Reise blog von Travellerspoint

Namibia - Teil 6

Weihnachtsabend und Khowarib Schlucht

sunny 36 °C

Eigentlich wollten wir anschließend durch die Khowarib Schlucht weiter nach Westen fahren. Jeff hatte uns diesen Abstecher wärmsten empfohlen. Irgendwo an einem schönen Platz in der Schlucht wollten wir den heutigen Weihnachtsabend verbringen. Das Problem dabei: Auf keiner unserer GPS-Karten ist der Eingang zur Schlucht eingezeichnet. Wir fahren ein wenig auf und ab und landen dann bei der Road Side Campsite. Wir werden Heiligabend nun also hier verbringen. Ohne Strom, aber immerhin mit Wasser - etwas komfortabler als ein Bushcamp...aber nur etwas.

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Hier gibt es unterhalb ebenfalls ein künstliches Wasserloch. Zum Aussichtspunkt geht es ein Stück hinauf.

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Zwischen den Felsen leben hübsche Echsen.

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An diesem künstlichen Wasserloch ist mehr los als auf allen Nationalpark-Löchern in den letzten Tagen zuvor.

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Eine große Gruppe Bergzebras kommt tagsüber hier vorbei. Für mich sind es die hübschesten Zebras.

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Tausende spatzenähnliche Vögel belagern die Büsche ums Wasserloch. Was auf dem Foto aussieht wie Ameisen sind alles Vögel.

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Es ist tagsüber unglaublich heiß - 35 Grad und mehr. Gar nicht so einfach dabei in Weihnachtsstimmung zu kommen. Aber wir haben ja den kleinen Baum und sogar einen Gabentisch mit Geschenken. Tipi ist gerührt.

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Mit den unverzichtbaren Weihnachtsmützen sitzen wir nach der Bescherung am Lagerfeuer.

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Am nächsten Morgen brechen wir auf um die Khowarib Schlucht zu durchqueren. Ich hatte Jeff noch gefragt, wie denn der Weg aussieht, da ich Bedenken hatte wegen unseres nicht funktionierenden Allrad-Antrieb. Er meinte, am Anfang wären ein paar Dust Holes, aber sonst wäre alles easy. Was sind Dust Holes? Sogar auf seiner Karte sind die eingezeichnet. Ich kann mir darunter nichts vorstellen, aber wir werden es ja sehen. Dieses Mal finden wir die Abzweigung von der Hauptstraße in die Schlucht ohne Probleme. Heute navigiere ich und Tipi fährt. Es beginnt ganz harmlos mit ein wenig Sandpiste. Das war noch einfach und ohne Probleme zu meistern.

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Und dann sehen wir sie - die Dust Holes. Es sind keine Löcher sondern riesige Flächen von aschefeinem Staub. Wir fahren da erst Mal nicht rein, sondern Frank und ich erkunden die nächsten Meter zu Fuß. Etwa 20 Fahrspuren verlaufen hier parallel auf einer Breite von 200 Metern. Nur welche soll man nehmen? Der Staub ist so fein und weich, dass man darin versinkt wie in Wasser. Daneben gibt es aber auch Bereiche mit festem Untergrund, das merkt man aber erst, wenn man draufsteht. Zudem ist es auch heute wieder höllisch heiß, sicher 40 Grad oder mehr im Schatten. Nur daß es hier keinen Schatten gibt.

Wir scouten eine Route die passabel aussieht. Frank fährt zuerst, dann Tipi hinterher. Das Erkunden der Strecke hat sich ausgezahlt, wir kommen auch durch. Wir schauen ein wenig nach vorn, aber es sieht so aus, als ob es von nun an normal weiter geht. Immer noch tiefer Sandstaub, aber machbar. Nur Stehenbleiben geht nun nicht mehr, man muss den Schwung unbedingt behalten. Leider wird die Spur wieder tiefer und die Fahrspuren teilen sich mehrfach. Da es keine Möglichkeit zum Auskundschaften zu Fuß gab (weil wir nicht anhalten konnten), muss Tipi auf gut Glück eine Spur wählen und erwischt die falsche. Wir versinken bis zum Bodenblech im tiefen Staub. Frank kommt mit dem Land Rover zurück und zieht uns mit der Winde erst ein Stück retour aus dem Loch und dann vorwärts auf steinigen, festen Untergrund.

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Tipi reicht es, ab jetzt soll ich fahren. Es kamen im weiteren Verlauf noch ein paar knifflige Stellen, aber keine so übel wie die, an der Tipi hängen geblieben war. Wir fahren nur noch mit Hinterradantrieb, der Allrad mag nun überhaupt nicht mehr mitspielen.

Dann ändert sich die Landschaft. Trockene, ausgedörrte Ebene auf den ersten 50km wird plötzlich zu einem grünen Flusstal. Jetzt erst sind wir in der Schlucht.

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Nun gilt es einen Fluß zu durchqueren. Frank probiert mit einem Stock und hält nichts von der Idee da durchzufahren. Da ich aber keinen anderen Weg sehe und nicht alles zurück fahren will, gehe ich zu Fuß einmal komplett durch die Furt auf die andere Seite. Es ist matschig, aber der Schlamm liegt nur 5-10cm tief in den Fahrspuren, dann kommt fester Flussboden. Ich denke das wird gehen, das Wasser ist auch nur maximal 40cm tief.

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Es klappt, beide kommen wir völlig ohne Probleme auf die andere Seite.

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Eine Prüfung steht uns aber noch bevor. Wir dachten wir hätten im Offroad-Bereich bereits alles gesehen und dann kam ein Stück, wie man es nur von Trial-Strecken im Fernsehen kennt. Tipi kann sich das nicht ansehen und steigt aus um die 100 Meter zu Fuß zu gehen. Sie findet den Abhang so schlimm und gefährlich, daß sie sich weigert, davon Fotos oder Video zu machen. Deswegen habe ich Frank gefilmt, war aber leider ein wenig spät dran und habe den steilen Beginn der Abfahrt verpasst.
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Es geht etwa 10 Meter tief eine zerklüftete Felswand hinunter. In die tiefsten Löcher wuchte ich ein paar große Steine, dann präge ich mir die Route ein die ich fahren möchte und los geht's. Tipi kann kaum hinsehen, wie ich da mehr auf dem Geröll runterrutsche als rolle. Danach kommt nichts Aufregendes mehr - wir haben die Khowarib Schlucht geschafft!

Bald darauf erreichen wir kurz bevor es wieder auf die ordentliche Straße geht die Khowarib Lodge. Das haben wir uns aber nach diesem Höllenritt heute auch verdient. Mit schönem schattigen Pool.

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Platz für meine Hängematte...

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...und bunten Vögelchen für Tipi

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Eingestellt von tipitom 03:50 Archiviert in Namibia

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