibas zu rauchen, die ich noch dabei habe.

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Da der 1. Januar auch hier Feiertag ist beschließen wir eine 3. Nacht zu bleiben und erst am Dienstag weiter zu fahren. Ich habe ja schon wieder kein Reserverad und will versuchen unterwegs in einer der kleineren Städte eines zu bekommen.

Zum Abschied gibt es einen Super-Vollmond.

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Eingestellt von tipitom 08:40 Archiviert in Namibia

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